Buenos Aires / Montevideo: Programm der Reise

vom 1. - 15. Oktober 2021

Fußgängerzone Caminito in Buenos Aires Bild: Archiv

1. Tag (Freitag)

Abflug gegen 20 Uhr von Frankfurt/M mit Air France über Paris nach Buenos Aires.

2. Tag (Samstag)

Nach der morgendlichen Ankunft am internationalen Flughafen von Buenos Aires fahren wir zum Hotel. Nach dem Einchecken bleibt Zeit, sich zu erholen. Gegen Nachmittag lernen wir Buenos Aires bei einer Stadtrundfahrt kennen und erkunden dabei das Stadtviertel La Boca mit seinem Caminito, einer 100 m langen Fußgängerzone.

3. Tag (Sonntag)

Am Vormittag besuchen wir zwei Märkte, die nur sonntags stattfinden: zunächst den Antiquitätenmarkt rund um die Plaza Dorego im Stadtviertel San Telmo. Diese Touristenattraktion entstand aus einem Flohmarkt, bei dem auch halb-professionelle "Straßentänzer" für gute Stimmung sorgen, natürlich zu Tango-Musik.

Der zweite Markt kommt ohne Tango aus: auf der lebhaften, bunten „Feria de Mataderos“ werden Kunsthandwerk aller Art, typische Gerichte und Folklore-Vorführungen aus verschiedenen Regionen Argentiniens geboten. Die Feria ist etwas weniger touristisch, da sie nicht im Zentrum liegt.

Buenos Aires - Stadtteil-Markt "Feria de Mataderos" Bild: Wolfram Bürkner

4. Tag (Montag)

Heute steigen wir in das Thema Solidarische Ökonomie ein. Wir besuchen die Alternativmedienkooperative „Lavaca“ (Die Kuh), die während der großen Krise von 2001 entstanden ist. Sie gibt auch die Monatszeitschrift „MU“ heraus.

Am Nachmittag besuchen wir eine der „Fabrica Recuperada“ (zurückgewonnene Fabrik), eine Fabrik, die von ihren Eigentümern in den Krisenjahren 2001 und 2002 über Nacht geschlossen und verlassen wurde und die von den ArbeiterInnen übernommen und als Kooperative wieder flott gemacht wurde.

5. Tag (Dienstag)

Der heutige Tag steht im Zeichen des Peronismus. Ohne den Rückgriff auf Juan Domingo Perón (1895-1974), Militär, dreifacher Präsident, Populist, Caudillo, mit Gespür für die sozialen Bedürfnisse der Arbeiterklasse, Sympathisant von Mussolini und – bis heute umstritten – von Hitler, ist das politische System Argentiniens nicht zu verstehen. Seine Partei, allgemein als Peronistische Partei bezeichnet, trägt den offiziellen Namen „Partido Justicialista“ (Gerechtigkeitspartei).

In einer populären 'Melonga', einem der vielen Tango-Clubs mit Restaurant in Buenos Aires. Bild: Wolfram Bürkner

Seit dem Tod des politischen Übervaters streiten sich die Nachfolger darum, was Peronismus ist. Bekannter noch als er selbst wurde seine zweite Ehefrau Eva (Evita) Perón. Wir machen einen Themenstadtrundgang Peronismus mit dem Besuch des Grabes von Eva im Stadtteil Recoleta.

6. Tag (Mittwoch)

Wir kommen wieder zurück zur Solidarischen Ökonomie und besuchen die alternative Gewerkschaftsbewegung „CTA“ (Central de Trabajadores de la Argentina - Zentrale der argentinischen Arbeiter). Die CTA organisiert vor allem Arbeiter*innen im informellen Sektor.

Danach treffen wir Vertreter*innen der Besetzer- und Mieterbewegung „Moi“ (Movimiento de Ocupantes e Inquilinos); sie stellen uns ihr Konzept und ihre Projekte vor.

Im Parque de la Memoria wird an die Opfer der Militärdiktatur erinnert Bild: Archiv

Am späten Nachmittag starten wir unseren Tango-Spaziergang, erfahren die Anfänge und die aktuelle Situation des Tangos und lassen den Tag mit einem Abendessen in einer Melonga, einem Tango-Club, ausklingen. Wer möchte, kann natürlich das Tanzbein schwingen.

