…WAS MACHT EIGENTLICH ... der Berliner?

Auf lange Zugreisen hoffen

Zugfahren ist für die meisten Menschen eher notwendiges Fortbewegungsübel als spaßbringende Freizeitbeschäftigung. Trotzdem gibt es offenbar genügend Leute, die gerne – und sogar gerne lange – ihre Urlaubszeit im Zugabteil verbringen. Für sie gibt es jetzt ein neues Ziel.

Denn schon bald soll es laut der Deutschen Bahn möglich sein, von Berlin aus mit dem Zug direkt nach Irkutsk in Sibirien zu fahren. Das ist eine Strecke von 7.100 Kilometer und wäre damit die längste Zugverbindung, die vom Westen Europas aus startet. 120 Stunden respektive fünf Tage wird die Fahrt dauern. Bislang konnte der aktive Bahnfahrer auf direktem Weg höchstens nach Nowosibirsk gelangen – schlappe 5.300 Kilometer. Irkutsk allerdings liegt unweit des touristisch attraktiven Baikalsees.

Laut Bahn gibt es Überlegungen, ab Dezember Züge auf der Strecke fahren zu lassen. Die russische Bahn RZD will nicht so lange warten. Ihren Angaben zufolge wird die ostsibirische Bahn ihren Schnellzug zwischen Irkutsk und Minsk in Weißrussland bereits im Sommer zweimal – statt nur einmal die Woche – einsetzen. Wobei ein Teil des Zuges über Minsk hinaus nach Berlin weiterfahren soll.

Bleibt die Frage nach der Motivation der Fahrgäste. Glaubt man den zahlreichen Reiseberichten im Internet, dann soll im Besonderen der Austausch mit den anderen Reisenden im Zug interessant sein. Der trage zur Völkerverständigung bei. Das glaubt man gerne. Außerdem seien die Pritschen in den Schlafwagen gar nicht so unbequem. Aha. KEK

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