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Angriff der Union auf Zivilgesellschaft„Das schüchtert ein“

Nach Bekanntwerden einer Kleinen Anfrage der CDU/CSU mit 551 Fragen zu NGOs kommt Kritik von den anderen Parteien. Und aus den eigenen Reihen.

Protest gegen die Asyl-Abstimmung der CDU mit der AfD am 2. Februar in Berlin. Die aufrufenden Organisationen werden nun von der CDU/CSU unter Druck gesetzt Foto: Jens Gyarmaty

Berlin taz | Kleine Anfragen gehören im Bundestag zum politischen Alltagsgeschäft. Für die Opposition sind sie beliebtes Mittel, Informationen von der jeweiligen Bundesregierung zu bekommen, die diese nicht unbedingt an die große Glocke hängen will. Lässt man die Anfragen der AfD außen vor, sorgen selten die Fragen, höchstens die Antworten für Aufregung. Bei der Drucksache 20/15035, unterzeichnet von Unions-Fraktionschef und Kanzler in spe Friedrich Merz und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, ist das anders. Seit die 551 Fragen der Kleinen Anfrage öffentlich geworden sind, ist die Empörung groß. Das Agieren der Union könnte auch zu einer Belastung in den Sondierungsgesprächen werden, die die Union in der kommenden Woche mit der SPD beginnen will.

Die Anfrage der Union sei ein „Foulspiel“, kritisierte SPD-Chef Lars Klingbeil am Mittwoch, der jetzt auch Fraktionsvorsitzender ist, und eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen einnehmen wird. Man könne nicht vormittags über eine Koalition verhandeln und nachmittags stelle die Union „Organisationen, die unsere Demokratie schützen, an den Pranger“. Auch von Grünen und Linken kam Kritik, sogar aus der CDU selbst.

Unter dem Titel „Politische Neutraliät staatlich geförderter Organisationen“ listet die Unionsfraktion 32 Seiten lang Fragen vor allen zu jenen Organisationen auf, die zuletzt nach ihrer gemeinsamen Abstimmung mit der AfD im Bundestag mobil gemacht hatten – und stellen deren öffentliche Förderung in Frage.

Explizit fragt sie nach Förderungen für die Omas gegen rechts, Correctiv, Campact, attac, der Amadeu Antonio Stiftung, Peta, Animal Rights Watch, Foodwatch, Dezernat Zukunft, die Deutsche Umwelthilfe, die Agora Agra GmbH, Greenpeace, BUND, Netzwerk Recherche, Neue Deutsche Medienmacher und Delta.

Nach AfD Vorbild?

„Staatlich finanzierte Organisationen müssen ihre politische Neutralität wahren“, heißt es in der Anfrage. Eine „direkte oder indirekte Wahlkampfunterstützung“ für oder gegen eine Partei sei „nicht vereinbar“. Genau dies moniert die Union in eigener Sache: „Hintergrund sind Proteste gegen die CDU Deutschlands, die teils von gemeinnützigen Vereinen oder staatlich finanzierten Organisationen organisiert oder unterstützt wurden.“ Dies werfe die Frage auf, „inwiefern sich gemeinnützige Vereine, die zusätzlich noch mit Steuergeldern gefördert werden, parteipolitisch betätigen dürfen, ohne ihren Gemeinnützigkeitsstatus zu gefährden.“

Das erinnert an die Praxis der AfD, die bereits seit Jahren gemeinnützige Vereine attackiert, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren – teils mit Anzeigen beim Finanzamt. In der Unionsanfrage wird nun über „eine Schattenstruktur“ geraunt, „die mit staatlichen Geldern indirekt Politik betreibt“ – mit Verweis auf einen Welt-Artikel, der über einen „deutschen Deep State“ fabulierte.

