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Auch du, Genosse!

Die taz gendert Texte. Und macht zum 8. März eine Frauentaz. Alles super. Wirklich? Natürlich nicht! Es gibt interne Statistiken darüber, wie viele Kommentare von Männern und wie viele von Frauen geschrieben wurden; wie viele Frauen im Vergleich zu Männern in der taz mit Bildern vertreten sind. Und dann gibt es noch diese Genderfragen im ganz banalen Alltag. Zum Beispiel in der Küche.

Im neuen Verlagshaus hat nämlich jede Etage eine eigene Teeküche. Früher gab es nur eine, im 1. Stock. Dort war klar geregelt, wie das mit dem Kaffeekochen und Tassenspülen ist. Im neuen Haus zeigen sich Planungsschwächen. In den ersten Wochen nach dem Umzug wurde gefühlt gar nicht mehr gespült. Frischer Kaffee war mehr Glücksache. Mittlerweile hat sich das eingependelt.

Aber im 3. Stock (Ausland, Inland, Online, Wirtschaft) haben Kolleginnen schnell erkannt, dass es immer die Gleichen sind, die morgens die Spülmaschine ausräumen, Kaffee kochen und die Vorräte auffüllen. Deswegen gibt es seit Weihnachten eine Liste. „Zauberei! Wir machen Unsichtbares sichtbar. Trage dich ein, wenn du etwas sauber gemacht hast, was du nicht schmutzig gemacht hast“, steht darüber.

Jetzt ist die Liste voll. Von 25 eingetragenen Personen sind 17 Frauen. 5-mal steht dort lediglich das Ressort, und genau 3 Mal ein Männername. Auf der Etage arbeiten schätzungsweise gleich viele Männer wie Frauen. Wir wissen nicht, wie es auf den anderen Etagen im neuen taz-Haus aussieht, vermuten aber: ähnlich. Da gibt es noch viel zu tun, gendertechnisch. Gaby Coldewey