27. April - 1. Mai 2021 mit taz-Autor Bernd Müllender : Aachen

Verkehrswende im Dreiländereck, Bürgerräte und Hambi-Protest

Der Aachener Dom, Baubeginn war im Jahr 795 unter Karl den Großen Bild: Archiv

Zum Programm gehören in der alten Kaiserstadt Aachen eine Stadttour zur geplanten Verkehrswende sowie Ausflüge ins Fahrrad-Paradies Maastricht und in die belgische Grenzregion, u. a. ins deutschsprachige Eupen (Thema dort: Bürgerräte). Mit einem Besuch im Hambacher Wald bei der Initiative gegen den Kohletagebau endet die Reise - mit 4 Übernachtungen in der Bischöflichen Akademie Aachen.

Preis: 690 € (DZ/HP/ohne Anreise), Einzelzimmer-Zuschlag: 60 € Mindestteilnehmer 8 Personen

Reiseveranstalter: Ventus Reisen, Berlin office@ventus.com,  Tel.: 030-39 10 03 32, 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

* Reiseleitung durch taz-Autor Bernd Müllender

* 4 Übernachtungen in der Bischöflichen Akademie Aachen (plus Abendessen in Restaurants)

* Stadttouren in Aachen, u.a. Radtour zur geplanten Verkehrswende

* Ausflüge nach Maastricht und nach Belgien (Kelmis und Eupen)

* Besuch des Hambacher Waldes / Protest gegen  Braunkohle-Tagebau

HIER die weiteren Leistungen 

Aachen, Deutschlands westlichste Stadt, klingt nach Kaiser Karl und Karlspreis, nach Printen, Alemannia, dem wunderschönen Dom und dem seltsamen Orden wider den tierischen Ernst.

Bernd Müllender         Buchautor und freier Journalist seit 1984 für die taz und viele andere (auch SZ, ZEIT)

* Verkehrswende in Aachen

* Bürgerräte in Eupen (Belgien)

* Protest gegen Braunkohle-Tagebau

* früher: viel umkämpfte Grenzregion mit oft skurriler Geschichte

* heute 'Euregio Maas-Rhein': Mobilität im Dreiländereck

* 2 Touren in Aachen: Radtour zu Planungen einer Fahrrad-gerechten Stadt und Thermalwasserprojekt der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen

* Treffen mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen bzw. ihrem Team zur Planung der Verkehrswende

* Ausflug nach Maastricht und Treffen mit Martin Unfried zum Thema: Mobilität in der 'Euregio Maas-Rhein'

* Besuch des ICE/Thalys-Bahnhofs Lüttich (Liège-Guillemins)

* 2 Ausflüge nach Belgien: Rundfahrt Vaals-Voeren -Hombourg-Kelmis und ins deutsch-sprachige Eupen 

* in Kelmis Besuch eines Museums zur Geschichte des Zwergstaates Neutral-Moresnet (1816 - 1919)

* in Eupen Treffen mit Mitgliedern des Bürgerrats der halbautonomen Region

* Besuch der Waldbesetzer*innen im Hambacher Wald, in Begleitung der Initiative „Buirer für Buir“ gegen den Braunkohle-Tagebau

Die Reiseleitung achtet während der Reise auf die Einhaltung der Corona- AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken).

Das Hotel hat seinen Service auf diese Regeln eingestellt. Die Corona-Verordnungen des Landes NRW finden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser

Vor der Reise erhalten Sie vom Veranstalter eine aktuelle Übersicht der Regelungen.

Die Stadt mit römischen Wurzeln ist heute quirlige Hochschulstadt.  Doch sie leidet im engen Talkessel noch mehr als andere Städte unter dem Autoverkehr und hat seit November 2020 (zusammen mit Bonn) die erste grüne  Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt.

Bei einer kleinen Radtour durch die Innenstadt erfahren wir die Notwendigkeit einer nachhaltigen Verkehrswende. Die Initiative „Radentscheid - Aachen sattelt auf“ hat 2019 den erfolgreichsten Radentscheid Deutschlands (20 Prozent Unterschriften aller Wahlberechtigten) auf die Beine gestellt, den der Stadtrat danach fast einstimmig angenommen hat.

Entstehen sollen bis 2027 gut hundert Kilometer abgetrennte Fahrradwege (auch an Hauptstraßen auf Kosten von Autospuren), sicher umgebaute Kreuzungen, Rad-Parkhäuser und weitere Maßnahmen für einen Fahrrad-gerechten Verkehr.

Angefragt ist ein Treffen mit der neuen Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen - eine Parteilose, die von den Grünen nominiert wurde. Sie (oder eine Person aus ihrem Team) wird uns erklären, wie man eine Verkehrswende offensiv ansteuert und welche Hürden des Alltags man dabei mühsam überklettern muss.

Maastricht ist die älteste Gemeinde der Niederlanden und ein Paradies für Fahrerad-Fahrer Bild: Archiv

Schon die Römer zog es wegen der vielen heißen Quellen nach Aachen. Unter fachkundiger Führung lernen wir die Thermalwasserroute rund um die heißen Quellen der Stadt kennen, ein Projekt der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

Faszinierend an Aachen ist nicht nur die über 2000 Jahre alte Stadt, sondern auch die Nachbarschaft: Zum einen die aufgeräumten Niederlande, die sich hier am Dreiländereck weit über Dünenhöhe erheben - bis auf fast alpine 322 Meter. Und dann das so unterschätzte Königreich Belgien, gern auch Anarchistan Europas genannt. Ausflüge in beide Länder sind Teil der Reise.

