12.-16. Juli + 14.-18. Aug. 2022 mit taz-Autor Holger Pauler und Rolf Schwermer: Bochum und Essen - grünes Ruhrgebiet

Kultur und Medien statt Kohle und Stahl, ökologischer Umbau und Energiewende, Geschichte sozialer Bewegungen

Schacht 12 der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen Bild: © Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Zum Programm gehören u.a. der Besuch des Weltkulturerbes Zollverein, der Solargenossenschaft Essen und des Journalisten-Kollektivs CORRECTIV; wir fahren per Bahn und per Rad, u.a. über eine ehemalige Erzbahntrasse, durch Naherholungsgebiete und in umliegende Städte (Essen, Bottrop, Gelsenkirchen) – mit 4 Übernachtungen im Art Hotel Tucholsky in Bochum.

840 € (DZ/HP/ohne Anreise), Einzelzimmer-Zuschlag: 68 € Mindestteilnehmer 8 Personen

Reiseveranstalter: Ventus Reisen, Berlin office@ventus.com,  Tel.: 030-39 10 03 32, 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

- Reiseleitung durch taz-Autor Holger Pauler

- 4 Übernachtungen im Art Hotel Tucholsky (inkl. Abendessen plus Mittagessen am letzten Tag)

- 4 Touren in die Umgebung (Bottrop, Essen, Baldeneysee), teilweise per Rad über still gelegte Bergbau-Anlagen

- Besuch umgewandelter Zechen (Weltkulturerbe Zollverein, Zeche Prosper-Haniel)

- Treffen mit Umwelt-Projekten (Schülerfirma Green Club, Solargenossenschaft Essen u.a.)

HIER die weiteren Leistungen

Die taz-Reise ins Ruhrgebiet lenkt den Blick auf die großen Umbrüche der letzten Jahrzehnte: von der Schwer- industrie zu alternativen Energien bzw. von der Arbeiter- zur Alternativ- bewegung.

Holger Pauler, Autor und Journalist (WDR, taz u.a.), 2003 bis 2007 Redakteur "taz-ruhr"

in Kooperation mit Rolf Schwermer, Vorstand Solargenos- senschaft Essen e.G.

www.rolf-schwermer.de 

- Strukturwandel des Ruhrgebiets

- Energiewende / ökologi. Umbau

- Klimaschutz im Alltag

- neue journalistische Formate

- Geschichte sozialer Bewegungen im Ruhrgebiet

- 2 Radtouren: über Erzbahntrasse (ca. 1,5 Std) nach Essen sowie über Ruhrtal-Radweg (ca. 2,5 Std) zum Baldeneysee

- Besichtigung des ehem. Zechen- geländes Zollverein, inkl. Besuch des Ruhr- u. des Design-Museums

- Besuch der Solargenossenschaft Essen e.G

- Treffen mit Schüler*innen des Projekts „The Green Club“

- Besuch eines Modellprojekts für urbane Landwirtschaft nach Permakultur-Prinzipien

- Besuch der Journalisten-Gruppe „Correktiv – Recherchen für die Gesellschaft“

- Besuch des Archivs für soziale Bewegungen (Ruhr-Universität)

Teilnahme nur für Geimpfte oder Genesene

Die Reiseleitung achtet während der Reise auf die Einhaltung der Corona-AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken).

Das Hotel hat seine Service auf diese Regeln eingestellt. Die Corona-Verordnungen von NRW finden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser.

Vor der Reise erhalten Sie vom Veranstalter eine aktuelle Übersicht der Regelungen.

Historische Industrieanlagen wurden zu Oasen einer neuen Kultur, in den Nischen der Großstädte gedeihen ökologische Projekte urbaner Land- wirtschaft und unabhängige Journalisten wirbeln die monopolisti- sche Medienlandschaft auf (ein Video über den Wandel in Essen: HIER).

Bei der Reise lernen Sie mehrere Journalisten kennen, die von 2003 bis 2007 eine Regionalausgabe der taz („taz ruhr“) aufgebaut hatten. Dazu gehört auch Reiseleiter Holger Pauler, der Sie am 12. Juli bzw. am 14. August im Art Hotel Tucholsky in Bochum begrüßen wird.

Am nächsten Morgen führt uns eine erste Radtour von Bochum nach Essen-Steele. Dort treffen wir Schüler*innen, die aus einer Projektgruppe an ihrem Gymnasium die nachhaltige Schülerfirma „The Green Club“ gegründet haben und anschließend Rolf Schwermer und Wolfgang Froese von der Solargenossenschaft Essen eG.