Mehrere der in der Kleinen Anfrage erwähnten Organisationen riefen zuletzt mit zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus auf, nach dem CDU-Tabubruch im Bundestag. Hunderttausende Menschen protestierten daraufhin bundesweit. Einige Gruppen, wie die Omas gegen rechts, erhalten indes gar keine staatliche Förderung. Einzig ein Ortsableger bekam 2023 mal 5.000 aus einem Aktionsfonds für ein Projekt gegen Rassismus. Andere Gruppen oder Medien scheinen der Union anderweitig ein Dorn im Auge zu sein. So fragt die Union im Fall der Rechercheplattform Correctiv explizit nach einer Einschätzung eines Artikels des Mediums zu rechten „Hardlinern“, die die CDU „nach rechts ziehen“.

,, Die CDU will einen Maulkorb verpassen“

Die taz hat bei der Unionsfraktion angefragt, wie die Auswahl der Organisationen zu Stande kam. Warum nicht etwa nach dem Bauernverband oder dem Bund der Steuerzahler gefragt wird. Und auch nicht nach Kontakten zur Adenauer-, Seidel- oder Naumann-Stiftung. Bis zum Redaktionsschluss lag keine Antwort vor.

Neben Klingbeil äußerten auch andere So­zi­al­de­mo­kra­t*in­nen deutliche Kritik. Die Union bedrohe zivilgesellschaftliche Organisationen „und will ganz gezielt denen einen Maulkorb verpassen, die gegen den Tabubruch gemeinsamer Abstimmungen der Union mit der rechtsextremen AfD protestiert und auf die Gefahren eines solchen Vorgehens für unsere Demokratie hingewiesen haben“, sagte SPD-Co-Chefin Saskia Esken der taz. Mit ihrer Anfrage versuche die Union, „den breiten gesellschaftlichen Protest gegen ihr Vorgehen im Bundestag zu relativieren und zu spalten. Dieses Vorgehen ist einer großen demokratischen Volkspartei unwürdig.“

Juso-Chef Philipp Türmer fragte: „Empfindet die Union das wirklich als den richtigen Fokus in einer Zeit, in der wir uns eigentlich gemeinsam für den Erhalt unserer Demokratie zusammen einsetzen sollten?“ Er ergänzte: „Das wäre ziemlich wild.“ Die Omas gegen Rechts hätten in den vergangenen Monaten mehr für die Demokratie getan als die Union.

Kritik kam auch aus der CDU

Clara Bünger, Abgeordnete der Linken, sagte: „Mit einer parlamentarischen Anfrage rächt sich die Union für die antifaschistischen Proteste der letzten Wochen.“ Das erinnere an autoritäre Staaten.

Kritik kam auch aus der CDU selbst. „Das darf man so nicht machen, weil es einschüchtert“, sagte Ruprecht Polenz, ehemaliger Generalsekretär der Partei, der taz. „Natürlich sehe ich bei der einen oder anderen Organisation auch einiges kritisch. Aber wir brauchen sie.“ Er selbst unterstütze Correctiv finanziell und trete bald bei den Omas gegen Rechts in Ingolstadt auf, weil sie gesellschaftlich wichtige Arbeit machen. „Wie soll das mit der wehrhaften Demokratie denn funktionieren, wenn Umweltschutzorganisationen oder auch Sportvereine oder Kirchen nicht zu Demonstrationen zur Verteidigung der Demokratie und gegen die AfD aufrufen dürfen, ohne die Gemeinnützigkeit zu gefährden?“, fragt Polenz.

Die Organisation LobbyControl, die selbst nicht in der Anfrage erwähnt wird, verwies darauf, dass auch wirtschaftspolitische Organisationen öffentliche Gelder bekommen, die ebenfalls und berechtigterweise politisch Stellung nehmen. Dazu zählten etwa der Verband der deutschen Automobilwirtschaft, der Deutsche Bauernverband oder die Ludwig-Erhardt-Stiftung. „Es ist offensichtlich, dass die CDU/CSU diese Akteure nicht ins Visier nimmt, weil deren politische Positionen den eigenen näher sind“, kritisierte LobbyControl-Sprecherin Christina Deckwirth.

