DEMO Anlässlich der heutigen Christopher-Street-Day-Parade in Bremen wird an der Bürgerschaft die Regenbogenflagge gehisst

Es weht bunt am Parlament

Zum ersten Mal nach 23 Jahren wird in Bremen am heutigen Samstag wieder eine Parade zum Christopher Street Day (CSD) veranstaltet.

Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen, Linken und FDP haben das zum Anlass genommen, um durch einen gemeinsamen Beschluss am Haus der Bürgerschaft die Regenbogenflagge zu hissen. In einer gemeinsam Erklärung der vier Fraktionen heißt es dazu unter anderem: „Nicht zuletzt, dass endlich die ‚Ehe für alle‘ Realität wird, ist ein guter Grund, morgen auf Bremens Straßen gemeinsam zu demonstrieren und zu feiern.“

Gleichzeitig, heißt es weiter, setze der CSD „aber auch ein Sig­nal der Solidarität, in einer Zeit, in der insbesondere Rechtspopulisten Schwule, Lesben, Transgender, Bi- und Intersexuelle wieder an den Rand drängen wollen“.

„Es gibt“, erklären die Fraktionen, „also nicht nur Grund zu feiern – es gibt weiterhin auch Grund zu kämpfen: gegen Homophobie und für die Anerkennung und Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Transgender, Bi- und Intersexuellen!“

Anders als in Hamburg, Berlin oder München weht die bunte Flagge aber nicht vom Bremer Rathaus. Zur Begründung hieß es aus dem Rathaus gegenüber Radio Bremen, das Haus sei „ein Regierungssitz und Flaggen sind Hoheitssymbole“. Dazu passe kein Regenbogen.

Der CSD startet um 13 Uhr am Breitenweg, die Kundgebung beginnt um 15 Uhr am Martini-Anleger. Ab 21 Uhr gibt es zwei offizielle CSD-Partys im Gleis 9 und im 2Raumclub. (taz)