18. - 25. Sept. 2021: Bosnien und Herzegowina

Reiseleitung: Erich Rathfelder in Kooperation mit Amela Maldosevic

„Stari most“ – die alte Brücke ist das Wahrzeichen von Mostar Bild: Archiv

Sarajevo - Mostar - Jablanica - Visegrad - Gorazde - Srebrenica

Diese Reise findet bereits seit zwölf Jahren mit verschiedenen Routen statt. 2020 machen wir erstmals keine Rundreise mehr, sondern unternehmen von Sarajevo aus mehrere Tagesexkursionen.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS:  hier bis Dez. 2020 (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: Tour mit Schanz, Wildberg, Tel: 07054 9265-0, anz@tour-mit-schanz.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

 

Link zur online-Buchung: hier bis Dezember 2020

Die erste führt nach Mostar, das noch vom bosniakisch-kroatischen Konflikt geprägt ist, außerdem fahren wir nach Srebrenica sowie nach Visegrad und in die bosnische Enklave Gorazde. An den anderen Tagen bleiben wir in Sarajevo, wo wir Gespräche auch mit einheimischen und auch  internationalen Beobachtern führen werden.

Erich Rathfelder, taz- Korrepondent auf dem Balkan seit 1991, lebt  in Sarajevo

Amela Maldosevic, Historikerin aus Sarajevo

 

 

 

Wie immer bei dieser taz-Reise werden wir mit politischen Akteuren, Funktionsträgern und Projekten der Zivilgesellschaft zusammen treffen, doch dabei auch die herrliche Landschaft, gutes Essen sowie den Wein der Region genießen.

Gleich zu Beginn werden Sie das Flair von Sarajevo erleben können. Und dabei einige interessante Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft kennenlernen.

Geschichtsträchtiges Sarajevo

Sarajevo gehört zu den magischen Städten in Europa. Obwohl eigentlich an der Peripherie gelegen, hat die Stadt im letzten Jahrhundert zwei Mal die europäische Geschichte nachhaltig beeinflusst. 1914, als serbische Extremisten den Thronfolger des Habsburgerreiches ermordeten, was zum Anlass für den I. Weltkrieg werden sollte. Und 1992, als die über dreieinhalb Jahre von serbischen Truppen belagerte Stadt trotz großer Opfer dem Angriff standhielt.

Die Altstadt von Sarajevo Bild: Archiv

Viele haben Sarajevo damals mit dem belagerten Madrid 1936 verglichen, nur blieben die internationalen Brigaden zur Verteidigung der Stadt aus. Dafür kamen UN-Truppen, die zur Enttäuschung der Einwohner lediglich humanitäre Hilfe in die Stadt bringen durften.

Der Krieg hat Fakten geschaffen. Das einstmals multikulturelle, multireligiöse Bosnien wurde in seiner Identität schwer erschüttert, die sogenannten „ethnischen Säuberungen“ haben Gräben zwischen den Bevölkerungsgruppen der Bosniaken (Muslime), der Serben (Orthodoxe) und der Kroaten (Katholiken) aufgeworfen, die einstmals vor dem Einmarsch der Nazis 1941 in Sarajevo dominierende Gruppe der Juden ist nach dem letzten Krieg auf 800 Menschen geschrumpft.

Im Kontakt mit der aktuellen politischen Dynamik

Doch Bosnien und Herzegowina und vor allem die Hauptstadt Sarajevo ziehen in den letzten Jahren immer mehr Besucher an. Und die meisten sind überrascht vom Wiederaufbau der Stadt, vom Flair und der offenen, tolerante Atmosphäre.

Ein Blick über die bosnische Hauptstadt Sarajevo Bild: Archiv

Nach wie vor werden die Konflikte von Nationalisten in allen drei Bevölkerungsgruppen geschürt. Doch nach wie vor gibt es auch das Bosnien der Toleranz und des geordneten Mit- und Nebeneinanders. Städte wie Sarajevo stehen für diese Tradition. Bei den letzten Wahlen im Oktober 2018 wurden in den Großstädten Sarajevo, Zenica, Tuzla und Bihac linke Mehrheiten gewählt. Junge Leute wollen eine Perspektive im eigenen Land erreichen, wollen die Dinge verändern, die Mehrheit der Bevölkerung will vor allem eines: Frieden, eine wirtschaftliche Entwicklung und langfristig die Aufnahme in die Europäische Union.Doch angesichts der Blockadepolitik der Nationalisten aller Seiten verlassen immer mehr ausgebildete junge Menschen das Land.

Die spannende Frage, wie ein Land, das durch einen der grausamsten Kriege des vorletzten Jahrzehnts gegangen ist, eine demokratische Normalität entwickeln kann, wird auch auf dieser Reise nicht vollständig beantwortet werden. Aber Sie werden den Stand der Dinge vor allem bei Gesprächen mit Menschen aus der Zivilgesellschaft konkret erfahren können. Und damit Einsichten gewinnen, die auch für andere Konfliktherde der Welt von Bedeutung sind.

Die Reise wird vom langjährigen taz-Korrespondenten vor Ort, Erich Rathfelder, und der Kunsthistorikerin Amela Maldosevic organisiert und begleitet. Seit 1991 hat Erich Rathfelder die Kriege und den Friedensprozess auf dem Balkan durchlebt und beschrieben – und kennt das Land wie kaum ein anderer.

„Stecak“ heißt der charakteristische altbosnische Grabstein – was in etwa „Schlafender“ bedeutet Bild: Amela Maldosevic