Dabei lernen wir auch die Spuren des ehemaligen Zwergstaates Neutral-Moresnet kennen: ein autonomes Gebiet rund um eine florierende Zinkmine, das nach dem Wiener Kongress als Provisorium geplant war und dann 103 Jahre lang (1816-1919) seltsamste Blüten trieb – als Steuer- paradies, Sehnsuchtsort für Kriegsdienstverweigerer, Schwarzbrenner-Eldorado, Esperanto-Hochburg - und jahrzehntelang Teil von Europas einzigem Vierländereck. Im belgischen Ort Kelmis entdecken wir die Geschichte des einstigen Zwergstaates im neu eröffneten Museum Vieille Montagne.

Der neue Bahnhof in Lüttich (Liège-Guillemins) ist ein Knotenpunkt im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz Bild: Archiv

Ein Ausflug führt uns nach Maastricht, in die älteste Gemeinde der Niederlande. Hier funktioniert dank intelligenter Stadtplanung der Spagat zwischen Beschaulichkeit und Moderne, weshalb die Autostadt Aachen neidisch auf eine attraktive Einkaufsstadt ohne Lärm und Abgase schaut. In Maastricht lernen wir bei einem Treffen mit taz-Autor Martin Unfried, der hier seit vielen Jahren lebt, was die Niederlande besser machen und wo es in Schengen-Europa gerade bei den Nachbargemeinden mit dem grenzfreien Leben noch hakt.

In Belgien besuchen wir ein halbes Dutzend grenznaher skurriler Orte und machen einen Kurzbesuch am architektonisch spektakulären Bahnhof Lüttich (Liège-Guillemins). Im deutschsprachigen Eupen gibt es staatliche Anstiftung zum bürgerschaftlichen Engagement: Bürgerräte. Ostbelgien als teilautonomes Gebiet (mit eigenem Ministerpräsidenten und Parlament für 77.000 Einwohner) hat 2018 per Gesetz einen dauerhaften Bürgerdialog initiiert.

Ein internationales Vorzeigeprojekt: Hier werden mit finanzieller und verwaltungspersoneller Unterstützung die Bürger*innen angestiftet, sich zu organisieren. Motto: Helft uns! Was erwartet ihr, was sollen wir tun?! Beteiligte werden uns Rede und Antwort stehen. Bei belgischem Bier und belgisches Abendessen wird uns der Eupener Romanautor Freddy Derwahl berichten, was so toll daran ist, Belgier zu sein.

Seit 17 Jahren kämpft die Initiative "Buirer für Buir" gegen den Braunkohle-Tagebau, in den letzten Jahren vor allem im Hambacher Wald. Bild: Buirer für Buir

Am letzten Tag geht es, gut 30 Kilometer östlich von Aachen, in den zauberhaften Hambacher Wald, um vom gesellschaftspolitischem Engagement der Baumbesetzer*innen zu erfahren. Gastgeber sind der Waldpädagoge Michael Zobel und die Initiative „Buirer für Buir“ (taz-Panter-Preisträger 2020).

Sie werden über Lügen und Tricksereien der Politik berichten, damit die Bagger des Braunkohlekonzerns RWE ihrem Zerstörungswerk weiter nachgehen können. Gerettet ist der Hambi bisher mitnichten, trotz aller Beteuerungen der NRWE-Politik unter Armin Laschet. (NRWE ist die Abkürzung in der Szene für die enge Verzahnung von NRW und RWE.)

Die Reise endet mit einem Spätlunch im Ort Buir, vom Reiseleiter mit Spezialitäten aus dem Dreiländereck zusammengestellt (lassen Sie sich überraschen: Baguettes, Kuchen, Fläden, Printen etc, dazu belgischer Wein, niederländischer Champagner und belgisches Bier). Von hier aus gelangen Sie mit der S-Bahn in 30 Minuten zum Hauptbahnhof in Köln.

Die Reiseleistungen im Einzelnen HIER

Beginn und Ende der Reise:

Wir treffen uns am Dienstag 27. April. um 17 Uhr in der Bischöflichen Akademie in der Nähe des Hauptbahnhofs in Aachen.

Reiseleiter Müllender meint zur Übernachtung in der Bischöflichen Akademie: ein möglicherweise empfundenes Übermaß an Katholizismus kann in Maastricht durch Besuche mehrerer umgewidmeter Kirchen (in Buchhandlung, Gemüsemarkt, Luxushotel) kompensiert werden.

Ende der Reise: Samstag, 1. Mai, gegen 16 Uhr am Bahnhof in Buir bzw. 30 Min. später am Hauptbahnhof Köln.

Die Reiseleitung achtet während der Reise auf die Einhaltung der Corona- AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken).

Das Hotel hat seinen Service auf diese Regeln eingestellt. Die Corona-Verordnungen des Landes NRW finden Sie HIER und eine gute Zusammenfassung auf der Website Tourismus-Wegweiser

Vor der Reise erhalten Sie vom Veranstalter eine aktuelle Übersicht der Regelungen.