tazūüźĺsachen

#twittergott, #CDU & #Antifa

Wir hatten unsere Leserschaft gewarnt. Im taz-Newsletter hatte Seite-1-Redakteur Bert Schulz am Dienstagabend geschrieben: ‚ÄěWir wissen ja, wie schwierig es ist, Ihnen Geschichten √ľber die Union zu verkaufen. Warum m√ľssen wir als taz-LeserInnen das erfahren ‚Äď wir w√§hlen die sowieso nicht.‚Äú Anschlie√üend empfahl der Kollege Schulz trotzdem unsere Titelgeschichte √ľber den CDU-Mann Ruprecht Polenz.

Polenz ist seit 2017 Politrentner. Zuvor sa√ü er f√ľr die CDU 19 Jahre im Bundestag, acht Jahre davon leitete der den Ausw√§rtigen Ausschuss. Polenz ist aber auch ein passionierter Kommunikator. Seit M√§rz diskutiert er auf Twitter, jener sozialen Plattform, auf der man leicht meinen k√∂nnte, die Welt best√ľnde einzig aus PolitikerInnen und JournalistInnen. Er ist dabei schlagfertig, jedoch nicht abkanzelnd. Au√üer wenn f√ľr eine Pointe der Faschismus relativiert wird, dann wird er grunds√§tzlich. Antifaschismus sei ‚Äěnicht links, sondern eine Haltung, die alle Demokraten einnehmen sollten‚Äú, hat er k√ľrzlich getwittert. Dar√ľber hat er mit uns in seinem Haus in M√ľnster gesprochen.

Unser Portr√§t hat nat√ľrlich nicht allen gefallen. Hugo M√ľller-Vogg, einst Herausgeber der FAZ, twitterte, Polenz bediene ‚Äěperfekt seine links-gr√ľne Gefolgschaft‚Äú. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hingegen sprach Polenz seine ‚ÄěVerehrung‚Äú aus. Und CDU-Youngster Diana Kinnert schrieb: ‚ÄěPolenz gewinnt mehr Sympathie, vor allem aber Offenheit, in der Mitte, als unsere Rechtsau√üen in z√§hlbaren √úberdruss verwandeln k√∂nnten.‚Äú Wir h√§tten es nicht kl√ľger formulieren k√∂nnen. Anja Maier