was macht eigentlich ...… Christian Neuling?

Dem Staatsanwalt davonlaufen

4 Stunden, 26 Minuten, 39 Sekunden. Kein schlechte Zeit für einen Teilnehmer am Berlin-Marathon, jedenfalls nicht für einen Freizeitsportler Anfang sechzig. Selbst unser drahtiger Rathausreporter war am 24. September nur 2 Minuten schneller. Im Fall von Christian Neuling, 63, hat der mit Erfolg absolvierte Langstreckenlauf aber einen stark unsportlichen Beigeschmack: Der Ex-Aubis-Manager stünde eigentlich unter dem Vorwurf des Betrugs vor Gericht – gälte er nicht wegen seines mutmaßlich schlechten Gesundheitszustandes als verhandlungsunfähig.

Vielleicht erinnern Sie sich: Neuling und sein Geschäftspartner Klaus Wienhold sollen in den 90ern einen Millionenschwindel mit Plattenbauwohnungen eingefädelt haben – zum Schaden der landeseigenen Bank Berlin-Hyp. Dass das Duo dem Hyp-Chef Klaus Landowsky auch noch eine hübsche Bar-Spende zusteckte, löste den Bankenskandal aus und läutete das Ende der großen Koalition ein.

Jetzt will die Justiz ein neues medizinisches Gutachten erstellen lassen. Sollte der Amtsarzt Neuling für verhandlungsfähig erklären, würde der Prozess neu aufgerollt. Der Tipp kam übrigens von einem Staatsanwalt, der den vermeintlich Maladen auf der Strecke sichtete. Dabei kann jeder unter www.scc-events.com/events/berlin_marathon/2006/ergebnisse.php bequem die Zeiten von Startnummer 8854 aufrufen – nebst Fotos, die den rüstigen Renner mit hochgestreckten Fäusten beim Zieleinlauf zeigen. Mal sehen, ob auch das juristische Nachspiel Neuling Grund zum Jubeln gibt. CLP FOTO: AP