Karibik (Guadeloupe/Dominica)

Programm der Reise

vom 13. bis 27. Februar 2020

Wandgemälde in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt von Guadeloupe Bild: Ute Müller

1. Tag

Wir fliegen über Paris auf die Insel Guadeloupe, wo wir abends am internationalen Flughafen der Hauptstadt Pointe-à-Pitre – hier kurz PTP genannt – ankommen. Nach dem Transfer zum Hotel wird sich die Reisegruppe beim Abendessen kennenlernen.

2. Tag

Am ersten Tag erkunden wir den gebirgigen Teil Guadeloupes, die Halbinsel Basse Terre. Wir fahren Richtung Capesterre. Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp am Hindutempel von Changy. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1848 wurden billige Arbeitskräfte benötigt. Diese warb man in Indien an. Die Nachfahren dieser indischen Vertragsarbeiter haben ihre eigene Kultur erhalten.

Danach geht es weiter bis zur Stadt Basse-Terre. Die Route de l`esclave (Route der Sklaven)führt auf der Nationalstraße N1 dorthin. Wir besichtigen das Fort Louis Delgrès, in dem wir einiges über die Geschichte der Insel kennenlernen. Die Franzosen und Engländer haben sich lange um die Vorherrschaft der Insel gestritten, bis sie zuletzt in französischer Hand blieb. Thema unserer Reise sind auch die Unterschiede, die die jeweilige Kolonialherrschaft bis heute auf die Verfasstheit der Inseln Guadeloupe und Dominica haben. Wir vergleichen das französisch geprägte Guadeloupe, das bis heute zu Frankreich gehört, mit dem unabhängigen Dominica, einst britische Kolonie.

Dann geht es zurück Richtung Capesterre, wo wir ins Landesinnere einbiegen. Ein halbstündiger Spaziergang führt uns ins Herz des Tropenwaldes in die Nähe des zweiten Carbet-Wasserfalls, der 110 m hoch ist.

Regenwald auf Guadeloupe Bild: Archiv

Nach einem Mittagessen mit einheimischen Gemüsegratins fahren wir wieder in Richtung Norden und besichtigen die Plantation Grand Café, die im Jahr 1800 gegründet wurde und inzwischen in erster Linie Bananen anbaut und nur wenig Kaffee. Sie ist Teil der Kolonialgeschichte.

Als Reaktion auf die Ausbeutung der schwarzen Sklaven entwickelte sich die Négritude, eine Bewegung, die eine eigenständige, vielseitige und gleichberechtigte schwarze Kultur herausstellt. Der Begriff der Négritude wurde im Zuge der Dekolonialisierung in den 1930er Jahren von frankophonen Intellektuellen wie vor allem Aimé Césaire (Martinique), Léopold S. Senghor (Senegal) als politischer Begriff schwarzer Selbstbestimmung entwickelt. Die Chronik der Sklavenaufstände reicht auch auf Guadeloupe bis ins 16. Jahrhundert zurück. Wir können uns das Kolonialhaus der Familie von außen ansehen. Danach Rückkehr ins Hotel und Abendessen in einem Restaurant.

3. Tag

An diesem Tag bleiben wir in Pointe-à-Pitre und haben Zeit, die Hauptstadt der Insel näher kennenzulernen. Am Vormittag fahren wir zum Museum Mémorial Acte in PTP: das weltweit größte und zudem sehr beeindruckende Museum über die Geschichte des Sklavenhandels.

Memorial Acte Museum in Pointe-à-Pitre/Guadeloupe - eines der weltweit größten und eindrucksvollsten Museen zur Geschichte der Sklavenhandels Bild: Archiv

Edouard Glissant, der bedeutendste Autor der französischsprachigen Karibik und intellektuelle Vordenker zu Fragen postkolonialer Identität ist einer der geistige Väter des Museums. Glissant stammt von der Nachbarinsel Martinique. Seine Theorie der Kreolisierung setzte sich mit multiethnischen Gesellschaften auseinander, lange bevor Multikulti in aller Munde war.

Das Museum ist nicht nur architektonisch ein gelungener und beeindruckender Bau im alten Hafen von PTP. Danach schlendern wir durch die koloniale Altstadt, über den Gewürzmarkt zum Stadtmuseum in einer alten Kolonialvilla.

Am Nachmittag treffen wir einen Gewerkschaftsführer, mit dem wir über die soziale Situation auf der Karibikinsel diskutieren,vor allem über die Bedeutung Frankreichs. Hier erfahren wir die Besonderheiten Guadeloupes im Vergleich zu anderen Karibik-Ländern, weil hier alle EU- Regelungen gelten.

Abendessen in einem Restaurant.

