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Archiv-Artikel

UNTERM STRICH

Am Mittwochmorgen wurde der umstrittene französische Komiker und Polemiker Dieudonné M’bala M’bala festgenommen. Ein Dutzend Polizisten hätten ihn zu Hause aufgesucht und in Gewahrsam genommen, heißt es auf der Facebookseite des Komikers. Daneben sieht man Fotos von der Festnahme. Dieudonné wird „Verherrlichung des Terrorismus“ vorgeworfen. Grund dafür ist ein Facebookeintrag vom Sonntagabend, in dem der Komiker die Trauermärsche für die Opfer der Attentate in Frankreich mit den Worten kommentiert: „Je me sens Charlie Coulibaly“ („Ich fühle mich wie Charlie Coulibaly“). Damit spielt er auf den Attentäter Amédy Coulibaly an, der in der vergangen Woche eine Polizistin und vier Geiseln in einem jüdischen Supermarkt ermordet hatte. Als Reaktion auf die Aussage wurde am Montag ein Verfahren gegen Dieudonné eingeleitet. Zahlreiche Vertreter französischer Gemeinden, in denen der Komiker in den nächsten Wochen auftreten soll, sprachen sich zudem gegen sein Kommen aus. Auch der französische Premierminister Manuel Valls kritisierte Dieudonné am Dienstag in seiner Rede vor der Assemblée nationale.

Der Komiker sieht sich allerdings falsch verstanden. In einem offenen Brief an den Innenminister, Bernard Cazeneuve, veröffentlicht auf seiner Internetseite, heißt es: „Man will mir nicht zuhören. Man sucht einen Vorwand, um mich zu verbieten. Man sieht in mir einen Amédy Coulibaly, obwohl ich nicht anders bin als Charlie.“ Es ist nicht das erste Mal, dass Dieudonné wegen einer Äußerung Probleme mit der Justiz bekommt. Seit Jahren sieht er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitische und fremdenfeindliche Positionen zu vertreten. Wegen „Anstiftung zum rassistischen Hass“ wurde er bereits zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Die Berlinale gibt weitere Filme des diesjährigen Wettbewerbs bekannt. Ausgewählt wurden unter anderem „Taxi“ des iranischen Regisseurs Jafar Panahi, „Journal d’une femme de chambre“ von Benoît Jacquot und „Gone with the Bullets“ des chinesischen Filmemachers Wen Jiang. Außerdem zu sehen sind die polnische Produktion „Body“ von Malgorzata Szumowska und „Unsere sonnigen Tage“ des Vietnamesen Di Phan Dang. Auch ein Film von Werner Herzog findet sich im Programm: „Queen of the Desert“ heißt er und wartetet auf mit Schauspielern wie Nicole Kidman, James Franco und Robert Pattinson. Ein weiterer Beitrag ist „Victoria“ von Sebastian Schipper, einem deutschen Regisseur, der durch die Filme „Absolute Giganten“ und „Ein Freund von mir“ bekannt wurde.