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Geld: ja. Sex: nein.

Die Schauspielerin Asia Argento weist die Vorwürfe zurück, mit einem Minderjährigen Sex gehabt und ihm deswegen Schweigegeld gezahlt zu haben

Asia Argento war eine der ersten Frauen, die öffentlich erklärten, von dem US-Filmproduzenten Harvey Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Am vergangenen Wochenende berichtete die New York Times, dass Argento 2013 einen zu dem Zeitpunkt minderjährigen Schauspieler missbraucht haben soll. Nun hat sie sich erstmals zu den Vorwürfen geäußert. In einem Statement schrieb sie am Dienstag, dass sie sich dem Inhalt des Artikels „entschieden entgegenstellt“, “tief geschockt und verletzt“ sei. Mit dem heute 22-jährigen Jimmy Bennett habe sie nie eine sexuelle Beziehung gehabt. Sie räumt jedoch ein, dass ihr Partner, der kürzlich verstorbene Koch und Moderator Anthony Bourdain, Bennett im Frühjahr 380.000 Dollar überwiesen habe. Der Grund: Bennett, der Argento zufolge auch schon versucht hatte, seine eigene Familie auf Schadensersatz zu verklagen, habe damals „schwere finanzielle Probleme“ gehabt und daraufhin „exorbitant“ viel Geld verlangt. Seine Forderungen habe er gestellt, kurz nachdem Argento Weinstein beschuldigt hatte. Einen Zusammenhang stellt Argento in ihrem Schreiben nicht her – stattdessen begründet sie die Tatsache, dass sich Bennett ausgerechnet an sie gewendet habe, mit Anthony Bourdains Wohlstand und Bennetts Wissen darum. Bourdain sei es auch gewesen, der darauf bestanden habe, das Geld zu bezahlen und die Auseinandersetzung mit Bennett geheim zu halten. Man habe gemeinsam entschieden, „erbarmungsvoll“ mit Bennetts „Hilferuf“ umzugehen.

In der New York Times heißt es, dass der Zeitung Dokumente vorlägen, die belegen würden, dass sich Argentos Anwälte und Bennett auf 380.000 Dollar geeinigt hätten. Die Polizei in Los Angeles ermittelt nun.

Auch Harvey Weinstein hat sich mittlerweile über seinen Anwalt zu Wort gemeldet. Er sei „fast erleichtert“ angesichts der Vorwürfe gegen Asia Argento.

Tarana Burke, Erfinderin des Hashtags #MeToo und eine der Gründerinnen der Bewegung, schrieb auf Twitter, dass es bei sexueller Gewalt um MACHT und Privilegien gehe. „Und das ändert sich auch nicht, wenn der Täter dein Lieblingsschauspieler, -aktivist oder -professor ist – egal welchen Geschlechts.“ Sie warnte davor, dass Menschen die Bewegung nun diskreditieren werden: „Das dürfen wir nicht zulassen.“ (lgu