13.-27. Febr. 2020 (die Reise fällt aus)

Karibik (Guadeloupe/Dominica)

Reiseleitung: Edith Kresta

Marktfrau in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt von Guadeloupe Bild: Ute Müller

Die Nachbarinseln Guadeloupe und Republik Dominica

Guadeloupe gehört zu Frankreich. Dominica ist unabhängig, man spricht Englisch. Wir wollen die Unterschiede erkunden. In der Geschichte der Kolonialherrschaft und wie diese aktuell nachwirkt. Wir werden über Sklaverei reden, aber auch die Schönheit der Karibik und das bunte Treiben am Karneval erleben, vor allem auf Dominica. Dort stoßen wir jedoch auch auf die Bedrohungen des Klimawandels: Hurrikan „Maria“ fegte im September 2017 über die Insel.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: 3.890 € (DZ/HP/Flug inkl. Atmosfair-Beitrag)

VERANSTALTER: Tropical Consult Stuttgart, Tel: 0711 505353,

www.tropical-consult.de 

kirsten.boucard@tropical-consult.de 

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Die ersten sechs Tage werden wir auf Guadeloupe verbringen, das ist Frankreich, ein Departement wie das Jura, Teil der Europäischen Union. Guadeloupe erfüllt aber auch alle Karibikklischees: Weiße Strände, grüne Hügel, satte Palmen, das sanfte karibische Klima, starker Rum und rhythmische Musik.

Edith Kresta, taz-Redakteurin für die Reiseseiten, Autorin

Guadeloupe wie alle Karibikinseln erzählt von kultureller Mischung, vor allem aber von der Sklaverei. Direkt am Hafen in Pointe-à-Pitre steht das Mémorial-ACTe-Museum. Es erinnert an das Schicksal der Millionen Sklaven, die in die Karibik verschleppt wurden. Es erzählt die kriminelle Geschichte der Sklaverei bis in die Gegenwart.

Das Museum steht symbolträchtig auf dem Gelände der einst größten Zuckerrohrfabrik der Insel, einer der größten Sklavenbetriebe. Heute geben hier Fotos, Archivauszüge, Multimedia-Installation, moderne Kunst und Filmcomics einen vielseitigen historischen Einblick: es ist das weltgrößte Museum zur Sklaverei.

Guadeloupe Bild: Ute Müller

Die Route de l’esclave (Route der Sklaven) führt auf der Nationalstraße N1 nach Basse-Terre und über den nur 50 Meter breiten Meeresarm Rivière Salée. Eines unserer Ziele: Fort Louis Delgrès. Errichtet wurde das massive Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert zur Verteidigung der Franzosen gegen die Engländer. Delgrès ist der Nationalheld der Insel.

Überall stehen Büsten des Widerstandskämpfers, weil er gegen die Wiedereinführung der Sklaverei durch Napoléon kämpfte. Dieser führte 1802 die Sklaverei wieder ein, die im Zuge der Französischen Revolution 1794 in allen Kolonien, also auch in Guadeloupe, aufgehoben worden war. Zwei schwarze Truppenführer, Delgrès und Ignace, stellten sich Napoleons Truppen mit ihren Soldaten entgegen und starben. Die Sklaverei wurde wieder eingeführt. Erst nach der nächsten Revolution 1848 wurde sie in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft.

Die weiße Vorherrschaft ist auf Guadeloupe geblieben, auch wenn die Weißen unter 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie besitzen die Immobilien, das Land, die landwirtschaftlichen Flächen. Das Lohnniveau in den Übersee-Départements ist im Durchschnitt um 40 Prozent geringer als auf dem französischen Festland – und das, obwohl die Lebenshaltungskosten höher sind. Wir werden darüber mit politischen Befürwortern und Gegnern der Unabhängigkeit diskutieren.

Mit der Fähre fahren wir von Guadeloupe nach Dominica, wo wir 7 Tage im Tamarind Tree Hotel in Salisbury übernachten werden, das von einem Deutschen und einer Schweizerin geführt wird. Sie betreuen auch den Abschnitt 11 des Waitukubili National Trail. Der 184 Kilometer lange Wanderweg verläuft in vierzehn Abschnitten von Süd nach Nord, von Scotts Heads an der südlichsten Spitze der Insel zum Cabrits-Nationalpark.

Wanderweg "Waitukubuli National Trail" auf Dominica Bild: Archiv

In der Nacht des 19. September 2017 fegte der Hurrikan „Maria“ mit 260 km/h über die kleine Karibikinsel. Die naturbelassene grüne Insel mit den üppigen tropischen Wäldern glich danach einer Öde. Mit Hilfe der freiwilligen Arbeit von Besuchern, sogenannten Volunteers, konnten die Wege weitgehend geräumt werden. Welche Herausforderungen der Sturm mit sich brachte, erfahren wir bei einer Wanderung auf einem Abschnitt des Waitukubuli National Trails in Begleitung eines Mitarbeiters der Trail-Verwaltung.

"Es hat zwar immer schwere Hurrikans gegeben, aber die Stärke und Intensität hat eindeutig zugenommen", sagt der dominicanische Historiker Lennox Honychurch. Sein Wissen soll helfen, einen „klimaresistenten Weg“ auf der Insel einzuschlagen. Wir treffen den dominicanischen Historiker im Norden der der Insel bei Fort Shrirley, für dessen Restauration er sich eingesetzt hat. Er ist ein hervorragender Gesprächspartner zu Geschichte, Kultur und den Unterschieden der karibischen Inseln.

Bei einem Treffen mit Vertretern des Forestry Departments in Roseau diskutieren wir über die Folgen des Klimawandels. Wir diskutieren über Klimaresistenz, den politischen Willen und die hohen Investitionen, die sie fordert.

Auf Dominica leben die letzen Karib-Indianer, die sich selbst Kalinago nennen. Kalinago ist zwar bis heute eine ethnische Kategorie, aber sie ist vor allem ein Synonym für die Ärmsten der Unterschicht. Rund 3.500 von ihnen leben bis heute im Nordosten Dominicas in einem Reservat, dem Kalinago Territory. Wir treffen einen Vertreter der Gemeinde.

Karneval auf Dominica Bild: Archiv

Doch einen Höhepunkt der Reise heben wir uns bis zum Schluss auf: den Karnevalsumzug in Roseau, der Hauptstadt von Dominica. Hier ist Karneval ein Fest über mehrere Tage, ein kunterbuntes Treiben voller Fantasie und Musik; wir werden es auch beim Finale des Calypso-Wettbewerbs erleben und Kostproben aus der reichen karibischen Musik-Tradition hören.