Kurdistan (Irak): Programm der Reise

der Reise vom 14. bis 24. Oktober 2021

Im Zentrum von Erbil Bild: Annalena Sippl

 1. Tag – Erbil

Am frühen Nachmittag kommen Sie mit Austrian Airlines in Erbil an. Wir beziehen unser Hotel, treffen uns zu einer Programm- besprechung und lernen uns kennen.

Der Reiseleiter wird einen einführenden Input zu Politik, Gesellschaft und jüngster Geschichte Irakisch-Kurdistan geben. Anschließend essen wir in einem leckeren Gartenrestaurant im christlichen Viertel Ein Kawa zu Abend.

2. Tag – Sulaimaniya

Morgens verlassen wir Erbil gen Sulaimaniya, der kulturellen Hauptstadt Irakisch-Kurdistans. Zunächst besuchen wir am späten Vormittag das ehemalige Baath-Gefängnis Amna Suraka, in dem sich heute ein Dokumentationszentrum befindet: Hier setzen wir uns ausführlich mit dem Erbe der Schreckensherrschaft Sadam Husseins auseinander.

Im Zentrum von Sulaimaniya Bild: Annalena Sippl

Den Nachmittag verbringen wir im Bazar im Herzen der Altstadt. Wir werden bei unserem Rundgang eine Kirche besuchen, die sich besonders um Flüchtlinge kümmert und auch für Frauen und Waisen Sorge trägt. Außerdem besuchen wir die Organisation „Kirkuk now“ zueinem Gespräch über die Lage in den zwischen Bagdad und Erbil umstrittenen Gebieten.

Am frühen Abend besuchen wir die Große Moschee, deren Verwalter uns, so irgendwie möglich, für ein Gespräch zur Verfügung stehen will. Abendessen in einem Restaurant.

3. Tag – Halabja

Am Morgen treffen wir die Frauenrechtlerin und Ex-Abgeordnete Rezan Dier. Danach fahren wir mit dem Bus nach Halabja und besuchen die Gedenkstätte für die Giftgasopfer der Anfal-Kampagne. Dort werden wir anschließend ein Gespräch mit einem Zeitzeugen führen.

Nach einem Mittagssnack besuchen wir die von Frauen betriebene Community-Radio-Station Deng Nwe, die für die lokale Bevölkerung und für Geflüchtete sowohl Programme auf Kurdisch als auch auf Arabisch sendet. Nach einer Diskussion mit den Mitarbeiterinnen fahren wir ins Hawraman-Gebirge, das sich nahe der iranischen Grenze befindet.

Der Community-Radiosender Deng Nwe wird von Frauen gemacht Bild: Annalena Sippl

Dort spazieren wir zu einem Wasserfall und sprechen über die iranisch-irakischen Beziehungen. Abends kehren wir nach Sulaimaniya zurück.

4. Tag – Sulaimaniya

Morgens besuchen wir das Nationalmuseum, das nach Bagdad die meisten archäologischen Schätze des Landes beherbergt. Wir bemühen uns, ein Gespräch mit dem Museumsdirektor zu organisieren, der die Jahrtausende alten Fundstücke des Museums erklären und präsentieren kann.

Gegen Mittag besuchen wir die Khanzad-Frauenorganisation in Suleimanya. Die Organisation berät und betreut Frauen in verschiedensten Lebenslagen. Sie wird auch aus Deutschland unterstützt und finanziert.

Das Thema Kunst beschäftigt uns dann am frühen Abend während eines Besuchs der alten Tabakfabrik, die in der Zwischenzeit viele Künstler*innen als Ateliers nutzen. Ein Kunstdozent wird uns durch die Räumlichkeiten führen.

5. Tag – Erbil

Morgens fahren wir zurück in die politische Hauptstadt Erbil. Beim Besuch des Think Tanks Middle East Research Institutes diskutieren wir aktuelle politische Fragen. Nachmittags richten wir den Blick auf die Situation von Kurd*innen in Syrien: Zwei im irakischen Exil lebende Journalisten geben uns Einblicke zur Lage in den Nord-Syrien / Rojava. Zum Abendessen laden wir einige Menschen ein, die in Erbil in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind.

