LESERINNENBRIEFE

Berichtigung

■ betr.: „Schlechte Nachrichten“, taz vom 28. 7. 14

Sehr geehrte Frau Goettle, in Ihrem Bericht „Das Werk von PR-Agenturen“ auf Seite 15 und 16 der Ausgabe vom 28. 7. 2014 schreiben Sie, dass Hill + Knowlton Strategies den Auftritt eines jungen Mädchens inszeniert hätte, um in der amerikanischen Öffentlichkeit für ein militärisches Eingreifen der USA zugunsten Kuwaits zu werben. Zu unserem allergrößten Bedauern ist die Information in Ihrem Artikel eine sich hartnäckig haltende Mär. Und auch wenn es uns in Zeiten sozialer Netzwerke leider nicht gelingt, diese Geschichte aus der Welt zu schaffen, möchten wir Ihrem Artikel trotzdem vollumfänglich und mit Nachdruck widersprechen und Sie um eine Richtigstellung ersuchen.

Richtig ist, dass Hill + Knowlton 1990 in den USA von einer Gruppe dort lebender kuwaitischer Bürger – „Citizens For A Free Kuwait“ – beauftragt wurde. Einige von ihnen hatten der früheren kuwaitischen Nationalversammlung angehört und/oder waren als Minister der früheren Regierung tätig. Wir wurden weder von der königlichen Familie Kuwaits noch von der kuwaitischen Regierung engagiert.

Der Auftrag der amerikanischen Kolleginnen und Kollegen von August bis Dezember 1990 war es, amerikanische Bürger über das Land Kuwait zu informieren: über seine Einwohner, die Fakten der irakischen Invasion und die Besetzung. Auf Wunsch von Thomas Lantos, US-Kongressabgeordneter und Vorsitzender der Anhörungskommission, haben wir auch mögliche amerikanische und kuwaitische Zeugen identifiziert, die nach der Invasion durch den Irak in Kuwait gewesen sind und Menschenrechtsverletzungen beobachtet haben.

Einer dieser Zeugen war Nayirah Al Sabah. Ihre Identität wurde auf allen Zeugenlisten für eine Kongressanhörung, deren Vorsitz der Kongressabgeordnete Tom Lantos hatte, vollständig offengelegt. Zum Schutz ihrer noch in Kuwait lebenden Verwandten wurde Nayirah Al Sabah bei ihrer Vorstellung vor ihrer Zeugenaussage in der Anhörung nicht als Tochter des kuwaitischen Botschafters identifiziert. Jedoch wurde ihre verwandtschaftliche Beziehung zu dem Botschafter weder vor den Kongressmitgliedern noch vor den Medien geheimgehalten. Außerdem wurde sie auf allen Zeugenlisten des Kongresses vermerkt. Dies ist übliche Praxis bei Anhörungen vor dem amerikanischen Kongress, insbesondere, wenn der Zeuge/die Zeugin Angst vor Vergeltung fürchten muss.

Die Zeugin steht bis heute zu ihrer Aussage, dass sie gesehen hat, wie Babys aus Brutkästen entfernt wurden, auch wenn sie dies nur ein einziges Mal selbst beobachtet hatte. Die Kanzlei Kroll and Associates, die von der kuwaitischen Regierung beauftragt wurde, die Gräueltaten seitens des Irak zu untersuchen, glaubt, dass Frau Al Sabah einen flüchtigen Blick auf ein einzelnes Ereignis werfen konnte oder einen Momenteindruck von diesem erhalten hat, woraus sich bei ihr nachträglich ein größerer Eindruck entwickelte. Doch auch der Abschlussbericht von Kroll and Associates stellt fest: „Aufgrund der Untersuchung kommt Kroll zu dem Ergebnis, dass kein Zweifel daran besteht, dass die Vergehen der Iraker während der Besetzung den Tod von Kindern nach sich zogen, wobei verschiedene Ursachen dafür verantwortlich waren – einschließlich der Entfernung von Babys aus Brutkästen.“

Ein weiteres Missverständnis liegt darin, dass Frau Al Sabah die Urheberin der Behauptungen bezüglich der Brutkästen sei. Gemäß Kroll stimmt dies nachweislich nicht: Diese Behauptungen kursierten mündlich und erschienen am 5. September 1990 erstmals in der Presse im London Daily Telegraph. Insgesamt gingen über 40 entsprechende Artikel durch die Nachrichtenagenturen und erschienen in Zeitungen, einschließlich der New York Times und der Washington Post, bevor Frau Al Sabah ihre Aussage machte.

Unsere amerikanischen Kolleginnen und Kollegen haben damals einen nach unserem Ermessen rechtschaffenen Klienten vertreten und unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Wir haben niemals die Entscheidung beeinflusst, ob die USA militärisch in Kuwait eingreifen sollten, und uns nie an Propaganda gleich welcher Art beteiligt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, die hohen moralischen und ethischen Grundsätze unseres Unternehmens zu achten und würden weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene die jeweiligen Gepflogenheiten der Öffentlichkeitsarbeit oder des Presse- und Informationsrechts bzw. eines anderen Rechts missachten.

Leider wird Ihr Artikel jetzt erneut als ein weiterer Beleg für die Richtigkeit all dieser Behauptungen herhalten. Es wäre daher schön gewesen und hätte journalistischen Stil bewiesen, hätte man uns, als die älteste Kommunikations- und Markenberatung auch in Deutschland, vor Erscheinen dieses Artikels kontaktiert.

ERNST PRIMOSCH, CEO and Chairman DACH

Zum Rindviech gehören Hörner

■ betr.: „Sieben Monate Bayern“, taz vom 31. 7. 14

Sorry, die Rindviecher auf der bayrischen Weide sind leider nicht normal! Sie haben keine Hörner. Zu jedem guten bayrischen Rindviech gehören aber Hörner. Die Verstümmelung von Tieren zur Vereinfachung der Haltung sollte weiterhin nicht „normal“ sein.

WOLFGANG SIEDLER, Langenhagen