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„Liebe taz...“Tabu gebrochen –betr.: „Gymnasium wurde Rotlichtviertel“, taz-Bremen vom 21./22.4.98

Die SchülerInnen des Alten Gymnasiums haben mit einem konservativen Tabu gebrochen, und der Protest dagegen wird als Aufrechterhaltung von Sitte und Moral begriffen. Verherrlichung und Verteufelung von Prostitution sind Ausdruck gleichen Verständnisses einer Sexualmoral, die ihre Erotik aus Macht zieht. Ein wahlloses Tabubrechen und die Demonstration von Scheinfreizügigkeit unterscheidet sich nicht viel von Prüderie und macht keinen Sinn, wenn sich nicht gleichzeitig mit der bestehenden Sexualmoral auseinandergesetzt wird. Die Kritik an der Feier richtet sich einerseits gegen die Mystifizierung von Prostitution und andererseits gegen die sexualisierte Gewalt und die hier nur manifest wurde. L. Nimpsch

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