: Schlange liegen auf dem Kulturforum
Nein, dies ist nicht die Mahnwache der Hartz-IV-Gegner vor dem Bundeswirtschaftsministerium: Hier nächtigen Münchner Touristen an der Neuen Nationalgalerie, um am Morgen möglichst als erste Einlass in die MoMA-Schau zu erhalten. Wer die 200 Werke aus New York, die nur noch bis zum 19. September in Berlin zu sehen sind, mit geradem Rücken betrachten möchte, sollte es den Campern vom Kulturforum gleichtun: Im Endspurt der Ausstellung liegt die Wartezeit günstigerenfalls zwischen 3 und 4 Stunden, am Wochenende sollen MoMA-Fans nach elf Schlange-Stunden auf dem Zahnfleisch vor die Van Goghs gerutscht sein. Immerhin: Im Rahmen der aktuellen Zumutbarkeitsdebatten demonstrieren die Art-Junkies vorbildhaften Durchhaltewillen. Ab 1. September sind die Exponate übrigens noch länger zu bewundern. Von Dienstag bis Donnerstag sowie sonntags bleibt die Nationalgalerie bis Mitternacht geöffnet, am Freitag und Samstag sogar bis 2 Uhr morgens. Wer nicht mehr reinkommt, rollt dann einfach den Schlafsack aus. Und beginnt den Tag um 8 Uhr mit Matisse und Mondrian. FOTO: AP