11.– 15. Juni + 3.– 7. Sept. 2023 mit Ines Jurkeit und taz-Nord-Redakteuren: Hamburg Inselhopping

"Hamburgs Wilder Osten", gezielte Gentrifizierung, alternative Hafenrundfahrt und das Weltnaturerbe Neuwerk im Wattenmeer vor der Elbmündung

Blick auf die Landungsbrücken und den Hamburger Hafen, der zum Großteil auf Elbinseln angelegt ist. Bild: Jugendherberge Hamburg Stintfang

Zum Programm gehören - neben Hafenrundfahrt und Ausflug zur Insel Neuwerk – Stadtspaziergänge auf fünf der innerstädtischen Flussinseln Hamburgs. Dabei entdecken wir u.a. die „Wasserkunst Kaltehofe“, wo der Hamburger Senat zum ersten Mal Trinkwasser aufbereitet hat, um 1893 die Cholera zu bekämpfen. Wir besuchen die Poliklinik Veddel, die sich um eine faire Gesundheitsversorgung für alle bemüht, und lassen uns zeigen, was die Internationale Bauausstellung mit dem Arbeiter- und Migranten-Stadtteil Wilhelmsburg gemacht hat.

990 € (DZ/HP/ohne Anreise), Einzelzimmer-Zuschlag: 120 €

Reiseveranstalter: Ventus Reisen, Berlin office@ventus.com,  Tel.: 030-39 10 03 32

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

- Reiseleitung durch Ines Jurkeit und Hamburger taz-Redakteure

- 3 Übernachtungen im Hotel Superbude in Hamburg St. Georg plus eine Übernachtung auf der Insel Neuwerk

- Spaziergänge über Hamburgs innerstädtische Elbinseln

- eine alternative Hafenrundfahrt

- Treffen mit Initiativen, Journalisten und anderen Experten vor Ort

- Besuch der Insel Neuwerk im Wattenmeer mit Übernachtung

HIER die weiteren Leistungen

Zur Begrüßung treffen wir uns in den Redaktionsräumen der taz-Nord in Hamburg St. Pauli. Dort erfahren Sie nicht nur etwas über die Arbeit der taz, sondern können auf einer großen Karte sehen, dass zentrale Stadtteile Hamburgs südlich und östlich des Zentrums eigentlich Inseln zwischen verschiedenen Elbläufen und Kanälen sind, darunter die größte Flussinsel Europas: Wilhelmsburg.

Ines Jurkeit in Kooperation mit Jan Kahlcke und Gernot Knödler (alle taz-Nord)

- Stadtentwicklung und Gentrifizierung

- Insel Neuwerk: Nationalpark Wattenmeer und Elbvertiefung

- Europas größte Flussinsel Wilhelmsburg: über 53.000 Einw.

- Geschichten vom Hamburger Hafen

- Erkundungen zu Fuß auf 5 innerstädtischen Elbinseln

- Alternative Hafenrundfahrt

- Besuch der „Wasserkunst Kaltehofe“ 

- Besuch der Poliklinik Veddel und der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg

- Diskussion mit Journalistin vom „Wilhelmsburger Inselrundblick“

- Kutschfahrt im Wattenmeer zur Insel Neuwerk

Teilnahme nur für  Geimpfte bzw. Genesene möglich

Details zur Geltungsdauer von Impfzertifikaten: HIER Die Reiseleitung achtet während der Reise auf die Einhaltung der Corona-Regeln (Abstand, Hygiene, FFP-2-Masken). Während der Reise achtet die Reiseleitung auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Beide Hotels haben ihren Service auf diese Regeln eingestellt. Die Corona-Verordnungen von Hamburg fienden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser.

Sie liegen eher abseits der üblichen Touristenrouten, stehen aber im Zentrum der Diskussionen um die zukünftige Stadtentwicklung Hamburgs. Das erfahren Sie bei der Reise in Begleitung von Reiseleiterin Ines Jurkeit (taz-Nord-Marketing) und den taz-Redakteuren Jan Kahlcke und Gernot Knödler.

