unterm strich

Foto: dpa

Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda (Foto) ist am Sonntag nach längerer Krankheit mit 83 Jahren im Kreise seiner Familie in Baden-Baden gestorben. Burda war der Sohn des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda. Er machte zunächst eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern der Familie. Als Provokation gegen seinen Vater, zu dem er zeitlebens ein schwieriges Verhältnis gehabt hatte, kaufte er Ende der sechziger Jahre sein erstes Kunstwerk – eine knallrote geschlitzte Leinwand von Lucio Fontana. Nach dem Tod des Vaters und einigen unternehmerischen Flops verließ Burda 1986 das Familienunternehmen und wendete sich ganz dem Sammeln von Kunst zu. Kritiker bescheinigten Burda dabei ein fast unheimliches Gespür für den Kauf von Kunstwerken. Er entschied sich für die Kunst, die ihm gefiel oder ihm „Herzklopfen“ verursachte, sagt Frieder Burda : „Ich will schöne Bilder zeigen und niemanden belehren.“ Außerdem war er mit vielen Künstlern wie Gerhard Richter oder Arnulf Rainer, deren Werke in seiner Sammlung vertreten waren, auch persönlich befreundet. Um sich selbst und der Kunst ein Denkmal zu setzten und seine Sammlung öffentlich zugänglich zu machen, eröffnete er 2004 das Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Dort sind heute über 1.000 Bilder und Skulpturen zu sehen, unter anderem Werke von Gerhard Richter, Picasso oder Niki de Saint-Phalle. Das Museum wurde von dem New Yorker Star-Architekten Richard Meier erbaut und von Burda komplett selbst finanziert. Um den Fortbestand des Museums auch nach seinem Tod zu sichern, hatte er eine Stiftung gegründet, für deren Finanzierung er im Jahr 2015 bei einer Christies-Auktion einen Mark Rothko für 40,5 Millionen Dollar verkauft hatte. Dieser Verkauf sei ihm zwar schwer gefallen, so Burda später, jedoch könne er damit seine Sammlung und sein Museum mit Ausstellungsbetrieb „für viele Jahrzehnte im Voraus auf absolut sichere Beine stellen“.