: SPD protestiert: Reklame der Bewag ein „umweltpolitisches Foul“
Ein neues „umweltpolitisches Foul“ der Bewag hat gestern der energiepolitische Sprecher der SPD, Wolfgang Behrendt, angeprangert. Der Grund: Seit Montag wirbt der Energieversorger für die Warmwasserbereitung mit Strom. Mit einer Ausstellung in der Bewag-Beratungsstelle am Kudamm reiht sich die Gesellschaft damit in eine Kampagne der westdeutschen Stromerzeuger ein. „Elektroheizung und Warmwasser mit Strom schonen die Umwelt“ lautet das ebenso altbackene, wie sachlich falsche Motto des PR-Feldzugs.
Behrendt forderte gestern den Senat auf, der Bewag-Werbung entgegenzutreten. Von dem zuständigen Wirtschaftssenator Pieroth (CDU) war dazu gestern am späten Nachmittag keine Stellungnahme mehr zu erhalten. Der SPD-Abgeordnete erinnerte an die Forderung der Energie-Enquete-Kommission des Abgeordnetenhauses, zum Heizen und zur Wasserbereitung die Verwendung von Erdgas statt Strom zu fördern. Der Grund: Bei der Stromerzeugung wird die eingesetzte Primärenergie selbst bei Kraft-Wärme-Koppelung nur zu 60 Prozent genutzt. Entsprechend schlecht ist das Verhältnis von Energieertrag zu schädlichen Emissionen. Bei Erdgas dagegen beträgt die Energieausbeute laut Gasag über 90 Prozent.
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