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Menschenrechte

■ betr.: "Jahrtausendkonflikt in der Warteschleife" (Interview mit Johan Galtung zum Golfkonflikt, taz vom 24.8.90

betr.: „Jahrtausendkonflikt in der Warteschleife“ (Interview mit Johan Galtung zum Golfkonflikt), taz vom 24.8.90

Galtung verwendet gerade einen Halbsatz auf das, was auch er „grauenhafte Menschenrechtsverletzungen“ nennt, verbreitet sich aber über fast den ganzen Rest, über den ach so islamfeindlichen Westen. Die umgekehrte Verteilung wäre doch wohl die einzig akzeptable gewesen!

(...) Was bringt denn „(Wieder-)Islamisierung“, wie jüngst in Algerien? Doch wohl praktisch ausschließlich Wiederverstärkung von Sexualtabus, Frauenfeindlichem, Sharia -Wiedereinführungsforderungen. (...) Es kommt nicht darauf an, irgendwelche Mythologien und leere Formen („Christentum“, „Islam“) zu erhalten und die angeblich kolonialistisch bedrohten zu verteidigen, sondern durchzusetzen oder zumindest zu verlangen, daß gewissen menschenrechtlichen Minimalstandards nicht ständig Hohn gesprochen wird. Die sind nun mal leider europäischen Ursprungs; was ihnen nicht entspricht, ist objektiv rückständig oder rückschrittlich. In diesem Sinne bedarf es nicht weniger, sondern mehr Eurozentrismus; alles andere ist Verhöhnung der Opfer. „Kulturelle Identität“: Meistens ein Euphemismus, der sogar herhalten muß, um Dinge gegen selbstverständliche Verurteilung und Abschaffungsforderungen zu immunisieren, die es in der ganzen bekannten Geschichte Europas nicht gegeben hat und die die Kolonialisten jedes Recht gehabt hätten, auszurotten: so Klitorisbeschneidung, erhalten wohl nicht zufällig in „islamischen“ Gebieten Afrikas. (...)

Christian L.Dütschmann, Bochum (BRD

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