Wir hören und sehen, was motivierte und engagierte Menschen gemeinsam für die Energiewende und für wirksamen lokalen Klimaschutz erreichen können, mit nachhaltigen Produkten, einem Permakultur-Schulgarten, mit kleinen und großen Solarstrom-Anlagen oder mit Mikro-Windenergie-Geräten – in einer Stadt, deren Politiker*innen es nicht schaffen, sich von der Einflussnahme durch den größten klimaschädigenden Energiekonzern Europas, der RWE AG, zu emanzipieren.

Schüler*innen vom "The Green Club" am Wolfskuhle Gymnasium in Essen Bild: The Green Club

Nach einer Mittagspause geht es über den Ruhrtal-Radweg zum Baldeney-See, einem Stausee der Ruhr, der in den 1930er Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme erbaut wurde.

Heute ist er ein attraktives Naherholungsgebiet. Einen Stopp legen wir an der 'geologischen Wand' bei der ehemaligen Zeche Carl Funke in Essen Heisingen ein. Dort erfahren wir mehr über die Anfänge des Ruhr-Bergbaus.

Wenige Kilometer weiter hat sich Alfred Krupp, Chef des berühmten Stahl-, Maschinenbau- und Rüstungs-Konzerns, 1870 ein herrschaftliches Haus mit fast 300 Zimmern in einem weitläufigen Park bauen lassen: die Villa Hügel. Daneben steht die Siedlung Gebrandenhof, wo die Arbeiter der Krupp-Fabriken wohnten und die Arbeiterinnen, die den Haushalt und die Care-Arbeit für die Krupp-Familie erledigten.

Ehemalige Zeche am Baldeneysee Bild: Archiv

Wir können unsere Leihfahrräder in Essen abgeben und fahren mit der Bahn nach Bochum zurück, wo wir in einem Restaurant den Tag ausklingen lassen.

Der nächste Tag steht im Zeichen von Kunst und Design an ehemaligen Hotspots von Kohle und Stahl. Ausgangspunkt ist der Bochumer Westpark. Bis in die 1980er Jahre hatte hier der Stahlkonzern „Bochumer Verein“ seine Produktionsstätten, mittlerweile ist der Westpark zu einem beliebten Treffpunkt für alle Generationen geworden, die sich hier zum Chillen und Grillen treffen.

Zentrales Bauwerk ist die Jahrhunderthalle, die im Jahr 1902 als Ausstellungsgebäude für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung errichtet wurde. Anschließend wurde sie im Bochumer Westpark wiederaufgebaut und als Gebläsehalle genutzt. Seit 2003 ist sie zentraler Spielort der Ruhrtriennale, einem der wichtigsten Festivals der modernen Künste in Europa.

Mit dem Fahrrad geht es über die Erzbahntrasse, die Kray-Wanner-Bahn und den Zollvereinweg zum Weltkulturerbe Zollverein. Früher lagen hier noch Schienen und mit Zügen wurde darauf Eisenerz aus den umliegenden Kokereien zu den Hochöfen des Bochumer Vereins transportiert. Heute ist die Trasse mit jährlich mehr als 20.000 Benutzern einer der beliebtesten Radwege im Revier.

Der Radweg auf der ehemaligen Erzbahnstrasse von Bochum zum Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen Bild: @ RVR - Wiciok

Die Tour führt über mehr als ein Dutzend modern designter Brücken, vorbei an stillgelegten Industrieanlagen, durch Schrebergärten, Wald- und Wohngebiete in den Essener Norden zur ehemaligen Zeche und Kokerei Zollverein.

Der Industriekomplex, seit 2001 UNESCO-Welterbe, gilt als eines der imposantesten Industriedenkmäler der Welt. Die streng symmetrische Anordnung der 20 Einzelgebäude ist vom Bauhaus-Motto „form follows function“ inspiriert. Seit der letzten Schicht im Jahre 1986 hat sich Zollverein in eine Stätte für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft verwandelt.

Nach einer rund einstündigen Führung durch das Zollverein-Gelände werden wir uns  evtl. in zwei Gruppen aufteilen und die beiden Museen auf dem Gelände besuchen: das Ruhr Museum mit seiner Dauerausstellung "100 Jahre Ruhrgebiet" zur Natur-, Industrie- und Sozialgeschichte der Region sowie das „Red Dot Design Museum“, das mit mehr als 2.000 Exponaten die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischen Designs bietet.

Die weitläufige Anlage der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen, heute Weltkulturerbe Bild: © Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Anschließend geht es, je nach Kondition, per Rad oder mit der Bahn zurück nach Bochum. Wer sich für die Radtour entscheidet, erhält auf dem Emscher-Radweg Einblick in die wechselhafte Geschichte des Flusses, der mit Beginn der Industrialisierung zum Abwasserkanal umfunktioniert wurde und beinahe ein Jahrhundert lang als Kloake der Schwerindustrie diente.