Rothenburgsort

Eine S-Bahn-Station hinterm Hauptbahnhof fängt „Hamburgs Wilder Osten“ an. Und genauso heißt auch die rührige Initiative, die sich seit drei Jahrzehnten vor allem um die Stadtentwicklung in Rothenburgsort und Umgebung kümmert. Oder auf Rothenburgsort, wie es eigentlich heißen muss. Denn auch wenn man es nicht auf den ersten Blick sieht: Hamburgs zentralster abgehängter Stadtteil ist eine Insel, umschwappt von Norderelbe, Bille und Kanälen.

An einem ehemaligen Klohäuschen stellt uns Jan Kahlcke, heute der begleitende taz-Redakteur, einen bekannten Aktivisten aus Hamburgs wildem Osten vor: Ingo Böttcher. Er ist auch bei „Mikropol“ engagiert, der kleinen Initiative, die das Klohäuschen zu einem Stadtteilkulturzentrum umgebaut hat. Und die, der Name lässt es ahnen, eigentlich auf Größeres hinaus will: nämlich das benachbarte Gelände der ehemaligen Branntweinmonopol- Verwaltung einer nichtkommerziellen Nutzung zuführen, durch und für den Stadtteil. Erst recht, wenn der 200 Meter hohe Elbtower gebaut wird und seinen nicht nur physischen Schatten auf Rothenburgsort wirft.

"Wasserkunst" auf der Elbinsel Kaltehofe, die erste Trinkwasser-Aufbreitungsanlage Hamburgs (1893) Bild: Axel Heimken (dpa)

Kaltehofe

Ingo Böttcher führt uns auf die vorgelagerte nächste Insel, Kaltehofe. Dort baute Hamburg vor 130 Jahren seine erste Trinkwasseraufbereitung – nachdem die Cholera Tausende hingerafft hatte. Als sie nach 100 Jahren nicht mehr gebraucht wurde, verwilderte das Gebiet rund um die Becken und Türmchen der „Wasserkunst“.

In den Nullerjahren wollte die Stadt die Insel zu einer Art Wasser-Freizeitpark aufrüschen. Unter anderem Hamburgs Wilder Osten kämpfte gegen die Pläne und sorgte dafür, dass Kaltehofe blieb, was es war: ein frei zugängliches, wildes und kostenloses Naherholungsgebiet. Zuletzt war die Insel im Gespräch, weil sie helfen soll, die Umweltschäden der bislang letzten Elbvertiefung abzufedern: In einem der alten Trinkwasserbecken soll der vom Aussterben bedrohte Schierlingswasserfenchel heimisch werden, den weiter stromabwärts die schnellere Strömung wegreißt.

Die Veddel

Wir ziehen weiter, auf die nächste Insel: In den Klinker-Mietskasernen auf der Veddel, zwischen Bahngleisen und Hafenbecken, wohnten traditionell Hafenarbeiter:innen. Die sind heutzutage häufig eingewandert, meist schon lange keine Hafenarbeiter:innen mehr und unter anderem deswegen arm.

Mittag kann, wer will, in der Veddeler Fischgaststätte zu sich nehmen. Hier gibt es außer Backfisch nur Kartoffeln in verschiedenen Aggregatzuständen. Doch nach über 90 Jahren ist diese Institution bedroht: Die Stadt will sich ein neues Entree bauen, die Bretterbude soll weichen. Tausende Hamburger:innen haben bereits eine Petition gegen die Vertreibung unterschrieben.

Dass Gesundheitsversorgung eine Klassenfrage ist, hat die Corona-Pandemie einmal mehr gezeigt. Die Gründer der Poliklinik auf der Veddel um Tobias Filmar wussten das lange vorher und haben sich auf die Fahnen geschrieben, die strukturellen Nachteile des Quartiers auszugleichen. Tatsächlich gelang es ihnen, in der Frühphase der Pandemie ein eigenes, mehrsprachiges Impfangebot auf die Beine zu stellen, lange bevor die Stadt über so was nachdachte. Filmar erklärt uns, warum das wichtig war.

