: Atommilitaristisches Vorgehen
betr.: „Gleisblockaden nicht ausschließen“, Interview mit Jürgen Sattari, Sprecher von Robin Wood, taz vom 11. 11. 04
Im Interesse unserer Kinder ist es wichtig, in einer Fußgängerzone mit höchstens 30 km/h zu fahren. Leuchtet jedem Menschen ein. Jedoch wendet man, wenn großes Kapital im Spiel ist, diese Sorgfalt nicht auf unserem Bahnnetz an. Der Castor, der die wohl gefährlichste Fracht des Menschendenkens enthält, darf mit 100 km/h durch unsere Botanik rasen …? Das darf doch nicht wahr sein! Genauso, wie ganz zufällig ein Mensch, der sich um unsere Zukunft Sorgen macht, auf den Gleisen liegt, hätte sich etwas weitaus Gefährliches, kaum Sichtbares auf den Gleisen befinden können! Kaum ist Kapital im Spiel, geben sich die Leute gegenseitig die Hand, die der Meinung sind, wenn es bei uns knallt, dann wandern wir eben aus.
PETER RENTZSCH
Sébastien wurde in Avricourt (FR) vom Atommüllzug getötet, seine Freunde kamen trotz dieses Grauens einfach in den Knast – drei Tage ohne jeglichen Anwaltsbeistand: Atommilitaristisches Vorgehen! Weil vorher schon eine Ankettaktion auf der derselben Strecke gut verlaufen war, hätte der Lokomotivführer achtsam sein und fest damit rechnen können, dass mehr Aktionen auf der Strecke möglich waren! Nach Tötung von Sébastien hätte der Todeszug nicht weiterfahren dürfen. Stattdessen rollte er mit hoher Geschwindigkeit weiter. Zeit ist Geld für Kapital- und Militärgeschäfte.
Dafür geht die Atomindustrie in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen über Leichen. Immer wieder fallen Menschen gutgläubig auf Beschwichtigungsversuche und gespielte Dialogbereitschaft der Atomindustrie und ihrer Büttel rein. Aber diese „Organe“ sind an ihren Taten und der Ausstiegslüge zu messen. Rund um die Welt gehen Menschen und Natur zugrunde durch die Verseuchungen des Umweltverbrechens, das verlogen „Kernkraft“ heißt und tödlichen Uranabbau samt Verstrahlung und Vergiftung der Welt ist, das soziale Gefüge und Kultur zerstört. Wer dazu hilft, das durchzusetzen, ist kein „Gesprächspartner“, sondern ein Gegner, egal in welcher Partei oder von welcher Seite. ILONA JOERDEN, Göhrde
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