vor der Fotogalerie, Berlin: 30 Jahre nach der Besetzung der Liebigstraße - ein nicht nur historischer Kiezspaziergang

Erinnerung an eine Zeit, als Wohnungssuchende noch nicht auf Makler*innen warteten


Berlin, Juli 1990, Drei Wochen nach der Währungsunion, als die westdeutsche D-Mark im Osten die Ostmark ablöste, gab es in vielen Stadtteilen Aneignungen von Wohnraum durch Wohnungssuchende aus ganz Berlin.  Im Osten standen viele Wohnungen leer, während im Westen akute Wohnungsnot herrschte. 30 Jahre später, am 05.07.2020 um 13 Uhr, treten Stino und der Journalist Peter Nowak, Autor des Buches  Umkämpftes Wohnen - „Neue Solidarität in den Städten (https://umkaempftes-wohnen.de)“  in die Fußstapfen einer Gruppe von damals 50 wohnungssuchenden Wessis, die sich wie damals üblich, an S-Bahnhöfen trafen und ganz ohne Makler*innen auf Wohnungssuche gingen, indem sie die leeren Gebäude und Wohnungen besuchten.

Wir treffen uns am Helsingforser Platz gegenüber der Fotogalerie und folgen den damaligen jungen Leuten von der Warschauer Straße, Ecke Revaler Straße über die legendäre Mainzer Straße über die  Rigaer Straße  bis zur Liebig34, wo am Ende der Tour Stino und zwei weitere aus der damaligen Gruppe Wohnungssuchender die Liebig34 besetzt haben. Stino, der mittlerweile ein Buch darüber geschrieben hat https://www.berlin1990.de​​​​​​​ vermittelt dabei Hintergründe, der damaligen Besetzer*innenbewegung. Der Journalist Peter Nowak  wird auch auf dieser Route an verschiedenen Punkten deutlich machen, dass Solidarität in den Stadtteilen heute noch genauso notwendig wie vor 30 Jahren ist. Stichworte sind die  Baustelle des Amazon-Towers an der Warschauer Straße, die unklare Entwicklung rund um das RAW-Gelände, aber auch das CG-Projekt in der Rigaer Straße und natürlich die Räumungsdrohung gegen die Liebigstraße 34 werde. Es ist keine Demonstration geplant sondern auf Spaziergang auf den Spuren von Stadtteilsolidarität vor 30 Jahren und heute.