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Heute entscheidet das Arbeitsgericht

■ Lemwerder: Dasa-MitarbeiterInnen harren des Urteils

Mit Spannung blicken heute die MitarbeiterInnen des Dasa-Werkes in Lemwerder nach Oldenburg. Dort wird am Mittag das juristische Tauziehen zwischen Betriebsrat und Dasa-Konzern fortgesetzt. Das Landesarbeitsgericht Hannover will dabei über die Berufung des Dasa-Konzerns gegen eine Einstweilige Verfügung des Gerichtes vom Oktober entscheiden. Der Betriebsrat hatte damals einen ersten Erfolg gegen die von der Konzernleitung geplante Schließung des Werkes mit rund 1.250 MitarbeiterInnen erzielt. Unter anderem war der Konzern zur Abwicklung eines Großauftrages in Lemwerder verpflichtet worden.

Die Oldenburger RichterInnen hatten ihre erste Entscheidung am 28. Oktober damit begründet, daß die Geschäftsleitung den Betriebsrat nicht rechtzeitig über Umstrukturierungs- und Schließungsmaßnahmen informiert und damit gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen hätte. Betriebsräte äußerten unmittelbar nach der Verkündung die Hoffnung, daß der Konzern diese deutliche Entscheidung akzeptieren werde. Außerdem sei Zeit für Verhandlungen gewonnen. Die Unternehmensspitze in München hatte jedoch noch am gleichen Tag Berufung angekündigt, über die jetzt entschieden wird.

Nach dem ersten Richterspruch aus Oldenburg müssen für Lemwerder vorgesehene Aufträge dort wie vorgesehen abgewickelt werden. Allein von der Umrüstung von 13 Flugzeugen des Typs Airbus A 310 verspricht sich der Betriebsrat eine Auslastung des Werkes über zwei Jahre. Daneben sollte die Wartung von zwei Hapag-Lloyd- Maschinen und von Transall-Flugzeugen der Bundeswehr im Service Center der Dasa in Lemwerder stattfinden.

Eine Sprecherin des Betriebsrates in Lemwerder kündigte für Montag weitere Protestaktionen der Belegschaft an. So werde eine Delegation von 100 MitarbeiterInnen zur Aktionärshauptversammlung der Daimler-Benz-AG nach Berlin fahren und den Aktienbesitzern die Situation in Lemwerder schildern. Der Betriebsrat verwies außerdem auf das Konzept der niedersächsischen Landesregierung, das die Fortführung des Werkes unter Beteiligung des Landes und der Dasa vorsehe. Dieses Konzept werde von allen im Landtag vertretenen Parteien getragen. dpa

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