7. Tag (Donnerstag)

Nach wie vor treffen sich jeden Donnerstag die „Madres de Plaza de Mayo“ (Mütter des Platzes der Mairevolution) zu ihrem traditionellen Rundgehen auf der Plaza de Mayo im Zentrum von Buenos Aires. Die Organisation argentinischer Frauen erinnert damit seit 1977 an Kinder, die unter der Militärdiktatur (1976-1982) verschwanden. Auch für uns steht der heutige Tag unter dem Thema Menschen- rechtsverbrechen und Diktatur.

Wir beginnen mit einem Besuch des Mahnmals für die Opfer des Staatsterrorismus, das auf dem 14 Hektar großen „Parque de la Memoria“ am Ufer des Río de la Plata steht. An seinen vier Stelen mit 30.000 Steinziegeln sind bisher rund 9000 Namen von Verschwundenen und Ermordeten eingraviert, darunter auch die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann, die 1977 verschleppt und ermordet wurde.

Die Großmütter der Plaza de Mayo - seit 1977 politisch aktiv Bild: Archiv

Wir fahren weiter zur der „Escuela Superior de Mecánica de la Armada“ (Mechanikerschule der Marine). Hier war eines der größten geheimen Haft- und Folterzentren der Militärdiktatur; daran erinnert heute die Gedenkstätte „Espacio Memoria y Derechos Humanos“ (Raum für Erinnerung und Menschenrechte). Wir besuchen auch die Großmütter der Plaza de Mayo, die auf der Suche nach ihren rund 400 verschwundenen Enkelkindern über 100 finden konnten.

An Nachmittag wollen wir die „Madres de Plaza de Mayo“ bei ihrem traditionellen Rundgehen auf der Plaza de Mayo begleiten.

8. Tag (Freitag)

Argentiniens industrielle Form der Landwirtschaft macht krank. Überall dort, wo Soja, Mais oder Reis nach der Jahrtausendwende in großen Stil angebaut wurden, häufen sich neue Krankheitsbilder. Wurden 1990 in Argentinien erst 34 Millionen Liter an Agrar- chemikalien verkauft, hat sich 2014 die Menge mit 380 Millionen Litern mehr als verzehnfacht.

Wir machen einen Tagesausflug nach Los Toldos in die Provinz Buenos Aires, rund 350 km von der Hauptstadt entfernt. Wir besuchen das Hofgut der Familie Calderon, das sich im Übergang von der konventionellen zur biologischen Landwirtschaft befindet. Und wir treffen uns mit dem „Foro Ambiental de Los Toldos“ (Umweltforum von Los Toldos), eine Initiative von AnwohnerInnen, die sich gegen den Einsatz der Agrochemie auf den umliegenden Feldern wehrt.

Verehrt und gut besucht - die Madonna von Lujan Bild: Archiv

Die Fahrt nach Los Toldos führt über Luján, dem wichtigsten Wallfahrtsort Argentiniens. Wir besuchen die Kathedrale, in der die Jungfrau von Luján, die Schutzheilige des Landes steht. Hier verbindet sich am deutlichsten der nach wie vor prägende Katholizismus mit den nationalen Symbolen.

9. Tag (Samstag)

Nach dem Frühstück fahren wir zum Hafen von Buenos Aires. Eine schnelle Fähre bringt uns gegen 13 Uhr in einer guten Stunde über den Río de la Plata nach Colonia del Sacramento, der ältesten Stadt Uruguays.

Die Altstadt lädt uns zu einem Rundgang durch ihre engen Gassen mit ihren niedrigen Häusern aus der Kolonialzeit ein. Später setzen wir per Bus die Fahrt nach Montevideo fort (ca. 200 km entlang des Río de laPlata) und kommen gegen Abend im Hotel an.

