: Dekadente Welt -betr.: "pro-familia"-Ausstellung im Rathaus
Betr.:“pro-familia“-Ausstellung im Rathaus
Das Abbruchunternehmen mit dem zumindest teilweise irreführenden Namen „pro-familia“ hat in den letzten 25 Jahren die Lebenschancen von -rechnet man hoch- 60.000 bis 75.000 Kindern ausradiert. Und das wird auch noch standesgemäß mit einer Ausstellung im Rathaus gefeiert. Weshalb auch nicht, da wir Steuerzahler ja, gewollt oder ungewollt, an diesem „Erfolg“ mitbeteiligt sind. Wieso wundern wir uns eigentlich, daß in Teilen unserer Jugend der Wert des Lebens gegen Null tendiert? Geht es darum, die Lebenschancen von ein paar Lurchen und anderem Getier sowie ein paar wildwachsenden Bäumchen in der Uni-Wildnis durch einen Siemens-Bau zu beschneiden, wird auf einer Konferenz mit Senator Füchs und Gerold Jansen lang und breit das Für und Wider erörtert. Werden aber zwei, drei Bäume in unserer ach so freien Hansestadt unangekündigt, aber rechtens, umgesägt, ist das Lamento in Öffentlichkeit und Medien kaum zu überhören und Buten&Binnen hält die Kamera drauf. Da sage noch einer, wir lebten nicht in einer dekadenten Welt! Wilhelm Tacke, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen
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