was tun in bremen?

Sa, 3. 8., 18 Uhr, Domshof

Freiräume nutzen

Der Domshof muss nicht veröden, wenn nachmittags die Marktstände abgebaut sind: Seit Mai wird dort unter dem Titel „open space Domshof“ in Regie einiger Ex-Studis der Hochschule für Künster mittwochs und samstags am frühen Abend spektakelt und performt – meistens musikalisch. Mit angenehmem Gitarrenpop – sie selbst sprechen von „sorgfältig ausgewählten Songs aus Pop, Rock, Jazz und Soul, aber das meint dasselbe – bespielen Sängerin Kerstin Burlage und Gitarrist Andreas Bäuml als „Duo Oakfish“ an diesem Samstag ab 18 Uhr die Bühne am Neptunbrunnen. Das hört sich gut an! Auch die Akustik ist im Schatten der Blumen­eschen gar nicht mal so übel! Fehlt nur noch ein wenig fliegende Gastronomie und die Idylle ist perfekt.

Sa, 3. 8., 11 Uhr, Haus der Wissenschaft

Jenseits von Blut und Boden

In der Reihe „Wissen um 11“ wird sich die Germanistin Bär­bel Kühn am Samstag im Haus der Wissenschaft dem neuen Drang zur literarischen Heimat-Gestaltung widmen: Die Vor­sit­zen­de des Bremer Spra­chen­rats und Mehrsprachigkeitsforscherin an der TU Darmstadt will in ihrem Vortrag „Heimat, Sprache und Literatur“ einen Überblick über die aktuelle Entwicklung geben. Angeblich sei es Edgar Reitz in den 1980er-Jahren gelungen, mit seiner Fernsehserie unter diesem Titel den Begriff „Heimat“ aus der „Schmuddelecke der Heftchenromane“ zu holen. Naja, im Grunde waren es ja eher die Thomas Bernhards und Gert Jonkes der 1960er-Jahre, die das literarische Erbe Oskar Maria Grafs antraten und daran erinnerten, dass Heimat nicht Blut und Boden und kein Idyll sein muss. Und man kann sich fragen, ob Reitz ohne die Heimatliteratur der 1970er-Jahre überhaupt zu denken ist, deren Höhepunkt wahrscheinlich Elfriede Jelineks „Die Liebhaberinnen“ und deren letzter Ausläufer Franz Xaver Kroetz’Mondscheinknecht waren. Aber der Rest wird schon stimmen. (bes)