Colonia de Sacramento am Rio de la Plata ist die älteste Stadt Uruguays Bild: Archiv

10. Tag (Sonntag)

Der Tag beginnt mit einem Besuch der „Feria de Tristán Navajo“, des sonntäglichen Verkauf- und Trödelmarktes, der sich fast über das ganze Stadtviertel erstreckt. Anschließend lernen wir Montevideo bei einer Stadtrundfahrt näher kennen.

Uruguay ist weltweit das erste Land, das seit April 2014 den Anbau und den Handel von Cannabis legalisiert hat. Die Regierung schätzt die Zahl der Konsumierenden auf rund 160.000 Personen. Und wer konsumiert, hat das Recht auf anständige Ware. Im Dezember 2016 öffnete das Museo del Cannabis seine Pforten.

Gegen Abend besuchen wir das Casa Bertolt Brecht, eine seit 1964 bestehende kulturpolitische Einrichtung. Hier sprechen wir über die Erfahrungen mit linken Regierungen in Uruguay.

Plaza de Independencia im Zentrum von Montevideo Bild: Archiv

11. Tag (Montag)

Mitte der 1970er Jahre erlangte Uruguay traurige Berühmtheit als „Folterkammer Lateinamerikas". Während der Diktatur von 1973 bis 1985 wurden etwa 15.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert. Gemessen an der Bevölkerungszahl von drei Millionen hatte das Land damals weltweit die höchste Zahl politischer Gefangener. Die meisten Häftlinge wurden gefoltert, 116 wurden ermordet. Wir besuchen die Menschenrechtsorganisation „Serpaj“ (Servicio de Paz y Justicia - Dienst für Frieden und Gerechtigkeit) und das „Museo de la Memoria“ (Erinnerungsmuseum an die Diktaturzeit).

Die Themen Fracking, Agrochemie und Wasserverschmutzung stehen auch in Uruguay auf der Agenda. Wir treffen uns mit Vertretern von „REDES (Red de Ecología Social) - Amigos de la Tierra“, einer engagierten Umwelt- und Sozialorganisation.

12. Tag (Dienstag)

Bei einem Besuch bei genossenschaftlich organisierten Tageszeitung „La Diaria“ sprechen wir über die Erfahrungen mit einer linken Regierung und die Chancen einer kritischen Gegenöffentlichkeit.

Nach einer Mittagspause starten wir unsere Rückfahrt nach Buenos Aires. Diesmal fahren wir von Montevideo aus mit einem Tragflächenboot ca. 2 Stunden über den Rio de la Plata. In Buenos Aires checken wir wieder im selben Hotel wie am Anfang der Reise ein.

Zeitungskiosk an der Plaza de Mayo Bild: Jürgen Vogt

13. Tag (Mittwoch)

Ein Rundgang im traditionell jüdischen Stadtviertel Balvanera, das von allen "Once" genannt wird, führt uns zu dem Gebäude des jüdischen Hilfswerkes „AMIA“, auf das 1994 der größte Terroranschlag in der argentinischen Geschichte verübt wurde. 85 Menschen wurden getötet. Wir treffen uns mit Vertretern einer  Organisation von Angehörigen der Opfer, sprechen darüber, warum der Anschlag bis heute nicht aufgeklärt ist und was dies mit dem Tod des ermittelnden Staatsanwalts im Januar 2014 zu tun hat.

14. Tag (Donnerstag)

Nach dem Frühstück gegen 9 Uhr fahren wir vom Hotel zum internationalen Flughafen. Abflug mit Air France über Paris nach Frankfurt/Main ist gegen 14:30 Uhr.

An diesem Nachmittag beginnen die beiden Anschlussreisen zu den Iguazú-Wasserfällen im Norden bzw. zu den Gletschern P=atagoniens im Süden, die Sie beim Veranstalter buchen können.

15. Tag (Freitag)

Ankunft in Frankfurt gegen 14 Uhr 

Umstellungen und Änderung im Detail möglich. Stand: 21.5.2020 Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.

Zwei Anschlussreisen bietet unser Veranstalter an, die Sie individuell buchen können:

Eine 4 Tages-Fahrt zu den Iguazú-Wasserfällen im Norden Argentiniens ();

eine 5-Tages-Fahrt zu den Gletschern Patagoniens im Süden Argentiniens ()