■ 74 kolumbianische Geiseln wieder frei: Entführer machen auch vor Kirche nicht halt
Bogota (rtr/dpa) – In Kolumbien haben Rebellen am Sonntag eine Kirche während des Gottesdienstes überfallen und rund 99 Kirchgänger entführt. 74 von ihnen, zumeist Frauen und Kinder, seien bereits von Militärs befreit worden oder hätten selbst fliehen können, wie die Armee gestern mitteilte. Einem Heeressprecher zufolge mußten die Rebellen die Geiseln in den Bergen nahe der Stadt Cali „aufgrund des Drucks der Truppen“ freilassen. Unklar blieb, wie viele Geiseln sich noch in der Hand der mutmaßlichen Mitglieder des Nationalen Befreiungsheeres (ELN) befanden.
Die Guerilleros hatten am Sonntag morgen in einem Nobelviertel von Cali während einer Messe eine katholische Kirche überfallen und alle Gläubigen einschließlich des Pfarrers verschleppt. Zwei Guerilleros und ein Leibwächter kamen bei einer Schießerei ums Leben.
Präsident Andrés Pastrana sagte, die Untergrundkämpfer des ELN zeigten damit, „daß sie nicht den Frieden, sondern den Krieg wollen“. Pastrana bemüht sich um Friedensverhandlungen mit den Guerilla-Organisationen.
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