Fischgaststätte Veddel Bild: Marcus Brandt dpa

Die andere Hafenrundfahrt

Am Anleger des Auswanderermuseums Ballinstadt gehen wir an Bord einer Barkasse, die uns entlang der Inseln Kleiner Grasbrook und Steinwerder in den Hafen schippert. Hier werden Güter aus aller Welt gelagert, bewegt und verarbeitet. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig verändert.

Die Auswirkungen auf die Hafenarbeit, die Lebensqualität in den Hafenvierteln und die Umwelt macht uns die Hafengruppe Hamburg mit ihrer alternativen Hafenrundfahrt anschaulich, die wir neu ins Reiseprogramm aufgenommen haben. Die Barkasse bringt uns am Ende zurück ans Festland – zum Abendessen ins Portugiesenviertel.

Wilhelmsburg

Durch den Deichbau wurde im 18. Jahrhundert aus vielen kleinen Elbinseln der Stadtteil Wilhelmsburg. Diese größte Hamburger Insel zwischen der Norder- und der Süderelbe erkunden wir am nächsten Tag, wieder mit taz-Nord-Redaktieur Jan Kahlcke. Bis heute ist dieser Stadtteil so vielfältig, dass er nicht in einem Satz oder Foto zu fassen ist – nicht allein wegen der schieren Größe, sondern auch wegen der Vielzahl an architektonischen Stilen und interkulturellen Einflüssen.

Mehr als 53.000 Hamburger:innen leben hier, ein Viertel davon ist jünger als 25 Jahre alt. Wilhelmsburg ist jung, multikulturell und links. Ein bisschen weht hier der Vibe aus dem Schanzenviertel der 80er Jahre. Die vom Hamburger Senat erwünschte Gentrifizierung hat bisher nicht recht funktioniert, überall kleben Anti-Nazi oder Refugees-Welcome-Sticker und die Anwohner:innen rund um die Fährstraße tragen gern schwarze Kapuzenpullis.

Die Honigfabrik auf Wilhelmsburg Bild: Andrea Maestro

In der Veringstraße reihen sich Döner-Imbisse, portugiesische oder asiatische Restaurants und kleine Gemüseläden. Die Gründerzeitfassaden bröckeln hier und da, vermitteln aber ein urbanes Gefühl, während ein paar Ecken weiter dann Schafe auf einem Deich neben rostigen Schiffscontainern grasen. Es gibt in Wilhelmsburg Wohnblocks und Einfamilienhäuschen mit Garten, tausende Satellitenschüsseln mit denen Nachrichten aus den Heimatländern empfangen werden und ur-deutsche Gaststätten.

Sigrun Clausen kennt diese Nachbarschaft gut. Sie schreibt für die Stadtteilzeitung Wilhelmsburger Inselrundblick. Bei einem Spaziergang durch das Reiherstiegviertel berichtet sie uns gemeinsam mit Jan Kahlcke von Gentrifizierung, Zusammenleben und einem Stück unberührter Natur, das dem Wohnungsbau weichen soll: dem Wilden Wald. Der entstand nach der schweren Sturmflut 1962, von der Wilhelmsburg so stark betroffen war, wie kein anderes Gebiet. 315 Menschen verloren in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 ihr Leben, mehr als 200 allein in Wilhelmsburg.

Die Hintergründe dieser Tragödie erfahren wir im Anschluss an den Spaziergang in der Geschichtswerkstatt des Stadtteils. Die hat ihr Büro in der „Honigfabrik“, einem Backsteingebäude mit hohem Schornstein, das 1906 als Margarinefabrik geplant wurde. Später wurde hier Honig abgefüllt, seit 1978 ist es ein Kulturzentrum. Die Honigfabrik ist Sinnbild für die Industrialisierung des Arbeiter:innen-Stadtteils Wilhelmsburg. Hier gibt es im Café Pause (optional) auch ein Mittagessen.

Viertel mit IBA-Häusern Bild: Christian Charisius (dpa)

Danach widmen wir uns dem moderneren Gesicht Wilhelmsburgs. Hinter der S-Bahn-Station ist im Zuge der Internationalen Bauausstellung ein ganz neues Viertel entstanden. Der Hamburger Senat wollte so „den Sprung über die Elbe“ schaffen und die südlichen Viertel Hamburgs aufwerten, von denen im Norden einige meinen, sie gehörten schon zu Niedersachsen. Hier ist moderne Architektur zu bestaunen, gegen die Anwohner:innen nicht wenig protestiert haben.