4. Tag

Dieser Tag ist einem Ausflug auf der Hauptinsel Grande-Terre gewidmet. Wir fahren nach Morne à l’Eau und weiter nach Petit Canal, wo wir die Stufen der Sklaven betreten und die Überreste des ehemaligen Sklavengefängnisses besichtigen. Bei der Ankunft der Schiffe mit den Sklaven mussten diese die Stufen hinaufgehen, die zum Markt führten, wo sie direkt verkauft wurden. Schilder erinnern an die verschiedenen afrikanischen Ethnien, die hier an Land gingen. Ein Stück weiter befindet sich die „ewige Flamme“, die dem unbekannten Sklaven gewidmet ist. Weniger als 200 m entfernt findet man die Ruinen des Sklavengefängnisses, die von den Wurzeln eines „Figuier maudit“ (Feigenbaum) vollkommen umschlungen sind.

Gedenkstätte für Louis Delgrès im Fort, das seinen Namen trägt. Er kämpfte 1802 gegen die Wiedereinführung der Sklaverei auf Guadeloupe durch Napoléon. Bild: Archiv

Am Fuße der Treppen befindet sich eine Büste von Louis Delgrès. Napoleon wollte 1802 die Sklaverei wieder einführen, die nach der französischen Revolution am 4. Februar 1794 abgeschafft worden war. Delgrès gehörte zu den farbigen Soldaten in der Armee, die sich den napoleonischen Truppen entgegenstellten und dabei starben. Ein Volksheld. Immer mehr Sklaven flüchteten in der Folge in die Wälder. Die Sklaverei wurde in den französischen Kolonien erst endgültig 1848 abgeschafft.

Wir fahren weiter über die Ortschaft Le Moule nach Saint Francois und zur Pointe des Châteaux. Hier können wir die beeindruckenden Felsklippen bewundern, bevor wir zum Mittagessen einkehren.

Nachmittags besuchen wir einen Karnevalsumzug in Saint Francois, Sainte Anne oder le Gosier – die Details werden erst kurz vorher bekannt. Mit der Rückkehr ins Hotel endet das Programm an diesem Tag; den Abend (und das Abendessen) können Sie individuell gestalten.

5. Tag

Der Vormittag steht für individuelle Interessen zur Verfügung, sei es Ausruhen im Hotel, Baden am Strand oder nach PTP fahren. Am Nachmittag treffen wir uns mit einem Journalisten und beschäftigen uns mit der Zugehörigkeit Guadeloupes zu Europa und den daraus resultierenden Vor- und Nachteilen für die Insel. Und warum es auch Befürworter einer Unabhängigkeit gibt.

Die Inselwelt von Guadeloupe Bild: Ute Müller

Optional besteht auch die Möglichkeit einer ganztägigen Wanderung zum Vulkan Soufrière, dem höchsten Berg der Kleinen Antillen. In Begleitung eines Wanderführers geht es zunächst durch den Regenwald, dann über die Höhensavanne, an Kratern und Fumarolen vorbei bis zum Gipfel, 1467 m hoch. (Extra Kosten - siehe „Preise und Leistungen“)

Am Abend trifft sich die Gruppe im Hotel und geht zum Abendessen in ein Restaurant.

6. Tag

Heute fahren wir wieder Richtung Inselhälfte Basse-Terre mitten in den Regenwald zur „Route de la Traversée“, der einzigen Straße, die diese Inselhälfte von Ost nach West durchquert. Unser Ziel ist der „Parc des Mamelles“, ein zoologischer und botanischer Garten, der in den Regenwald integriert ist und in dem wir die einheimische Flora und Fauna kennenlernen. Leguane, Schildkröten, Papageien, Waschbären in Halbfreiheit sind zu entdecken.

Wer will, kann den Park aus der Vogelperspektive besichtigen: In über 20 Metern Höhe können wir über Hängebrücken, die an den Bäumen befestigt wurden, einen Rundgang machen, bei dem wir eine außergewöhnliche Sicht über den Tropenwald und das Karibische Meer haben.

Die Vogelwelt auf Guadeloupe ist vielfältig und oft bunt - wie diese Papageien im Botanischen Garten von Deshaies Bild: Archiv

Dann geht es weiter Richtung Bouillante, wo wir Informationen über das Geothermische Kraftwerk bekommen und über alternative Energien diskutieren werden. Danach können wir im Meer bei den heißen Quellen baden, die durch die vulkanische Tätigkeit entstehen, bevor wir wieder zum Hotel zurückkehren. Abendessen in einem Restaurant.

7. Tag

Heute fahren wir mit dem Schiff nach Dominica. Nach dem Frühstück geht es früh morgens mit dem Bus zum Hafen von Pointe-à-Pitre. Bereits um 8 Uhr legt die Fähre ab. Sie braucht knapp 3 Stunden bis zur Nachbarinsel Dominica, die früher eine englische Kolonie war.

