Athen

Athen/ Griechenland Alles wieder gut? Acht Jahre Krise und die Folgen

Mit dem Ende der sog. „Memorandum-Ära“ blickt das Land zurück auf acht Jahre der direkten und technokratischen Kontrolle seiner Haushaltspolitik durch die Troika/Quadriga. Die Sparmaßnahmen und Reformen, auf die sich Athen mit seinen Partner*innen aus der Eurozone und mit dem Internationalen Währungsfonds im Rahmen eines strengen Austeritätsprogrammes einigen musste, setzten das Land unter erheblichen Druck, der in dieser Art bis dato beispiellos ist.

Und nun – alles wieder gut?

Tatsächlich haben Finanzkrise und die folgenden Reformen in Griechenland zu einer tiefen sozialen Krise geführt, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Denn das Ende der Memoranden bedeutet keinesfalls ein Ende der Reformen. Griechenland befindet sich vielmehr in einer Phase der Nachprogramm-Aufsicht, die noch lange anhalten wird. Die Lage wird nicht leichter durch die Tatsache, dass die europäische Asylzuständigkeitsregelung der EU mit der sogenannten Dublin-Verordnung die Verantwortlichkeit und Lasten auf die EU-Außenstaaten abschiebt. Bereits vor der Schuldenkrise konnte Griechenland die Anforderungen, welche die hohen Zahlen von Schutzsuchenden stellen, kaum angemessen bewältigen. Und noch heute herrschen nicht hinnehmbare Zustände, wie etwa im berüchtigten „Hot Spot“ Moria auf der Insel Lesbos. Die Krise in Griechenland war und ist also keine rein ökonomische Krise, sondern kann als Struktur- und Institutionenkrise des Euro-Raums und offenbar auch als eine Krise der Demokratie bezeichnet werden.

Unsere Reise führt uns in die Hauptstadt Griechenlands in einem politisch turbulenten Jahr: Es werden nicht nur Europa- und Kommunalwahlen stattgefunden haben, sondern auch die Wahlen zum griechischen Parlament. Wie stabil ist die Regierung? Wie stark der Rückhalt der Bevölkerung für die europäische Idee, die gemeinsame EU?

Wie begegnet die Stadt der Krise? Und wie geht die Stadt mit Geflüchteten um? Mit Gesprächen vor Ort möchten wir uns gemeinsam ein Bild von der Stadt und ihrer Einwohner*innen machen. Wir treffen auf Menschen aus Politik, Nichtregierungsorganisationen und Gesellschaft.

Mit:
Simon Cames (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)
N.N.

Eine Kooperation mit umdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

Die Reise ist für alle politisch Interessierte offen.

Alle Gespräche, die nicht in Deutsch stattfinden, werden aus dem Englischen bzw. dem Griechischen ins Deutsche übersetzt.

Anmeldung
Die Reise kostet im Doppelzimmer 690 € pro Person. Die An- und Abreise ist nicht im Preis enthalten und muss eigenständig organisiert werden.

Im Preis inbegriffen sind die Übernachtungskosten inkl. Frühstück, eine gemeinsame Mahlzeit/Tag und die Fahrtkosten für den ÖPNV in Athen sowie der Flughafen-Transfer nach Athen und zurück. Außerdem Expert*innen-Treffen und Gespräche, Reiseleitung sowie alle Eintritte in die vom Programm vorgesehenen Kultureinrichtungen.