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taz goes Kasachstan

Man trifft sich immer zweimal im Leben. Vor wenigen Tagen wurde in der taz ein kleines Buch in russischer Sprache (erschienen 2018) abgegeben. Unter dem Titel „Das Berlin-Praktikum eines Journalisten“ ist ein Foto des „alten“ taz-Gebäudes in der Rudi-Dutschke-Straße abgebildet. Geschrieben hat es Aleksandr Werwekin aus der zentralasiatischen Republik Kasachstan, genauer gesagt aus der Stadt Pawlodar. Aleksandr war 2011 im Rahmen eines Programms der Freien Universität drei Monate in Berlin. Sechs Wochen davon verbrachte er in der Auslandsredaktion der taz.

Diese gesamte Zeit hat er gut genutzt. Er seziert in seinen Aufzeichnungen nicht nur das Innenleben der taz, sondern durchkämmt auch akribisch jeden Berliner Stadtteil – inklusive zweier Abstecher nach Tschechien und in die Niederlande.

Besonders angetan war Aleksandr vom taz Café, obwohl er – der überzeugte Fleischesser – am ausgeweiteten vegetarischen und veganen Angebot der heutigen Kantine wohl nur wenig Freude hätte. „Hier sind alle miteinander bekannt. Sogar die KellnerInnen kennen nicht nur alle JournalistInnen beim Namen, sondern arbeiten auch für die „taz-Idee“, schreibt er.

Für die Auslandsredaktion verfasste er seine Artikel auf Deutsch, wobei aus „Kinder aufziehen“ auch mal „Kinder züchten“ wurde, weil es dafür im Russischen nur ein Wort gibt.

„In der taz war es schwierig, einen gewöhnlichen Menschen zu finden, einen Typus,den man irgendwo zum zweiten Mal hätte treffen können“, schreibt er. Ob das wohl ein Lob ist? Barbara Oertel