Merz hatte gerade erst auch aus der SPD Kritik auf sich gezogen, als er kurz vor der Wahl in einer Wahlkampfrede erklärte, er werde künftig Politik machen für eine Mehrheit der Bevölkerung, die noch „alle Tassen im Schrank“ habe, und nicht „für irgendwelche grünen und linken Spinner auf dieser Welt“. Der gerade wiedergewählte SPD-Abgeordnete Helge Lindh sagte, diese Äußerung erscheine nun in einem neuen Licht. „Das wirkt jetzt nicht mehr wie ein Ausrutscher, sondern wie ein konzertiertes Vorgehen.“

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42 Kommentare

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  • Mal ehrlich Leute, es ist nur eine Kleine Anfrage.

    Was meinen Sie was die Opposition (AfD, früher NPD) sonst so für Anfragen stellt/gestellt hat?! Sobald die CDU die entsprechenden Ministerien besetzt, hat sie diese Informationen sowieso.

    Außerdem ist es ziemlich dünnhäutig. Es gibt keinen Anspruch darauf dass der Staat linken Parteien Wahlkampfhilfe leistet.

  • Die Aufregung ist mir ehrlich gesagt unverständlich, ohne dass mir Merz und Co sympathisch wären. Wenn die Bundesregierung vor einer Wahl Vereine und Gruppierungen finanziert, die anschließend gegen die Opposition demonstrieren ist das ein heftiges Demokratiedefizit und gehört mit Recht angesprochen und ggf modifiziert. Immer dran denken: Die Afd könnte das auch machen

  • Ich finde, die SPD sollte sich nicht wieder als Steigbügelhalter für diese unchristlichen und undemokratischen Christdemokraten hergeben, wie sie es ja in der Vergangenheit schon oft gemacht hat.



    Die Merz-CDU ist etwas ganz anderes als die Merkel-CDU.

    Hätten sie ein bisschen Rückgrat (starke Betonung auf dem Konjunktiv!) würden sie Merz in seiner Fascho-Wüste stehen lassen. Soll er doch mit seiner Zwillingspartei, der AfD, eine Koalition eingehen. Gerade in Bayern hat die Polizei ja schon die Daten von Leuten zusammengesucht, die dann auf die Straße gehen werden. Ich bin auch bereit, den jeweiligen NGOs Geld zu spenden, denen von der ach so demokratischen CDU gedroht wurde, wenn sie nicht CDU-feundliche Meinungen äußern. Die vermutlich schon geplanten Gefängnisse für "Staatsfeinde" sind wahrscheinlich sein WIrtschaftskonjunkturprogramm. Das schafft immerhin Arbeitsplätze, auch wenn die nicht wirklich etwas zur Wirtschaftsleistung beitragen werden.

    Merkt eigentlich keiner, wohin sich die CDU entwickelt hat? "Bürgerliche Mitte" am Arsch. Das ist rechts außen.

  • egal, ob rechtens oder nicht, die Situation erinnert mich an die rechte, hindunationale BJP in Indien. Die attackieren NGO's und deren Arbeit, wenn sie nicht optimal in deren Bild passen. Viele existieren gar nicht mehr.



    Wohin geht der Weg?

  • Das problem ist das der Durchschnitts Bürger nicht versteht was diese Gelder sind. Sie lesen in den Lokal und Bild Zeitung: Staat bezahlt linke Studenten für pojretest gegen Alt Partei.

    Dann regt sich Heinz auf das man Leute bezahlt um ungewollte Meinungen zu unterstützen. Es muss mehr Aufklärung solcher Systeme erfolgen.

  • Vom Fritze Tünkram zum Trump für Arme

  • Ungarische Verhältnisse für NGOs?