Wir kommen in der Hauptstadt Roseau an der Westküste an und fahren mit einem Bus die Küste entlang rund 20 km nach Norden bis zum Tamarind Tree Hotel. Hier übernachten wir die nächsten Tage.

Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit für eine Wanderung zum Mero-Beach, wo wir Jugendliche treffen werden, die als Freiwillige an der Beseitigung der Schäden von Hurrikan Maria 2017 mitgeholfen haben. Abendessen im Hotel.

8. Tag

Nach dem Frühstück brechen wir zu einer Besichtigungstour entlang der Westküste Dominicas auf - bis nach Portsmouth, der zweitgrößten Stadt Dominicas. Nach einer kleinen Wanderung im Cabrits National Park besichtigen wir eine Garnison, die vor 150 Jahren aufgegeben und vom Wald in Beschlag genommen wurde. Seit 1982 wurde das Fort Shirley restauriert und wieder aufgebaut.

An diesem geschichtsträchtigen Ort treffen wir den in der ganzen Karibik renommierten dominicanischen Historiker Lennox Honychurch. Er wird Spannendes über unabhängige und abhängige Karibikstaaten zu berichten haben und über die Geschichte der Inseln.

Mangroven am Indian River, Dominica Bild: Archiv

Am Nachmittag unternehmen wir eine Bootstour durch den Dschungel auf dem Indian River. Er ist der breiteste Fluss Dominicas; seinen Namen hat er den Kariben-Indianern zu verdanken, die sich vor der Kolonialisierung Dominicas durch die Europäer entlang der Ufer des Flusses angesiedelt hatten und den Fluss als Zugang zur Karibischen See benutzten. Während einer ruhigen und entspannenden Kahnfahrt den Fluss hinauf erklärt uns der einheimische Führer das Ökosystem des Mangrovenwaldes, der das Ufer säumt und zahlreiche Tiere beherbergt.

Anschließend Rückfahrt ins Hotel Tamarind Tree und dort Abendessen.

9. Tag

Wir fahren vom Hotel entlang der Küste nach Süden zur Hauptstadt Roseau. Hier treffen wir Mitarbeiter der Forst-Behörde (Forest Preservation) und sprechen mit ihnen über Klimaresilienz im Allgemeinen und klimaresistentes Bauen auf Dominica, das von heftigen Hurrikans mehrfach verwüstet wurde.

Danach genießen wir das «Roseau Valley», das üppig-grüne Hinterland Roseaus mit zahlreichen Panoramaausblicken, bewacht von gigantischen Bergen. Unser Ziel sind die höchsten Wasserfälle Dominicas im Regenwald des Morne Trois Piton National Parks. Die Middleham Falls sind über 85 m hoch.

Roseau ist die Hauptstadt der unabhängigen Insel Dominica Bild: Archiv

Am Nachmittag fahren wir nach Roseau zurück; bei einem frühen Abendessen treffen wir Mitglieder eines Karnevalvereins, die von den Karnevalstraditionen in Dominica und den dazugehörigen Veranstaltungen erzählen - damit wir am Abend gut informiert an der Carnival Queen Show teilnehmen können.

10. Tag

Am Vormittag brechen wir zu einer Wanderung entlang des Syndicate Nature Trail auf. Er befindet sich nahe der Picard River Schlucht, angeschmiegt an die Ausläufer von Dominicas höchstem Berg – dem Morne Diablotin. Hier ist die Heimat der seltenen Sisserou und Jaco Parrots Papageien und daher ist dieser Pfad berühmt bei Vogelbeobachtern.

Wir unternehmen diese Tour mit dem legendären, leidenschaftlichen Vogelkundler Dr. Birdy. Unsere Chancen stehen daher gut, dass wir die endemischen Papageien und weitere seltene und bunte Vögel zu Gesicht bekommen. Dr. Birdy wird uns auf unserer Wanderung zahlreiche Informationen zu Flora und Fauna auf Dominica geben. Die schöne Strecke führt durch Zitrus-, Kaffee- und andere Felder bis in eine Höhe von 533 m.

Nachmittags Rückkehr zum Hotel. Nach einer Ruhepause und einem frühen Abendessen fahren wir zu einem musikalischen Höhepunkt der Reise nach Roseau: zum Finale des Calypso Wettbewerbs, einem kunterbunten Karneval-Event.

11. Tag

Diesen Tag können Sie ganz nach Ihren Wünschen gestalten: schwimmen, tauchen oder in den Bergen spazieren gehen.

