Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin

Camaradas. Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939

06.10.2017, 17:00 Uhr - 06.10.2017

Am 17. Juli 1936 putschten spanische Generäle gegen die demokratisch gewählte Regierung der Zweiten Republik und traten damit den Spanischen Bürgerkrieg los. Drei Monate später wurden die Internationalen Brigaden gegründet, denen sich in den folgenden zwei Jahren an die 35.000 Männer und Frauen aus 53 Ländern anschlossen, darunter auch 1400 österreichische Freiwillige. Sie waren gekommen, um den Faschismus, der nicht nur ihre Heimat, sondern einen großen Teil Europas überschwemmt hatte, unter „Spaniens Himmel“ zu bekämpfen. Die Ausstellung führt das Schicksal dieser österreichischen Interbri-gadist*innen vor Augen: die Kämpfe im Februar 1934 gegen den Austro-faschismus, die Flucht ins Exil und in den Krieg nach Spanien, wo sie in verschiedenen Einheiten zum Einsatz kamen oder für den Sanitäts-dienst tätig waren. 319 von ihnen, fast ein Viertel, verloren ihr Leben; 235 in Spanien, 84 im Exil oder in den Konzentrationslagern. Die Ausstellung ist vom 6. Oktober bis zum 6. November im Foyer des Robert-Havemann-Saals zu sehen. Mo - Fr von 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei. © Spanienarchiv des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes Programm: 17:00 Uhr Buchvorstellung Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939 Mit den Herausgebern Georg Pichler und Heimo Halbrainer. 80 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs unternimmt das Buch den Versuch, eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs zu füllen. Aktuelle Erkenntnisse, die Öffnung russischer Archive und die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der 30er und 40er Jahre erlauben einen neuen Blick auf das Thema. 17:30 Uhr Vernissage Mit einer Einführung durch den Kurator Georg Pichler und Eugen Gross, Obmann der Prenninger Gespräche. Anschließend Führung durch die Ausstellung aus dem Bestand des Spanienarchivs und aus dem Fotoarchiv des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes. Zur Buchpräsentation sowie Eröffnung der Ausstellung „Camaradas. Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936-39" begrüßen wir: Georg Pichler (Universidad de Alcalá, Madrid), Spanien/ Österreich Eugen Gross, Obmann Verein „prenninger gespräche“ und Annette Rainer Stellv. des Obmanns Verein „prenninger gespräche“, Graz, Österreich Heimo Halbrainer, Leiter des Verlags CLIO, Graz, Österreich Karl Wimmler, Graz, Österreich (Mitautor des Buches) sowie des Geschäftsträger und Gesandten der Österreichischen Botschaft Andreas Somogyi. Den Verein „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936-1939“ (KFSR) repräsentiert Frau Dr. Kerstin Hommel. 18:30 Uhr Film Franco vor Gericht: Das spanische Nürnberg? Dokumentarfilm (90 min): Voraufführung des Rohschnitts, ab 2018 im Kino. Mit anschließender Diskussion mit den Filmregisseuren Dietmar Post & Lucía Palacios. In ihrem neuen Dokumentar?lm beleuchten die Filmemacher eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte: Den Völker-mord in Spanien, begangen während des Putsches 1936, dem anschließen-den fast dreijährigen Krieg (1936–1939) und der faschistischen Diktatur unter General Franco (1939–1977). Nachdem 2008 der Versuch, die Verbrechen vor einem spanischen Gericht aufzuklären, gescheitert war, bemüht sich die argentinische Justiz seit 2010 die noch lebenden mutmaßlichen Täter*innen der Franco-Diktatur zu belangen. Der sogenannten „argentinischen Klage” wurde am 14. April 2010 in Buenos Aires stattgegeben. Die Untersuchungsrich-terin María Servini de Cubría verfolgt das Ziel, den noch lebenden mutmaßlichen Täter*innen der Spanischen Diktatur den Prozess zu machen. Eintritt: Spende von 2 € erwünscht.