: Alte Schulden: Schulbehörde muss 155 Stellen sparen
Die Schulbehörde muss 155 Stellen streichen, um Sparverpflichtungen aus der vergangenen Legislaturperiode einzulösen. Das geht aus der Antwort auf eine kleinen Anfrage der SPD-Abgeordneten Britta Ernst hervor.
Ernst wirft dem Senat nun eine „unseriöse Schulpolitik“ vor, weil feststehe, dass keines seiner neuen Vorhaben durch neue Lehrer abgedeckt sei. So brauche er zusätzliche Stellen, um die versprochenen drei Ganztagsschulen pro Jahr und die Schulzeitverkürzung an Gymnasien umzusetzen. Hinzu kommen steigende Schülerzahlen. Bis 2005, so die Prognose, werden dafür 371 Lehrer benötigt.
Der Senat hat gerade erst 100 neue Stellen geschaffen. Ernst wollte wissen, ob es zutreffe, dass diese allein für steigende Schülerzahlen gebraucht würden. Die Landesregierung anwortet hierauf mit einem Sowohl-als-auch: Sollten die 100 Stellen nicht reichen, um alle Reformen zu finanzieren, würden „Umschichtungen“ vorgenommen.
Darüber, was dies bedeutet, wird derzeit heftig spekuliert. Eine Erhöhung der Lehrerarbeitszeit, da-rauf hat Schulsenator Rudolf Lange (FDP) sich festgelegt, soll es nicht geben. Noch nicht vom Tisch ist dagegen die Vergrößerung der Klassen um je einen Schüler, die laut Senatsantwort 390 Stellen sparen würde.
Bereits verkündet ist, dass 116 Teilungsstunden zu Gunsten einer 3. Sportstunde gestrichen werden. Die umstrittene Schließung der Fachoberschulen streicht 16 Stellen, die die wieder zurückgenommene Kürzung von 700.000 Euro im Kita-Etat aufwiegen sollen. kaj
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