Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung

30 Jahre nach Mauerfall: Menschen, Häuser und soziale Bewegungen (Stadtspaziergang und Besuch des Mauer-Panoramas)

Der Stadtspaziergang führt im Schatten der ehemaligen Mauer durch die angrenzenden Gebiete, vom Oranienplatz in Kreuzberg über den Moritzplatz zum Checkpoint Charlie in Mitte. Dort werden wir die Gelegenheit haben, einen Blick in die Zeit mit Mauer zu werfen: Gemeinsam werden wir das Mauer-Panorama von Yadegar Asisi besuchen.

Rund um den Moritzplatz ist eine Menge los: zahlreiche Menschen haben sich zusammen getan, um sich für ihre eigenen Rechte und die ihrer Nachbarn einzusetzen: z.B. als Mieterinnen und Mieter, als Kulturschaffende, als Frauen, als Mitglieder der Bürgerrechtsbewegung für Roma und Romnja und als Geflüchtete.

Der Gang durch das ehemalige „Grenzgebiet“ soll zugleich die Lebensverhältnisse in den beiden Hälften der geteilten Stadt wieder sichtbar machen: Wie suchten die hier wohnenden Menschen nach persönlichem Wohlstand und Glück – unabhängig davon, ob sie oder ihre Eltern in Berlin, Dresden, Istanbul, Herne oder Maputo geboren wurden?

Wie sah diese Gegend Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Weimarer Republik, in der Nazizeit und zwischen 1945 und 1961 aus? Was hat sich danach getan, z.B. was Gentrifizierung/Verdrängung von Mieter*Innen einerseits und Entwürfe für eine soziale Stadt andererseits anbelangt?

Wir werden uns zwischen dem Oranienplatz, der Sebastianstraße, die sowohl in Mitte als auch in Kreuzberg liegt, dem Moritzplatz und der Otto-Suhr-Siedlung in Kreuzberg, sowie der Leipziger Straße und der Zimmerstraße in Mitte bewegen – bis hin zum Checkpoint Charlie, dem wohl berühmtesten Grenzübergang durch die Berliner Mauer.

Dort steht seit 2012 das Panorama „Die Mauer“ des Künstlers Yadegar Asisi, in das wir gemeinsam einkehren werden. Dieses Panorama stellt eine Mauerszene aus den 80er Jahren an der Sebastianstraße in Kreuzberg/Mitte im Maßstab 1:1 dar. Wir tauchen in ein Bild des Kontrastes zwischen Ost und West der geteilten Stadt Berlin ein. Darin wird auch das Verhältnis von politischer Repression und demokratischem Widerstand veranschaulicht. Alte Originalzitate von Politiker*innen aus Ost und West aus sind dabei zu hören. Eine Ausstellung führt mit ca. 80 Privatfotos und Filmausschnitten in die Zeit der Teilung und des Mauerbaus und –falls ein.

Treffpunkt für den Spaziergang: Am Oranienplatz, Ecke neben der Bushaltestelle M 29 Richtung Moritzplatz/ M29>Roseneck

Die Teilnahme am Spaziergang und dem Besuch des Mauer-Panoramas ist kostenfrei.
Die Anmeldung ist verpflichtend, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Der Spaziergang findet auch bei feuchtem Wetter statt, dann bitte einen Schirm mitbringen.

Referent:
Martin Forberg (MA Neuere Geschichte, Dozent und freier Journalist, Mitglied im Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung )

Diese Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin realisiert.