    Selbstgerechtigkeit und Rachsucht sind keine Eigenschaften, die sich mit dem Amtseid des deutschen Bundeskanzlers vertragen. Eine Regierungspartei, die die Basis ihrer Konkurrenz u. auch die eines potenziellen Koalitionspartners eigennützig u. demokratiefeindlich schwächt, darf als ungeeignet als Partner für Parteien des linksliberalen Spektrums und der Bürgerbewegung gelten.



    Wortlaut d. Amtseides: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde."



    Ausgerechnet an den Liberalen ist festzumachen, wie der Abstieg eingeläutet wird, wenn die Performance nicht stimmt und ein Chefchef seine Legitimation als einigende Kraft verspielt. Daher jetzt die Lücke f. Merz. Die Einschaltung von Gerichten ist eine sich abzeichnende Konsequenz.



    "Ungarischer Premier Orbán sagt NGOs den Kampf an



    Regierungskritische NGOs müssten "aus dem Land gefegt" werden. Der ungarische Regierungschef droht mit Sanktionen und rechtlichen Konsequenzen"



    derstandard.de

  • Es geht um ziemlich viel - in alle Richtungen. Die angefragten NGOs sind dafür da, höchste Grundwerte zu verteidigen, mit entsprechenden Konsequenzen für alle Menschen, Gruppen, Parteien etc., denen diese Grundwerte abgesprochen werden. Ist es bei dieser Fallhöhe nicht auch demokratisch normal, dass nicht jeder selbsterklärt die Demokratie retten kann wie er will, es reicht auch gerade nicht eine Zustimmung durch die Regierung. Es scheint mir erstmal normal, dass Fragen dazu beantwortet werden, auch mit dem Ziel, die richtige Balance zu finden.

  • "Man könne nicht vormittags über eine Koalition verhandeln und nachmittags stelle die Union „Organisationen, die unsere Demokratie schützen, an den Pranger“. Auch von Grünen und Linken kam Kritik,..."



    Vielleicht ist bemerkenswert, wer d. Vorgehen goutiert u. behaupten wird, dass hier abgekupfert wurde.



    taz 2021



    "Debatte über Gemeinnützigkeit



    Vor den Karren der AfD gespannt



    ()



    Kommentar von Katharina Schipkowski



    Die Hamburger Finanzbehörde sollte nicht blind dem Verfassungsschutz folgen, wenn sie über Gemeinnützigkeit entscheidet. Denn das nützt den Rechten."



    Bezüglich Problematik m. förderungsfähiger Tätigkeit.



    spiegel.de:



    "Spendenskandal



    Beschwerde abgelehnt - CDU muss 21 Millionen zahlen



    Sieg für Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD): Die CDU muss als Konsequenz aus der Spendenaffäre nun doch knapp 21 Millionen Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung zurückzahlen. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte jetzt ein entsprechendes Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Berlin."



    Bimbes und Klüngel wieder auf Konjunkturkurs?



    taz 2018



    "Ministerin gegen Tierschutzvereine



    Gemeinnützigkeit in Frage gestellt



    Niedersachsens Landwirtschaftsministerin..."



    Neue Wirkungstreffer

  • Keine NGO, links oder rechts, sollte Geld vom Staat bekommen. Wie kann sie unabhängig vom Staat sein, wenn sie von ihm bezahlt wird?

  • Merz und Dobrind wollen etwas auftrumpen. Sehr peinlich und so sad.

  • "Herr" merz hat in der Tat oft KEIN Händchen dafür als Kanzler für alle BürgerInnen zu wirken- eher das Gegenteil: Sondern immer wieder ein Griff ins Klo- der Antidemokraten.