Am Strand von Mero, Dominica, 10 Minuten Fußweg von unserem Hotel entfernt Bild: Archiv

Und wer etwas Besonderes sucht, kann auch mit einem Boot Pottwale beobachten (Extra-Kosten - siehe „Preise und Leistungen“): Dominicas Unterwasser-Landschaft besitzt tiefe geschützte Buchten entlang der Westküste – der perfekte Zufluchtsort für den Pottwal, um zu kalben.

Die Gewässer um Dominica sind die einzigen der Welt, in denen sich Pottwale das ganze Jahr über aufhalten, wobei Sichtungen am häufigsten zwischen November und März sind (mit einer Trefferquote von über 90 Prozent). Eine nur kurze Bootsfahrt bringt Sie in Kontakt mit dem größten Säugetier der Welt.

Die Reisegruppe trifft sich wieder zum Abendessen im Hotel.

12. Tag

Karneval-Feiertag auf Dominica – alle Geschäfte sind geschlossen. Wir fahren über die gesamte Insel an die Ostküste zu den Nachfahren der Kalinago-Indianer, den letzten Indianern der Karibik. Bei einer Wanderung entlang eines Weges, den die Kalinago ursprünglich als Zugang zum Ozean benutzten, erhalten Sie Einblicke in die soziale und kulturelle Lebenswelt dieser Indianer, die schon vor den Spaniern nach Dominica kamen, das sie "Waitukubuli" nannten: „hoch gewachsen“.

Wanderweg "Waitukubuli National Trail" auf Dominica Bild: Archiv

Waitukubili ist auch der Name eines Wanderweg-Netzes, das stark unter den Folgen des Hurrikan Maria (2017) gelitten hat. Der 115 Kilometer lange Waitukubuli National Trail auf Dominica wurde 2011 mithilfe der EU fertiggestellt. Er führt die Höhen des dampfenden Regenwalds hinauf und durch dramatische Schluchten. Überquert unzählige Flüsse, vorbei an spektakulären Wasserfällen und Schwefelquellen. Er durchquert verlassene Plantagen, schlängelt sich an der Steilküste entlang, mäandert durch fruchtbares Farmland und kleine Dörfer.

Uns führt er zur Salybia-Bucht, die vom wilden Ozean ausgewaschen wurde. Dort wartet der Bus auf uns und bringt uns zu dem nachgebauten Indianer-Dorf Kalinago Barana Aute, einem Open-Air-Museum. Hier erfährt man, wie die traditionelle Verarbeitung verschiedener Naturprodukte erfolgte; wir sehen die Herstellung von Kunsthandwerk und lernen die Feldfrüchte und deren Verwendung kennen. In einem Restaurant werden wir zu Mittag essen.

Auf der Rückfahrt machen wir einen Stopp beim Emerald Pool, ein mit ca. 20 Minuten Fußweg relativ leicht zu erreichender Wasserfall und einer der schönsten der Insel.

Am späten Nachmittag Rückkehr zum Hotel und dort Abendessen.

13. Tag

Der zweite Karneval-Feiertag auf Dominica. Heute fahren wir zum Freshwater Lake, dem größten (Süßwasser-)See Dominicas, der sich in 762 m Höhe befindet. In der Mitte eines alten Vulkans am Fuße des Morne Macaque gelegen ist er die Quelle des Roseau Rivers. Der See ist an einigen Stellen bis zu 26 m tief.

Weiter geht es zu den spektakulären Trafalger Zwillings-Wasserfällen. Wir kommen durch das hübsche und pittoreske Trafalger-Örtchen zu einem Pfad, der zu zwei der schönsten Wasserfälle Dominicas führt, die im Schatten der allgegenwärtigen und beeindruckenden Berglandschaft liegen.

Der Karneval auf Dominica ist voller Musik, bunt und ausgelassen. Bild: Archiv

Auf der Rückfahrt gibt es Gelegenheit, sich im Restaurant River Rock Café in Trafalger mit landestypischen Köstlichkeiten zu stärken, bevor wir am Nachmittag den Höhepunkt des Karnevals erleben: den Carneval Jump, den bunten Karnevalsumzug in Roseau. Danach Abendessen in einem Restaurant in Roseau und Rückfahrt zum Hotel.

14. Tag

Heute heißt es, von der Karibik Abschied zu nehmen. Nach dem Frühstück im Hotel fahren wir zum Hafen nach Roseau. Die Fähre nach Guadeloupe legt gegen Mittag ab.

Nach unserer Ankunft in PTP auf Guadeloupe haben wir noch Zeit für ein spätes Mittagessen und ein abschließendes Gespräch über die Erfahrungen bei der Reise, bevor wir zum Flughafen fahren. Gegen 21 Uhr startet unser Flug mit Air France nach Europa.

15. Tag

Bis Mittag Ankunft in verschiedenen deutschen Flughäfen.

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich. Stand: 10.7.2019

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.