DER RECHTE RAND WIE DIE NPD IHREN WAHLKAMPF BEGINNEN WILL

Kurz und klein

Wenn am Montag um 16 Uhr in Neumünster die NPD auf dem Großflecken eine Kundgebung zur Bundestagswahl 2013 abhält, dann soll das kein Großevent werden. Bis zu 25 Teilnehmer hat die Partei angemeldet. Parteikader werden mit einem Partei-LKW vorfahren, auf dem die Parolen „Einwanderung stoppen“ und „Raus aus dem Euro“ prangen. Einzelne Funktionäre der Partei sollen Reden halten.

Das Aktionskonzept setzte die Partei schon 2012 um: An einem Tag fährt eine Kleingruppe und Parteiprominenz mindestens zwei Städte mit dem LKW an. Am Montag ist die andere Station Schwerin, hier soll die „Deutschlandtour“ beginnen. Die NPD-Wahlkampftruppe könnte auch noch in Rostock kurz anhalten.

Mit der Aktion will die Partei nicht die Mitglieder mobilisieren, sondern flächendeckend Präsenz zeigen und mediale Debatten auslösen. Der NPD-Bundesvorsitzende, Holger Apfel, verkaufte diese Strategie anlässlich der Deutschlandtour 2012 als vollen Erfolg: „Mit geringstmöglichem Aufwand“ wäre die „öffentliche Aufmerksamkeit“ erzielt worden. Dass große Proteste die Auftritte begleiteten, sie teilweise frühzeitig abgebrochen wurden, soll so schön geredet werden. Dass Schlagzeilen nicht gleich zu Stimmengewinnen führen, offenbarten indes die letzten Wahlergebnisse der Partei.

Dass die Gegenaktionen die NPD-Kader stört, zeigt sich an den Geheimhaltungsbemühungen. Stadt, genauer Ort und Uhrzeit für einen Tourstopp versucht die Wahlkampfleitung so lang wie möglich geheim zu halten.

Vor der Tour wirbt Apfel bereits via Facebook. „Stelle gerade patriotische Begleitmusik für die Deutschlandfahrt zusammen“, schreibt er und bittet um Vorschläge, da er „gar nicht mehr ‚up to date‘“ sei. Eine Musikempfehlung: Noie Werte. Songs der Band, die sich 2010 auflöste, gefielen auch dem NSU. Das Trio unterlegte ihre Bekenner-DVDs mit Liedern der Gruppe.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland