Bewegungs-Kolumne 08.05.2018

Revolte als Perspektive?

Wie gelingt Widerstand gegen Repressionen durch Staat und Markt? Die Chaostage Berlin 2018 suchen nach Antworten.

Vermummt, mit Transpi und Bengalo – ist das noch effektiver Widerstand oder schon Demo-Folklore? Bild: dpa

von TORBEN BECKER

In den nächsten Tagen wird Berlin im Chaos versinken. Aber keine Angst, anarchisches Wirrwarr und Dysfunktionalität des Staates sind nicht zu befürchten. Oder eher noch nicht?

Während der diesjährigen Diskussions- und Chaostage, die vom 10. bis zum 13. Mai in verschiedenen Teilen Berlins stattfinden, werden Grenzen des Staates, solidarisches Engagement von unten und praxisorientierte Proteststrategien in offenen Runden, Vorträgen und Workshops diskutiert.

Noch vor wenigen Wochen protestierten Tausende in Berlin gegen explodierende Mieten und Verdrängung. Viele auf der Demonstration vom 14. April Beteiligten sehen in einer solidarisch organisierten Nachbarschaft eine mögliche wohnpolitische Zukunft, die zudem als integratives Projekt gegen rassistische Ideologien wirken und alle Beteiligten gegen mögliche Repressionen stärken können. Gemeinsam mit dem Kiezhaus „Agnes Reinhold“ und anderen stadtteilpolitischen Projekten wird daher im PA58 über nachbar*innenschaftliche Basisorganisierung gesprochen. • 10.03., 15 Uhr, Prinzenallee 58, Wedding

Soweit die ersten Schritte solidarischer Gegenstrategien – Wie steht es aber, wenn Menschen tatsächlich von Repressionen betroffen sind und wie kann man Betroffene abseits von Soli-Tresen unterstützen? Denn wer sich kritisch mit Herrschaftsverhältnissen und deren Verteidiger*innen auseinandersetzt, ist auf verschiedene Weisen möglichen Repressionen ausgesetzt. Wie offensive Gegen-Handlungsmöglichkeiten aussehen, wie das empfundene Ohnmachtsgefühl gebrochen werden und wie Solidarität „gelebt“ werden kann, wird im Kabal!k vertieft. • 10.03., 19 Uhr, Reichenberger Straße 63a, Kreuzberg

Am Freitag wird im Subito in der Veranstaltung „Riot ist der Moment - Revolte ist die Perspektive“ der Zusammenhang zwischen Aktion und Weitblick diskutiert: Was ist die Perspektive der Revolte im Riot? • 11.05., 20 Uhr, Hauptstraße 1f/Nähe Ostkreu, Friedrichshain

Dass der Moment und die Perspektive jedoch notwendigerweise zusammenhängen, können Sie am Samstag unmittelbar erfahren. Um Strukturen und Querverweise der AfD mit rechtsextremen Milieus zu verstehen, findet unter dem Motto „Kein Raum der AfD“ die antifaschistische Fahrraddemo gegen AfD- und Nazi-Locations statt. • 12.05., 14 Uhr, S-Bhf Schönhauser Allee, Prenzlauer Berg

Diese ausgewählten Veranstaltungen geben nur einen sehr kleinen Einblick in das Programm der diesjährigen Diskussions- und Chaostage. Das gesamte Programm finden Sie unter: https://gegenstadt.blackblogs.org/programm/

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