26. Sept. - 6. Okt. 2019 (Plätze frei geworden!)

Kurdistan (Irak)

Reiseleitung: Christoph Dinkelaker

Erbil, Denkmal für Masud Barzani, ehemal. Präsident der Kurdischen Autonomieregion in Nordirak Bild: Annalena Sippl

Erbil – Sulaimaniya – Halabja – Dohuk – Lalesh – Amediyeh

Die kurdische Autonomieregion im Norden des Irak ist nach der Vertreibung des IS aus Mossul wieder eine befriedete Region. Hier träumen viele Kurden vom eigenen Staat - und versuchen, ihn aufzubauen. Bei der Reise werden Sie NGO-Aktivisten, Journalisten und Politiker treffen und die Lebensbedingungen in dieser oft turbulenten Region kennen lernen, dazu gehören auch die Auseinandersetzungen innerhalb der Kurden über ihre Zukunft.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: ab 2.220 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER:

Alsharq-Reise, Berlin;

Tel: 030-403637210,

info@alsharq-reise.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden;  Anmeldung zur Reise Okt. 2019

Wir fliegen direkt von Istanbul nach Erbil, in die Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Norden des Irak – wie seit Jahren viele Geschäftsleute, Journalisten und Mitarbeiter internationaler Organisationen, die u.a. Projekte der sich entwickelnden Zivilgesellschaft unterstützen.

Christoph Dinkelaker, Islamwissenschaftler und Politologe, Mitinhaber von Alsharq-Reise

Im Land fahren wir mit einem Kleinbus zunächst nach Südosten in die kulturelle Hauptstadt Sulaimaniya und besuchen in Halabja, nahe der Grenze zum Iran, die Gedenkstätte für die Giftgasopfer der Luftwaffe Saddam Husseins 1988.

Dann geht es nach Nordwesten fast bis zur türkischen Grenze in die Provinzhauptstadt Dohuk. Sie ist Zufluchtsort zahlreicher Geflüchteter aus dem Zentralirak, dem Sindjar-Gebirge und aus Nord-Syrien. In der Umgebung besuchen wir das jesidische Heiligtum Lalesh und werden uns mit den religiösen Minderheiten im Land beschäftigen.

Am Fuße des Gara-Gebirges an der Grenze zur Türkei Bild: Annalena Sippl

Wohin steuert Irakisch-Kurdistan? Nicht wenige Kurdinnen und Kurden sehen das selbst verwaltete Projekt im Nordirak als Beginn der Verwirklichung des lang gehegten Traums eines kurdischen Staats, der die gegenwärtigen Landesgrenzen der Region überwindet. Andere politische Positionen stellen den Charakter des Nordiraks als sicheren Zufluchtsort für religiöse und ethnische Minderheiten in den Vordergrund. Doch es gibt auch Stimmen, die sich für eine Wiedereingliederung der autonomen Region in die einst so wirtschaftsstarke Republik Irak fordern.Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in diesem Prozess.

Seit fast 30 Jahren bestimmen die Kurd*innen im Norden des Irak ihre eigenen Geschicke. Form und Grad der Selbstbestimmung sind indes innerhalb der kurdischen politischen Führung und vis-à-vis der mächtigen Nachbarn weiterhin umstritten und umkämpft. Die Erfahrungen von Unterdrückung und Vertreibung durch Saddam Husseins Baath-Regime prägen bis heute das Bewusstsein der Bevölkerung. Die Angriffe des sogenannten Islamischen Staates in den Jahren 2014 und 2015 sowie die Auseinandersetzungen mit der irakischen Armee und schiitischen Milizen infolge des Referendums 2017 haben bei vielen das Gefühl verstärkt, sich in einer feindlich gesinnten Umgebung behaupten zu müssen.

Dabei ist die gewaltvolle Vergangenheit nur eines von vielen Themen, die die Menschen in Irakisch-Kurdistan beschäftigen: Etwa die Konflikte mit der irakischen Zentralregierung oder die umfassende Abhängigkeit von der Türkei und von Iran, die jederzeit ihre Grenzen für Waren- und Personenverkehr schließen können. Aber auch das Streben nach geschlechtlicher Gleichberechtigung, Kampf gegen Korruption, Vetternwirtschaft und autoritäre Strukturen oder das Drängen auf einen aktiveren Naturschutz.

Auch wirtschaftlich steht die ölreiche Autonomieregion vor großen Herausforderungen: Gated Communities, Shopping Malls und Luxus-Restaurants weisen auf einen immensen Reichtum hin. Dieser beschränkt sich jedoch auf die Großstädte und wird dem Großteil der Bevölkerung nicht zuteil. Der Unmut der Zivilgesellschaft entzündet sich immer wieder an Verteilungsfragen

Frauen beim Fest in Lalesh Bild: Annalena Sippl

Thematische Schwerpunkte der Reise

Unser Hauptaugenmerk auf dieser Reise liegt auf der Rolle der Zivilgesellschaft. Wie schätzen Frauenorganisationen, Student*innen, Künstler*innen, Journalist*innen, religiöse Minderheiten oder alte Peshmerga die gegenwärtige politische Lage ein? Wie gestaltet sich zivilgesellschaftlicher Aktivismus? Im Rahmen vieler Begegnungen werden wir diese Fragen persönlich stellen können.

Zudem werden wir die Möglichkeit haben, auch Abgeordneten und Provinzgouverneuren zu sprechen. Dies wird uns Einblicke in innerkurdische Konkurrenz, in die Rolle außerparlamentarische Kräfte und in das Verhältnis von Iraks Kurd*innen zu denen in Syrien, Iran und der Türkei ermöglichen.

Auch werden wir uns dem Thema Religion widmen: Irakisch-Kurdistan ist eine religiös vielfältige Region und beherbergt viele religiöse Minderheiten. Wie gestaltet sich etwa die Situation von Jesid*innen oder Christ*innen? Wie geht die politische Elite mit der religiösen Vielfalt im Land um? Welche Verflechtungen zwischen Religion und Politik lassen sich erkennen?