Aquarium (Südblock), Berlin

Acht Jahre Aufstand in Syrien, acht Jahre Krieg, 8 Jahre gefilmte Geschichte

Zunehmend wird deutlich, dass Assad den Konflikt militärisch für sich gewonnen hat. Die Frage des Wiederaufbaus und dessen Finanzierung überdeckt die Frage nach sozialer und politischer Gerechtigkeit. Trotz des Beweismaterials gegen das Assad-Regime findet zunehmend eine Normalisierung des syrischen Regimes durch europäische Regierungen statt. Dieser Normalisierung steht die syrische Zivilgesellschaft entgegen. Seit Beginn der Revolution im März 2011 wurden nicht nur Menschenrechtsverbrechen, sondern auch Alltag in Krieg und Belagerung dokumentiert. Aber wie kann so ein syrisches Counter-Narrativ entwickelt werden außerhalb des nationalstaatlichen Projekts? Eines der wichtigsten kulturellen Produkte hierbei sind syrische Kurzfilme. Sie können als das, was Foucault Counter-Memories nennt, verstanden werden: Erinnerungen, die eigentlich nicht in die Geschichte eingehen dürfen, aber das Potential haben, das offizielle Narrativ zu destabilisieren. Wir wollen uns in diesem Workshop mit Aktivist*innen unterhalten, die selber Filme für das Narrativ der Revolution produziert haben. Uns beschäftigt dabei auch, was diese mit der Frage von Gerechtigkeit zu tun haben könnten. Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.