In den 1990er Jahren wurde begonnen, den Fluss zu renaturieren. Die Emscher wurde in ihr ursprüngliches Bett zurückverlegt und parallel entstand ein 51 km langer, unterirdischer Abwasserkanal. Das 5,4 Milliarden Euro teure Projekt wird in diesem Jahr abgeschlossen.

Zurück in Bochum treffen wir beim Abendessen den taz-Korrespondenten für das Ruhrgebiet, Andreas Wyputta.

Das blaue Pumpwerk am Emscher-Radweg Bild: Klaus Baumers EGLV

Am nächsten Tag fahren wir mit der Bahn nach Essen und besuchen die Redaktion des „CORRECTIV Recherche e.V.“, einer Gruppe unabhängiger investigativer Journalisten. Die Reporter*innen recherchieren langfristig und decken systematische Missstände, Korruption und unethisches Verhalten auf.

Große Bekanntheit haben Recherchen zum CumEx-Steuerskandal, die Aufdeckung der AfD-Spendenaffäre und Nachforschungen zu steigenden Mieten auf dem Wohnungsmarkt erlangt. Wir treffen uns unter anderem mit Gründer David Schraven, der auch zur Redaktion der ‚taz-ruhr‘ gehörte.

Zurück in Bochum geht es zum Institut für soziale Bewegungen. Als interdisziplinäre Einrichtung der Ruhr-Universität Bochum ist das ISB Teil der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets. Das Archiv selbst ist im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets beheimatet und bietet Studierenden, Forscher*innen und anderen Interessenten vielfältige Angebote − insbesondere für die Themenfelder „Soziale Bewegungen“ und „Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebiets“.

Nordsternpark am Emscher-Radweg - mit dem blauen Pumpwerk Bild: Archiv

Das Ruhrgebiet war Schauplatz zahlreicher Aufstände: Die Kämpfe für bessere Arbeitsbedingungen in der Montanindustrie sind ebenso legendär wie der Widerstand der Roten Ruhr-Armee gegen den Kapp-Putsch im Jahr 1920. Später hatte die 68er-Bewegung die neu gegründeten Hochschulen im Griff, während das Revier in den 1970er und 80er ein Hotspot der Alternativ- bewegung wurde. Ehemalige Zechen, Industriehallen und Bahnhöfe wurden Treffpunkte einer neuen Soziokultur. Archivar Holger Heith gibt uns Auskunft.

Am letzten Tag fahren wir mit einem Mietbus in den Essener Norden zur Bonnekamphöhe. Eine Stiftung betreibt dort, an der Grenze zu Bottrop, auf knapp drei Hektar ein Modellprojekt für urbane Landwirtschaft, nach Permakultur Prinzipien und zum Mitmachen. Ein Biologe gibt auf einem naturkundlichen Spaziergang Auskunft über den biologischen und urbanen Gartenbau.

Abschließend besichtigen wir die Halde der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop. Ein Thema ist die Konversion von alten Strukturen der ehemaligen Kohle-Zeche (Schließung 2018) zu einem dezentralen Groß-Speicher für erneuerbare Energien mit Hilfe von Schwerkraft-Energiespeichern und Untertage-Pumpspeicher-Kraftwerken. Gegen Mittag geht es zurück nach Bochum; dort endet die Reise nach einem späten Mittagessen.

Die Reiseleistungen im Einzelnen HIER

Das Projekt Bonnekamphöhe versteht sich als "solidarische Landwirtschaft mit Genussfaktor". Bild: Stiftung Bonnekamp

Beginn und Ende der Reise:

Wir treffen uns am Dienstag, den 12. Juli (bzw. am Sonntag, den 14. August) um 18 Uhr im Art Hotel Tucholsky in Bochum (15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt)

Ende der Reise: Samstag, 16. Juli (bzw. Donnerstag, 18. August) gegen 15 Uhr in Bochum / Art Hotel Tucholsky

Teilnahme nur für  Geimpfte bzw. Genesene möglich

 

Zur Sicherheit der Reisegruppe und unserer Gesprächspartner*innen müssen alle Reisenden von einer Covid-19-Erkrankung genesen oder vollständig geimpft sein. Das erweitert zudem die Möglichkeiten, sich während der Reise im Rahmen der lokalen Corona-Schutzregeln zu bewegen.

Die Corona-Verordnungen des Landes NRW finden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser. Vor der Reise erhalten Sie vom Veranstalter eine aktuelle Übersicht der Regelungen.

Während der Reise achtet die Reiseleitung auf die Einhaltung der Corona-AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken). Das Hotel hat seinen Service auf diese Regeln eingestellt.