  • In der bisherigen Diskussion geht meiner Meinung nach einiges durcheinander, das ich am Beispiel der Omas gegen Rechts erläutern möchte:



    Wenn ich ihnen eine Spende zukommen lasse, kann ich den Betrag von der Steuer absetzen und das Geld steht Ihnen steuerfrei zur Verfügung. Darin besteht die staatliche Förderung von Gemeinnützigkeit in erster Linie. Ob die Omas gegen Rechts darüberhinaus Unterstützung aus Fördertöpfen zur Stärkung der Demokratie erhalten, ist mir nicht bekannt. Dass Finanzminister Lindner sich von den Ampelpartnern besonders viel für linke NGOs abverhandeln ließ, kann ich mir aber nicht vorstellen. Was progressive Landesregierungen aus ihren knappen Haushalten beitragen können (in Berlin wird nach Regierungswechsel massiv gekürzt), ist von der heutigen Anfrage unberührt.



    Sollte Gemeinnützigkeit wirklich an politische Neutralität gekoppelt werden, müssten, wie im Artikel genannt noch weitere, von der Union nicht genannte Organisationen ihre Steuervorteile verlieren.

    • @Joba:

      "Ob die Omas gegen Rechts darüberhinaus Unterstützung aus Fördertöpfen zur Stärkung der Demokratie erhalten, ist mir nicht bekannt." - Bekommen sie.

      "Sollte Gemeinnützigkeit wirklich an politische Neutralität gekoppelt werden, müssten, wie im Artikel genannt noch weitere, von der Union nicht genannte Organisationen ihre Steuervorteile verlieren." - Darum geht es.

    • @Joba:

      Was vielleicht auch übersehen wird: das Ganze ist keine juristische Kleinklein-Kampagne. Was da an Finanzmitteln gefördert wird oder nicht, ist irrelevant. Diese Sache soll eine Drohung für politisches Wohlverhalten sein. Es soll Angst verbreiten, so wie man das in pre-faschistischen Systemen kennt.



      Genauso funktioniert auch die, von der AfD angekurbelte (!), Antisemitismus-Resolution. Sie ist nicht juristisch bindenend. D.h., man könnte sagen "dann ist sie ja nicht wichtig". Aber der Ton macht die Musik. Auch das ist eine Drohung, politisches Wohlverhalten bei den Universitäten zu erreichen.

    • @Joba:

      Die Omas ham mal paar Pfennige gekriegt (sehr klein 5stellig zusammen), mal mit ner Suchmaschine die Drucksachen des BT durchackern lassen, die AfD hat diese Medium bezüglich Fritzens Informationsbedarf in vorausschauender Gefälligkeit gerne gefüllt. Das Schlimme ist, daß der/die CxU Gemeinnützigkeit und politische Neutralität selbst definieren will und z.B. des oft zitierte BFH-Urteil auch noch verdreht (da gehts drum, politische Parteinen NICHT zu unterstützen). Und der Maggus hat z.B. die Kirchen angekackt, weil sich einige Christ*innen erbost hatten, die CxU-Leute an das C zu erinnern

    • @Joba:

      Sie weisen darauf hin, dass die Union mit ihrer Anfrage die Zivilgesellschaft unter Druck setzt und möglicherweise einschüchtert. Tatsächlich sehen viele Kritiker in diesem Vorgehen einen Versuch, unliebsame Organisationen mundtot zu machen. Die umfangreiche Anfrage könnte als Signal verstanden werden, dass Engagement gegen Rechtsextremismus unerwünscht ist, insbesondere wenn es sich gegen die Union richtet. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf die Anfrage reagiert und welche Auswirkungen dies auf die betroffenen NGOs haben wird.

  • CDU/CSU mit Trump-Methoden! Man lernt schnell.

  • Die Dreistigkeit dieses Vorgehens zeigt sich in meinen Augen vor allem bei Betrachtung der Gründe für die Proteste gegen Rechts:

    Die von der CDU selbst proklamierte Brandmauer gegen Rechts wird ohne Not und aus rein strategischen Gründen wenige Wochen vor der Wahl - je nach Lesart - mindestens mal in Frage gestellt. Und nun wird gezielt die Finanzierung jener NGOs hinterfragt, welche genau gegen diesen Tabubruch zu Protesten aufriefen.

