Rathaus Altona , Hamburg

Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz.

Hamburg war während des Zweiten Weltkriegs ein bedeu-

tender Wehrmachtstandort: Elf Gerichte sowie weitere

Dienststellen der Wehrmachtjustiz führten Zehntausende von

Verfahren durch und zeichneten für Hunderte Todesurteile

verantwortlich. Im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis

und am Standortschießplatz Höltigbaum (Rahlstedt) wurden

mindestens 206 der meist wegen Desertion und „Zersetzung

der Wehrkraft“ ausgesprochenen Todesurteile vollstreckt. Die

von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie Dr. Magnus

Koch und Lars Skowronski 2013 entwickelte Ausstellung doku-

mentiert die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg mit dem

Schwerpunkt auf Biografien: Sie rekonstruiert Lebensläufe,

fragt nach Handlungsmotiven und beleuchtet die Hinter

-

gründe der furchtbaren Urteilsbilanz.

Begleitprogramm und Ausstellungspräsentation stehen

im Kontext des Forschungsprojekts „Militärjustiz und Stadt

im Krieg. Die Gerichte des Ersatzheers in Hamburg und

Norddeutschland 1939–1945“. Zu dessen Abschluss findet am

22.–23. November 2018 die Tagung „Militär und Stadt im Krieg.

Herrschaftssicherung und Radikalisierung an der ‚Heimatfront‘

in der zweiten Kriegshälfte 1942–1945“ in Hamburg statt

http://www.feindbeguenstigung.de/