Das historische Zentrum von Erbil Bild: Annalena Sippl

6. Tag – Erbil

Der Tag beginnt mit einem Briefing zur Parteienlandschaft Irakisch-Kurdistans. Anschließend besuchen wir das Regionalparlament und lernen Abgeordnete der verschiedenen Fraktionen kennen. Nach dem Mittagessen besichtigen wir die Zitadelle im Zentrum Erbils, ihres Zeichens UNESCO-Weltkulturerbe. Am Nachmittag bleibt ausführlich Zeit, sich durch den orientalischen Markt treiben zu lassen. Abends gibt es leckere arabische Küche mit zahlreichen Vorspeisen.

7. Tag – Erbil, Dohuk

Im Stadtpark von Erbil kommen wir zunächst für eine Zwischenevaluation der Reise zusammen. Anschließend verlassen wir die Hauptstadt gen Dohuk. Die Provinzhauptstadt im Westen der Autonomiegebiete ist Zufluchtsort zahlreicher Geflüchteter aus dem Zentralirak, dem Sindjar-Gebirge und aus Nord-Syrien. Hier wird uns ein Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation über die humanitäre Situation in der Provinz Dohuk sowie in weiteren Operationsgebieten wie Mosul oder Sindjar informieren. Den Abend verbringen wir im legendären Artists‘ Club mit lokalen Gesprächspartner*innen.

Festlichkeiten im jesidischen Heilgtum Lalesh Bild: Annalena Sippl

8. Tag – Al Qosh, Lalesh

An diesem Tag steht die Auseinandersetzung mit religiösen Minderheiten im Fokus. Zunächst besuchen wir das im 6. Jahrhundert erbaute, über der Niniveh-Ebene thronende Kloster von Al Qosh, das über Jahrhunderte den chaldäischen Patriarchen als Amtssitz diente. Hier sprechen wir über die Situation von Christ*innen im Irak.

Den Nachmittag verbringen wir im jesidischen Heiligtum Lalesh. Dort wird uns ein jesidischer Lehrer aus der nahegelegenen Stadt Scheichan durch das Areal führen. Abends kehren wir nach Dohuk zurück.

9. Tag – Dohuk

Morgens treffen wir die Organisation Yazda, die sich für die Belange von Jesid*innen weltweit einsetzt. Anschließend besuchen wir das Jinda-Zentrum: Hier betreuen Fachkräfte Opfer sexualisierter Gewalt.

Den Nachmittag verbringen wir auf dem Hausberg von Dohuk, von wo man einen tollen Blick auf den Mossul-Damm, die Niniveh-Ebene und die Stadt hat. Nahe der ehemaligen Front-Linie zwischen den kurdischen Peshmerga und dem „IS“ werden wir Details von der Schreckensherrschaft der jihadistischen Organisation erfahren.

Der 'Kleine Zab' gehört zu den größten Flüssen Irakisch-Kurdistans Bild: Annalena Sippl

10. Tag – Dohuk, Amediyeh

An unserem letzten vollen Tag machen wir einen Ausflug in die Kleinstadt Amediyeh, die auf einem Felsplateau inmitten einer imposanten Gebirgslandschaft liegt. Als Hauptstadt des kurdischen Fürstentums Badinan, in der große jüdische und christliche Minderheiten lebten, spielte Amediyeh zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle.

Hier besuchen wir eine der letzten Wassermühlen, die für die Produktion von Tahineh (Sesampaste) genutzt wird. Zudem thematisieren wir die türkisch-kurdischen Beziehungen und die jüdische Siedlungsgeschichte im Irak. Nicht zuletzt nutzen wir den Ort für unser Abschlussgespräch. Abends kehren wir nach Dohuk zurück.

11. Tag – Rückflug von Erbil

Nach dem Frühstück verlassen wir Dohuk, um gegen Mittag in Erbil anzukommen. Nach einem Mittagessen endet die Reise: wir fahren zum Flughafen Erbil, der Flug mit Austrian Airlines nach Wien startet um 16:00 Uhr.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich, Stand: 5.2.2020

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.