  • So bereitet man die Gleichschaltung vor. Eindeutig ein Bildungsproblem bei den Unionspolitikern. Die Frage ist, kam der Faschismus nicht im Lehrplan vor oder haben die alle gefehlt.

  • Neben Kritik muss .an aber auch sehen das es viele gibt die das positiv sehen.



    Es ist wie bei den Demos. Es sind WE ige die LAUT sind aber eben noch mehr die es anders sehen

  • "Das erinnert an die Praxis der AfD, die bereits seit Jahren gemeinnützige Vereine attackiert, "

    Nein. Das erinnert nicht daran. Das ist dasselbe.



    Sollte man halt auch mal deutlich so sagen.

    Und dann eben auch nicht "das schüchtert ein",



    sondern: Dafür werdet ihr Widerstand ernten.



    Dieses Land gehört diesen Leuten nicht.

  • Will die CDU die nächsten vier Jahre in diesem Kulturkampf-Stil weitermachen? Dann kann ich der SPD nur empfehlen, garnicht erst in die Koalitionsverhandlungen einzusteigen. Eine schwarz-braune Koalition wäre zwar hart für dieses Land und die demokratische Zivilgesellschaft, aber die Fronten wären geklärt.



    Merz und seine Gefolgsleute wollen es offensichtlich so. Bleibt zu hoffen, dass es der CDU dann das Genick bricht.

  • der letzte Absatz ist bedenklich - gerade in Zeiten, wo überall Geld fehlt. Das Argument, dass andere auch Geld für politische Einflussnahme vom Staat bekommen, ist einfach falsch herum gedacht. Es ist nicht Aufgabe des Staates, politische Einflussnahme zu fördern, dafür gibt es Parteien und wer da nicht rein will, kann sich als Bürgerinitiative zusammenschließen oder Lesebriefe schreiben. Aber dafür gibt es kein Geld.

    Das sollte schon bei vollen Kassen gelten (so auch die Verwaltungsgerichte), weil immer das Risiko besteht, dass ein Regierung ihre Position durch finanzielle Zuwendungen stärkt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. In Zeiten knapper Kassen muss das erst Recht gelten.

  • „Mit einer parlamentarischen Anfrage rächt sich die Union für die antifaschistischen Proteste der letzten Wochen.“ Das erinnere an autoritäre Staaten."



    Von CSU und im besonderen Manfred Webers Bestfriend Orban lernen, heiß aber noch lange nicht siegen lernen, Herr Merz, Linnemann und Dobrint.

  • Merz Kurs ist klar ersichtlich autoritär ausgelegt. Die Signale die gesendet wurden kamen nicht aus der Situation heraus, wie es bei der Migrationsdebatte von der CDU verkauft wurde, sondern sind wohl kalkuliert.

    Die "kleine" Anfrage ein Possenspiel im besten AfD Stil. Die Botschaft wurde gesendet und wie es die Resonanz zeigt, auch richtig von den Empfängern interpretiert.

    Das es diese Anfrage nicht zwingend gebraucht hätte, liegt schon in der Tatsache begründet, dass die neue Regierung in einigen Wochen selbst Einsicht in die Abläufe hätte nehmen können. Das sei nur einmal angemerkt.

    Die Zeichen stehen auf Umbruch bzw Umbau der demokratischen Ordnung in der "grüne und linke Spinner" nicht mehr ein prägender Teil des demokratischen Prozesses sein sollen.

    Den Amtseid kann Merz nach diesen Aussagen schon einmal nicht erfüllen, weder will er der Bundeskanzler aller Deutschen sein, noch dürfte seine Gesinnung konform gehen mit der Zeile "Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde" wie sie der Eid verlangt.

    Und sofern es sich bei Friedrich Merz um einen gläubigen Katholiken handelt, wäre er gut beraten, den letzten Satz des Eides lieber ganz auszulassen.

    • @Sam Spade:

      Der Herr Merz hatte und hat keinen Plan - für Deutschland - außer dem: er will Kanzler werden.



      Er bedient sich der Trump-Schablone.



      Denke ich an ...



      Gute Nacht Euch allen, auch den Moderatoreninnen

  • Es geht um die Finanzierung von "Freiwilligen" ich will euch sehen (lesen)wenn die CDSU eine Burschenschaft so unterstützen würde. Die Möglichkeit einer Nachfrage wohin welche Gelder gehen sollte, als demokratisches Mittel, ohne Nachfrage erlaubt sein.

  • Eine sog. kleine Anfrage zu Steuergeldern ist Einschüchterung? Die Antwort abwarten und dann diskutieren ist wohl eher sinnvoll. Und demokratisch sogar

  • taz: *Nach Bekanntwerden einer Kleinen Anfrage der CDU/CSU mit 551 Fragen zu NGOs kommt Kritik von den anderen Parteien.*

    Mit der Merz-CDU wird es sicherlich noch "sehr lustig" in den nächsten Jahren werden, und das fängt jetzt schon mit den '551 Fragen der Kleinen Anfrage' an. Nehmen wir nur einmal die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) in der obigen Aufzählung. Ein paar wirtschaftshörige CDU/CSU-Politiker möchten der DUH ja schon seit geraumer Zeit die Gemeinnützigkeit aberkennen, denn die DUH engagiert sich für den Klimaschutz, die Erhaltung der biologischen Vielfalt, eine auf Effizienz und regenerativen Quellen basierende Energieversorgung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft, saubere Luft, nachhaltige Mobilität und Verbraucherschutz - und gefährdet damit nach Ansicht einiger "Volksvertreter" die Gewinne der Wirtschaft. Mit Kanzler Merz wird Umwelt- und Klimaschutz jetzt wohl Chefsache im Kanzleramt werden, aber anders als einige Bürger glauben. Merz wird sich nicht um Klimaschutz kümmern, aber den "Schornstein" des klimaschädlichen Wirtschaftswachstums, den wird er noch mehr "rauchen" lassen.

  • Getroffene Hunde bellen.



    Wie in der Einleitung oben richtig angedeutet wird: Eine nervige Anfrage verursacht maximal genervtes Stöhnen -

    ein Aufschrei ist ein Zeichen, dass tatsächlich etwas schief läuft.

  • Das Beunruhigende ist der Geist, der hinter dieser Anfrage steht, der nicht nur von alten Merz-Mitstreitern ausgeht, sondern von den Linnemanns und Spahns der CDU und der reaktionären Jungen Union, die nur darauf warten, um irgendwann gemeinsame Sache mit der AFD zu machen, die so stark in Ostdeutschland ist.



    Eine mir bekannte Kleinstadt im Einzugsbereich einer Großstadt in Ostdeutschland wählte bei der Bundestagswahl zu 40 Prozent AFD. Vor Ort keine Migranten, kaum Arbeitslosigkeit, gut renovierte Häuser und Straßen und Fassungslosigkeit bei örtlichen SPD-Wählern angesichts des Wahlerfolgs der AFD.



    Es käme darauf an, dass CDU und SPD mit allen Mitteln gegen diesen Rechtsruck in Ost- und Westdeutschland kämpfen.



    Doch das Gegenteil ist der Fall: die Merz-CDU ist im Gegensatz zur Merkel-CDU nicht auf Ausgleich bedacht, macht bei den Schmierkampagnen der Bild beim Thema Migration und Grüne kräftig mit.



    Wenn die SPD mit der Merz-CDU paktiert, beschleunigt das nur den Niedergang der SPD.

