: UNTERM STRICH
500 Dollar Strafe (zirka 390 Euro) und sechs Monate auf Bewährung: Dazu wurde jetzt die US-amerikanische Soulsängerin Erykah Badu verurteilt, nachdem sie sich im März für das Musikvideo „Windows Seat“ ausgezogen hatte, und das ausgerechnet im Dealey Plaza Park in Dallas, wo John F. Kennedy umgebracht wurde. Passanten nahmen an Badus Nacktheit Anstoß und zeigten die 39-jährige Grammy-Award-Gewinnerin an.
Laut einer am Mittwoch vorgestellten Studie droht in Deutschland vielen Museen und Theatern in den nächsten zehn Jahren die Schließung. Die Autoren von der internationalen Beratungsfirma A. T. Kearney kommen zu dem Fazit, dass jede zehnte Kultureinrichtung vor dem Aus stehe. Besonders betroffen seien kleinere Einrichtungen und solche, die ihre Gelder von den Gemeinden erhalten. Und was empfehlen die Berater als Gegenmaßnahme? Dass sich die Museen und Theater noch stärker nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichten, die Besucher als Konsumenten begreifen und sich neue Einnahmequellen erschließen. Ihre konkreten Tipps: Starköche einladen, Blockbuster-Ausstellungen konzipieren. Bleibt die Frage, ob eines „der weltweit größten Top-Management-Beratungsunternehmen“ (so steht’s auf der Website von A. T. Kearney) wirklich dazu taugt, Kunstvereinen und Stadttheatern vorzuschreiben, wie sie arbeiten sollen. Und: Mag sich eigentlich überhaupt noch jemand dieses neoliberale Mantra anhören?