piwik no script img

■ Daumenkino101 Dalmatiner

Die beste Szene in diesem Film geht so: Anita erklärt ihrer Ex-Chefin (Glenn Close), daß sie schwanger ist. „Oh, du armes Ding! Das tut mir ja unendlich leid!“ erwidert die Dame. „Und Welpen kriegen wir auch“, verkündet der stolze Ehemann trotzig. „Ach? Sie waren ja enorm tüchtig.“

Stephen Herek hat Walt Disneys „Pongo und Perdy“ neu verfilmt. Nicht als Zeichentrickfilm, sondern mit echten Menschen und Hunden. Glenn Close als böse Hexe Cruella DeVile trägt ein paar sehr schicke Pelzkostüme, die aufdringlich zur Schau stellen, daß sie unecht sind – wer soll da noch glauben, daß sie die Dalmatinerwelpen einfängt, um ihnen das Fell abzuziehen? Und von der obigen Szene abgesehen, ist die Familienpropaganda, die hier betrieben wird, schier unerträglich: Wenn Anitas Haushälterin den schwangeren Hund betrachtet, fallen Sätze wie: „Von Zeit zu Zeit hören wir die werdende Mutter vor lauter Glück und Zufriedenheit ganz zart aufseufzen.“ Da möchte man sich auf der Stelle in seine Popcorntüte übergeben. see

„101 Dalmatiner“. Regie: Stephen Herek

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 40.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen