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Ich grindele, du grindelst, er grindelt …

DFB-Präsident Reinhard Grindel kommt finanztechnisch in Erklärungsnöte

Wie immer die Finanzsache, mit der Reinhard Grindel sich gerade herumplagt, ausgehen mag, er hat dem deutschen Sprachschatz das schöne Tuwort „grindeln“ vermacht. Ich grindele, du grindelst, er grindelt. Da der Name Grindel im Althochdeutschen für einen Riegel oder eine Sperre benutzt wurde, ist klar, worauf sich das Verb grindeln bezieht: auf das Abriegeln. Ich mache zu, du machst zu, er macht zu. Das Zumachen respektive der Verbal-Catenaccio kann bisweilen auch in ein Schwafeln ausarten, in ein nichtssagendes Labern oder ein kurvenreiches Lavieren, nicht unähnlich dem trägen Dahinfließen eines Stroms, der sich der Mündung in Mäandern nähert.

Grindel muss gerade wieder viel grindeln, weil der Spiegel am Wochenende mit einer Zahl herausgerückt ist. Grindel, also der DFB-Präsident, hat als Aufsichtsrat einer gewissen DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft 78.000 Euro erhalten, obwohl er nur zweimal im Jahr ein bisschen beaufsichtigen musste. Dass er zu Beginn seines Amts als DFB-Chef monatliche Einkünfte in Höhe von 14.400 Euro hatte und seit seinem Einzug in die Regierungsräte von Uefa und Fifa 500.000 Euro jährlich bezieht, ist breiten Teilen der Öffentlichkeit nun auch bekannt. Diese Teile wie so mancher Fußballfunktionär kleineren Kalibers fragen sich, ob Grindel nicht ein wenig überbezahlt ist. Angeblich, schreibt die FAS, stehe eine Palastrevolution im Fußballbund an. Grindel, da könne er noch so viel Herumgrindeln, wanke. Und bald falle er. mv