Desiree Fischbach
sichtet die sozialen Bewegungen der Stadt

Wenn man aktuell durch die Straßen Berlins läuft, sieht man unter anderem Aufkleber von der rassistischen und faschistischen Identitären Bewegung oder aber etwa die Wahlplakate der genauso rechts gearteten AfD, da wird wieder offensichtlich, dass im Prinzip jede Woche antifaschistische Woche sein muss und das 365 Tage im Jahr – ein Leben lang. Antifaschismus und Widerstand gegen Rechtsextremismus sind nicht nur moralisch einwandfrei und als Gesinnung obligatorisch, sondern auch aktiv gelebt, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, die Pflicht aller Bürger*innen. Grundlage allen Handelns sind dabei Vernetzung sowie das Sammeln und Streuen von Informationen. Berlin ist und bleibt bunt!

Noch bis zum 28. April gibt es in der geschichtsträchtigen Zionskirche in Berlin-Mitte eine Ausstellung mit dem Titel „Immer wieder? Extreme Rechte und Gegenwehr in Berlin“. Die Ausstellung erzählt täglich von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 16 Uhr beispielhaft von zehn Ereignissen und dokumentiert den gesellschaftlichen Widerstand (18.–21. 4., Zionskirchplatz).

Am Freitag veranstaltet das Ujz Karlshorst ein Gespräch mit „Hände weg vom Wedding“, dem Zusammenschluss von unterschiedlichsten Menschen, die in ihrem Kiez solidarisch unter anderem gegen Rassismus kämpfen. Es wird hier auch Informationen für die Demo am 30. 4. geben (19. 4., Hönower Str. 30, offen ab 19 Uhr, Infoveranstaltung ab 20 Uhr).

Am Samstag spielen Punk- und Hardcore-Bands aus Tel Aviv, Helsinki, Potsdam und Göttingen im Archiv Potsdam beim No Tolerance For Intolerance“ – Hardcore/ Punk Fest. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: „United against the growing right wing scum“ und will mit etablieren und feiern, dass Punk und Hardcore Shows Veranstaltungen sind, bei denen sich alle Menschen wohl fühlen dürfen, ohne für ihre sexuelle Ausrichtung, Herkunft oder Aussehen be- und verurteilt zu werden (20. 4., Leipziger Straße 60, Potsdam, Doors 20 Uhr, Start 21 Uhr).

Am kommenden Mittwoch ist im neues deutschland Kultursalon Flüchtlingskrise? Wie Medien lügen Irmtraud Gutschke Moderatorin im Gespräch mit David Goeßmann über sein investigatives Sachbuch „Die Erfindung der bedrohten Republik. Wie Flüchtlinge und Demokratie entsorgt werden“. In diesem geht es um einen Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft, um Fehldarstellungen und tendenziöse Berichterstattung, wie etwa in den Berichten über die legendäre Kölner Silvesternacht vor vier Jahren (24. 4., Franz-Mehring-Platz 1, 18 Uhr).