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Klingeling, auf zur Konferenz!

Seit Montag gibt es eine Neuerung in der taz. Christian Specht läuft ab 9.30 Uhr mit einer Glocke durch das Haus. Was es damit auf sich hat, erklärt er hier selbst:

„Am Montagmorgen habe ich die Idee gehabt, mit einer Glocke durch das Haus zu laufen. Ich wollte die Leute mal wach rütteln, zur Konferenz um 9.45 Uhr zu kommen. Da besprechen wir die Themen des Tages. Ich habe ja meinen Schreibtisch im Konferenzraum, deshalb kann ich genau sehen, wer kommt und wer nicht. Es sind auf jeden Fall zu wenige! Vom Berlin-Teil sitzt zum Beispiel oft nur eine Person da. Ich möchte aber, dass wir mehr diskutieren, sonst können wir keine gute Zeitung machen.

In der Schule gibt es ja auch immer eine Klingel, dann wissen alle, wann der Unterricht oder die Pause anfängt. Das bräuchten wir hier auch. Am Montag bin ich nur durch den dritten Stock gelaufen. Die Leute fanden das toll, manche sind gleich aufgesprungen und mitgekommen. Das will ich jetzt jeden Tag machen. Und dann muss ich auch durchs ganze Haus, obwohl ich nicht gerne Treppen hochlaufe – aber ich werde es probieren. Die Glocke hatte ich übrigens schon vorher. Die benutze ich sonst in meinen Podcast ‚Specht hat Recht‘. Mit der Glocke entscheide ich immer, wer am Ende gewinnt.“

Christian Specht, Jg. 1969, ist seit 2017 der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Für die taz zeichnet er (un)regelmäßig den „Specht der Woche“. In seinem Podcast „Specht hat Recht“ lässt er alle 14 Tage zwei taz-Mitarbeiter:innen über ein Thema der Woche diskutieren.

Protokoll: Jasmin Kalarickal