  • Insbesondere die Umweltschutzverbände Nabu und WWF, die nicht unter das Kirchenprivileg fallenden Weltanschauungsverbände, z.B. der Freidenker-Verband und die Giordano-Bruno-Stiftung, sollten sich, wie auch die Kirchen und die DGB-Gewerkschaften dringend mit den angegriffenen Vereinen und Verbänden solidarisieren, denn wie Ruprecht Polenz richtig sagt: Wir brauchen sie (letztlich alle), um die Rechtsextremen kleinzukriegen. Anders als mit gewaltig Druck von der Straße verstehen die Opas gegen links es ja nicht!



    Und das sind sie: Männer aus abgehängten Gegenden, denen es finanziell eigentlich noch ziemlich gut geht, die Wähler der Union und auch der AgD. Die Analyse auf den Seiten der Tagesschau zeigt das deutlich: Männer sind rechts der Mitte als Wähler deutlich überrepräsentiert, Wahlkreise im Westen mit niedriger Bevölkerungsdichte gewinnt unfehlbar die CDU.



    Und hohes Einkommen spricht auch eher für CDU- als Grünen-Wähler. Davon abgesehen wollen diese Leute allen vorschreiben, wie sie privat zu leben haben (was man(n!) den Grünen vorwirft), z.B. wen wir heiraten und lieben sollen – Schluss damit!

  • „Das schüchtert ein“



    Liebe tazlerinnen, wie wäre es mit einem "Das macht mich rasend", oder auch "nur" wütend.



    Wird Zeit von Trump zu lernen. AfD und Merz haben da schnell alle moralischen Geländer los gelassen.

  • Um den Lehrermangel zu beheben läßt man auch eine Lehramtsstudentin nicht Lehrerin werden...wo kämen wir den da hin....



    Ich nenne das Gängelung von unserem System, das aber sicherlich von der CDU so blockiert wird.



    Die Kinder heute sehnen sich nach Lehrern, die die Wahrheit sagen, aber das ficht solche wie März nicht sowie mindestens die Mehrheit der CDU Wähler und damit keine Schüler...sondern nur fast ausschließlich alte Leute, denen ja der Klimawandel aus nachvollziehbaren Gründen egal sein kann..nur so kann man Atomkraftwerke fordern und Windräder abreissen und findet genug Unterstützer

  • Was Orban, PIS und AfD können, kann die Union schon lange. Die Zivilgesellschaft möge sich doch bitte auf Kirche, Sport- und Schützenverein beschränken und die Politik den Männern überlassen.

  • Aber das macht man doch privat auch wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht: Kassensturz. Wir haben mehr soziale und demokratische Projekte als Geld und besser hier sparen als den Millionen hungernden Kindern in Deutschland noch mehr wegnehmen zu müssen.

  • "Verband der deutschen Automobilwirtschaft, der Deutsche Bauernverband oder die Ludwig-Erhardt-Stiftung"

    Omas gegen Rechts spenden der CDU wahrscheinlich nicht genug.

  • Es ist Vor-Merz.

  • Jetzt wissen wir wenigstens wie die xxU die AfD obsolet machen will...indem sie selbst die Demokratie zerstört!

    • @Truhe:

      Ja, schade, dass das den Leuten jetzt jetzt auffällt. Schon Anfang letzten Jahres bin ich bewusst nicht "gegen die AfD", sondern "gegen Rechts" auf die Straße gegangen. Da wurde ich noch angemacht, dass das ja "die bürgerliche Mitte" sei. Pustekuchen.



      Jetzt ist es zu spät. Jetzt haben wir die U (C und D sind mir nicht erkennbar), die mit ihrer Schattenpartnerpartei AfD 50%+ im Bundestag hat. Danke, liebe Wähler!

    • @Truhe:

      Wie deren vorgängerpartei, die zentrumspartei, das schon getan hat.



      Geschichte wiederholt sich!