Den Abend lassen wir in einem vietnamesischen Restaurant mitten in Wilhelmsburg ausklingen.

Insel Neuwerk im Wattenmeer

Die Insel Neuwerk ist Hamburgs Vorposten an der Elbmündung. Ihr Wahrzeichen ist ein im Jahre 1310 fertiggestellter Wehrturm, der die Hanseatischen Kaufleute und ihre Geschäftspartner gegen See- und Strandräuberei schützen sollte und als Seezeichen diente.

Auf der Insel mitten im hamburgischen Teil des Nationalparks Wattenmeer wohnen nur eine Handvoll Familien, die vom Tourismus und der Landwirtschaft leben. Draußen vor dem Deich tobt das Meer und fegt der Wind über das Watt – ein wilder, ganz besonderer Lebensraum, der von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden ist.

Pferdekutschen im Wattenmeere vor der Insel Neuwerk Bild: Gernot Knödler

Von Cuxhaven aus geht die Fahrt – da gerade Ebbe ist - mit taz-Redakteur Gernot Knödler auf pferdebespannten Wattwagen nach Neuwerk, begleitet von den spitzen Schreien der Möwen und Austernfischer. Direkt nach der Ankunft werden Sie auch zu Fuß eine kurze Exkursion ins Watt unternehmen, um zu erfahren, wie das Watt sich anfühlt und wie Würmer, Muscheln und Krebse mit den schwierigen Lebensbedingungen dort zu Rande kommen.

Am Nachmittag wird Gernot Knödler, der seit vielen Jahren für die taz in Hamburg arbeitet, über die Geschichte Neuwerks berichten, wie aus gescheiterten Hafenplänen eine künstliche Insel wurde und warum sich Hamburg schwertut, die Zufahrt zu seinem Hafen frei zu halten.

Am letzten Tag geht es dann noch einmal um Wind und Wasser und die Landschaft und was eigentlich den Nationalpark ausmacht. Nach dem Mittagessen wird etwas freie Zeit sein, um auf eigene Faust die Insel zu erkunden, etwa bei einem Spaziergang in den Salzwiesen oder einem Besuch der Gezeiten im Zeitraffer im Nationalparkhaus. Den Abschluss bildet die gemeinsame Rückfahrt in Wattwagen – anschließend geht es mit der Regionalbahn von Cuxhaven zurück zum Hamburger Hauptbahnhof.

Die Leistungen im Einzelnen HIER

Die Insel Neuwerk ist ein Vorposten Hamburgs im Wattenmeer vor der Elbmündung, rund 100 km vom Zentrum der Stadt entfernt Bild: Gernot Knödler

Beginn und Ende der Reise:

Wir treffen uns am Sonntag, den 11. Juni (bzw. 3. September), um 17 Uhr im Hotel Superbude in Hamburg St. Georg, Spaldingstr. 152 (15 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof)

Ende der Reise: Donnerstag 15. Juni (bzw. 7. September) gegen 17 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof

Die Reise kann auch ohne Hotel in Hamburg gebucht werden, Preisnachlass 150 €

und wer noch eine Nacht in Hamburg bleibt, kann im Hotel Superbude eine weitere Übernachtung buchen für ca. 55 € pro Person im DZ mit Frühstück

Teilnahme nur für  Geimpfte bzw. Genesene möglich

Zur Sicherheit der Reisegruppe und unserer Gesprächspartner*innen müssen alle Reisenden vollständig (d.h. mit Auffrischungsimpfung) geimpft sein oder in den letzten sechs Monaten vor Reiseantritt von einer Covid-19-Erkrankung genesen sein. Details dazu HIER.

Die Corona-Verordnungen von Hamburg finden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser.

Während der Reise achtet die Reiseleitung auf die Einhaltung der Corona-Regeln (Abstand, Hygiene, FFP-2-Masken). Beide Hotels haben ihren Service auf diese Regeln eingestellt.