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Rassistische Tweets: US-Präsident Trump ätzt gegen linke Demokratinnen

Trumps Rassismus“, konstatiert das US-Medienportal BuzzFeed, „erreicht ein neues Niveau.“ Tatsächlich hat die jüngste Serie von Tweets des US-Präsidenten kurz für Sprach- und dann für lautstarke Fassungslosigkeit gesorgt. Zielscheibe diesmal: die vier linken demokratischen Kongressabgeordneten Alexandra Ocasio-Cortéz aus New York, Ilhan Omar aus Minneapolis, Rashida Tlaib aus Detroit und Ayanna Pressley aus Boston. Die vier jungen Frauen mit Migrationshintergrund, im November vergangenen Jahres in den Kongress gewählt, sind aufgrund ihrer scharfen Kritik inzwischen als „the squad“ bekannt, das Schwadron.

Es sei „sehr interessant zu beobachten,“ schrieb Trump am Sonntag, „wie ‚progressive‘ demokratische Abgeordnete, die ursprünglich aus Ländern kamen, deren Regierungen eine komplette und totale Katastrophe sind, die schlechtesten, korruptesten und unfähigsten überhaupt auf der Welt (wenn sie überhaupt eine funktionierende Regierung haben), jetzt lautstark und vehement den Vereinigten Staaten, der großartigsten und mächtigsten Nation der Welt, erklären, wie unsere Regierung zu funktionieren habe. Warum gehen sie nicht nach Hause und helfen, die vollkommen kaputten und verbrechensverseuchten Orte aufzubauen, wo sie herkamen. Diese Länder brauchen eure Hilfe dringend, ihr könnt gar nicht früh genug gehen.“

Von den vier Abgeordneten sind drei in den USA geboren. Lediglich Ilhan Omar kam als Kind mit ihren asylsuchenden Eltern aus Somalia in die USA; sie hat seit dem Jahr 2000 die US-Staatsbürgerschaft.

In einem Nachsatz versuchte Trump noch, auf die innerdemokratischen Konflikte einzugehen. In mehreren Abstimmungen hatten die vier sich gegen die Linie der demokratischen Repräsentantenhaussprecherin Nancy Pelosi gestellt: „Ich bin sicher, dass Nancy Pelosi sehr glücklich wäre, schnell gute Reisearrangements zu treffen“, ätzte Trump.

Pelosi selbst reagierte schnell: „Wenn Donald Trump vier amerikanischen Abgeordneten sagt, sie sollten in ihre Länder zurückgehen, bestätigt er nur, dass sein Plan, ‚Amerika wieder groß zu machen‘, immer darum ging, Amerika wieder weiß zu machen. Unsere Diversity ist unsere Stärke und unsere Einheit ist unsere Kraft.“ Die angegriffene Ayanna Pressley schrieb: „So sieht Rassismus aus. Wir gehen nirgendwo hin außer nach Washington, um für die Familien zu kämpfen, die Sie jeden Tag marginalisieren.“

Die linke Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren stellte klar: „Das ist ihr Land“. Andere Twitter-Kommentatoren bauten darauf auf: Es stimmte, das Heimatland der vier werde von einer extrem korrupten und unfähigen Regierung geführt – die USA eben.

Bernd Pickert