briefe

Von Wien lernen?

„Die Woche in Berlin: Das große Touristen-Melken“,

taz vom 10. /11. 8. 2019

Warum nicht von Wien lernen? Dort gibt es ein speziell für Touristen gedachtes günstiges 3-Tages-Ticket für 17 Euro und zum selben Preis ein 7-Tages-Ticket (Montag bis Montag). Kein Zwang zum Kauf, kein Kostengeschacher, Verwaltungsaufwand null.

So etwas sollte doch auch in der Großen Kleinstadt Berlin – und nicht nur dort – möglich sein. Erstaunlich nur, dass der Blickwinkel oft so eng ist.

Hans-Jürgen Heckemann, Dresden

Oder von München?

„Grüne fordern Pflicht-Ticket

Das große Touristen-Melken“, taz.de vom 13. 8. 19

Wenn die U-Bahn oder die Fahrt mit ihr so schei*e (= dreckig, pöbelig, bettelnd, gewalttätig) ist wie in Berlin, braucht man sich nicht zu wundern, dass Touristen lieber mit Uber oder dem Taxi fahren.

München ist da mein liebstes Gegenbeispiel: Dort fährt auch das Publikum mit der U-Bahn in die Oper & ein Wagen ist maximal bis zur nächsten Endhaltestelle (zum Wenden, nicht zum Abstellen) verschmutzt. JLLOYD, taz.de

Vorreiter werden

„Selbst ist der Lieferant“, taz vom 14. 8. 19

Seit ein paar Tagen liegen im Vorgarten meines Nachbarmietshauses drei große leere Pizzaver­packungen mit dem orangefarbenen Logo von Lieferando. Wahrlich ist es nicht der erste achtlos weggeworfene Müll in meiner unmittelbaren Wohnumgebung. Dieses Ärgernis ist leider viel zu häufig allerorten!

Wenn nun die gekündigten Berliner Fahrer*innen ein Lieferkollektiv organisieren wollen, kann das eine gute Sache sein. Mit Hinweis auf den Artikel „,Kapital‘ gescheitert“ von Ulrike Hermann in derselben taz-Ausgabe ist es ja (fast) nicht möglich, als kleines Unternehmen am kapitalistischen Markt zu existieren. Ich jedenfalls unterstütze kleine Unternehmen und meide die „Großen“. Es freut mich, dass die Fahrer*innen auch über die Verpackungssituation nachdenken.

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich Essen nach Hause liefern lassen, schon allein wegen des Verpackungsmülls, aber auch weil ich nicht in die Verlegenheit komme, es zu brauchen. Für wen die Essenslieferung bis an die Wohnungstür jedoch attraktiv ist, dem lege ich nahe, darauf zu bestehen, dass das Essen in wiederverwertbarer Verpackung geliefert wird, die der Lieferservice gleich wieder mitnimmt, weil ja jeder zu Hause Geschirr hat für das gelieferte Essen!

Liebe Fahrer*innen, die ihr über ein Lieferkollektiv nachdenkt, ihr könntet genau hier Vorreiter werden. Vermutlich wird es schwierig, „herkömmliche“ Restaurants für diese Idee zu begeistern, aber vielleicht beziehungsweise hoffentlich springen biologische-vegetarische-vegane Essensanbieter*innen sowie ihre Konsument*innen darauf an.

Mechtild Lutze, Berlin

Gegen Smombies

„Berlin muss jetzt das Rollerfahren lernen“, taz vom 10./11. 8. 19

Ich denke, das Grundübel der heutigen Zeit, welches einen verantwortlichen Umgang mit E-Rollern in der Stadt so schwierig gestalten lässt, ist die allgemeine Ablenkung aller im Straßenverkehr befindlichen Gruppen durch das Smartphone.

Ich beobachte die Problematik täglich durch die Brille des Radfahrers und sehe, dass schon dem Radweg nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Beinahekollisionen mit „Smombies“ sind hier schon ein Riesenproblem. Nun kommt mit den Rollerfahrern für viele unkonzentrierte Verkehrsteilnehmer eine weitere Gefahr für alle Seiten dazu. Ullrich Herzau, Berlin

Dann nach Berlin

„Potsdam wird links und grün“, taz.de vom 14. 8. 19

taz.die tageszeitung Friedrichstr. 2110969 Berlin briefe@taz.de www.taz.de

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Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Als ein im Umland zwischen Potsdam und Berlin lebender Mensch wäre das für mich der letztendlich entscheidende Grund, meine Einkäufe (nicht die Lebensmittel) zukünftig in Berlin zu tätigen. Dort oder in den großen Einkaufszentren an der Autobahn kann ich parken und bin nicht auf den schwach ausgebauten und überteuerten ÖPNV angewiesen.

Für die Gastronomen in Potsdams Zentrum und gerade rund um die Brandenburger Straße tut es mir ebenfalls leid. Kann ich abends nicht parken, gehe ich woanders essen oder mich mit Freunden treffen. Berlin bietet auch da jede Menge Alternativen. Trabantus, taz.de

Drogen im Park

„Probleme im Görlitzer Park: ,Rassistische Stereotype ­bedient‘“, taz.de vom 13. 8. 19

Spannend der Versuch des Parkrats, die Aussagen der Ordnungsamtsmitarbeiter__innen zu diskreditieren. Und Symbolbilder nutzt ja auch beispielsweise die taz. Arbeitet die taz dann auch „quasifaktisch“?

Das Problem aus Sicht des Parkrats scheinen offenbar nicht die mit Drogen handelnden Parkläufer zu sein. Will man bei der Auswahl der Parkläufer künftig vorsichtiger sein? Anscheinend nicht. Schuld sind natürlich die Medien, die darüber berichten. Ist das nicht AfD-Sprech? Oh, und natürlich die „Migrations-, Drogen-, Wohnungs- und Tourismuspolitik“.

Na dann kann der Parkrat sich ja auch auflösen. Er kann doch eh nichts tun. Wer braucht ihn dann noch? Klagen ist zu wenig, dafür braucht ihn niemand.

Rero, taz.de