piwik no script img

Auto-Aggression -betr.: "Kiffen hinterm Steuer - Pro und Contra", taz vom 7.10.94

Betr.: „Kiffen hinterm Steuer – Pro und Contra“, 7.10.94

Fakt ist, daß Straßenverkehr in der bekannten Dichte die meisten Menschen psychisch wie physisch überfordert und dies ohne nur eine Idee von Drogen einzuspielen. Allein das Potential an Aggressionen auf der Straße bestätigt dies.

Die Pro-Drogen-Argumentation geschlechts- und/oder altersspezifisch zu stützen, ist Zeichen der Ratlosigkeit (...) - aber konform mit den Verständnismöglichkeiten in dieser Konsumgesellschaft. Ist es etwa nicht so, daß jede(r) ach so gebildete „was-kostet-die-Welt-Studi“ mit seinem (ihrem) Diesel-Golf, bishin zum 80jährigen „Kriegerdenkmal“ in seinem (ihrem) High-End-Mercedes als markante Eckpunkte am Straßenverkehr teilnehmen, sowie all die stufenlos dazwischengeschalteten „Sowiesos“? Das Grundprinzip der freien Fortbewegung hat (wahrscheinlich) die Straße nicht als ,Bolz-Platz' geplant, von dem letztlich nur die Industrie (inkl. Medizin) und die Leichenbestatter profitieren.

Der Text von Annette Bolz für den gesteuerten „Stoff-Wechsel“ hinterm Lenkrad läßt leicht den Verdacht aufkommen, durch die Einnahme von L(auwarm) S(au) D(umm) gelenkt zu sein. Phantastische SchreiberInnen hat der Drogenkonsum uns allen beschert. Aber großartige Verkehrsteilnehmer auf der Straße???

Frank Uckermann

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 40.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen