Tunesien : Programm der Reise

vom 27. September bis 9. Oktober 2021

Das Dahargebirge, südlichste Region dieser Reise, wird seit Jahrtausenden bewohnt – berühmt sind die besonderen Höhlenbehausungen. Bild: Raja Skandrani

1. Tag, Montag

Individuelle Anreise nach Tunis. Individuelle Fahrt mit dem Taxi zum Hotel. Einchecken im Hotel Carlton. Treffpunkt im Frühstücksraum des Hotel Carlton, Avenue Habib Bourguiba. Vorstellungsrunde und Einführung in das Programm.

Gemeinsames Abendessen im Restaurant Chez Slah mit Gästen (3 deutsche Journalisten).

2. Tag, Dienstag

Rundgang durch das moderne Stadtzentrum von Tunis (Avenue Bourguiba, Place de la Bourse, Markt von Tunis) Führung durch die Medina mit Publizist und Radiomoderator Hatem Bouriel und Diskussion über den Lebensort Medina (ca. 3 Stunden. Pause im "Foundouk El Attarine" und Zeit für individuelle Interessen.

Tunis: Proteste nach der Vergewaltigung einer Frau durch zwei Polizisten, im November 2012. Bild: Archiv

Abendessen mit Frauenrechtlerinnen verschiedener Generationen im Gästehaus „Dar 24 Tunis Medina”.

3. Tag Mittwoch

Besuch des Projekts „Mobdiun“ in Le Kram, ein Projekt für und mit Jugendlichen (Fahrt mit Taxi) Treffen mit dem Anwalt Mounir Baatour, dem Vorsitzenden der LGBT-Organisation Shams. Möglich am Nachmittag: Individueller Besuch des Bardo Museums oder freie Zeit. Abendessen bei Physik-Professorin, Autorin und großartigen Köchin Faouzia Charfi

4. Tag, Donnerstag

Wir fahren zu den Ruinen des antiken Karthago und in den viel gerühmten Künstlerort Sidi Bou Said. In seinem ‚Café des Nattes‘, in dem vor 100 Jahren Macke und Klee gemalt haben, genießen wir bei einem Minze-Tee mit Pinienkernen den Blick auf das malerische Künstlerdorf, in dem verschiedene Aktivitäten möglich sind: Besuch des Zentrums für arabische und andalusische Musik im ‚Palais d’Erlanger‘, der Zaouia Sidi Bou Said und diverser Galerien.

"Place de Victoire" in Tunis, französischer Kolonialstil im modernen Zentrum der Stadt. Bild: Archiv

Gespräch mit Gemeinderäten in den Kommunen La Marsa und Sidi Bou Said über die Arbeitin den 2918 gewählten kommunalen Vertretungen.

Zum Abschluss besuchen wir die Kunst-Galerie ‚Alain Nadaud‘ und ein Glasbläser-Atelier im nahe gelegenen Gammarth. Dort sprechen wir mit der Künstlerin Sadika über ihr Engagement im Kulturbereich und die von ihr gegründete Vereinigung ‚Femmes, montrez vos muscles‘, deren Ziel die Förderung und Qualifikation von Frauen im Kunsthandwerk ist. Abendessen mit Gästen im ehemaligen Fischerort la Goulette.

5. Tag, Freitag

Fahrt von Tunis in südliche Richtung nach Kairouan, am Ostrand der zentraltunesischen Steppe. Als erste islamische Stadt im eroberten Ifriquia entwickelte sich Kairouan seit dem 8. Jahrhundert zum geistig-religiösen Zentrum. Eine Vielzahl von Moscheen und Zaouias (Sufi-Bruderschaften) – etwa 50 allein in der Altstadt - unterstreichen bis in die heutige Zeit den spirituellen Charakter der Stadt. Unser Rundgang führt uns u. a. zur Sidi Okba-Moschee (Grosse Moschee), zur Zaouia Sidi Sahab (Barbiermoschee) und in die am besten erhaltene Medina Tunesiens.

Nachmittags treffen wir die Frauen von‚Femmes Démocrates‘, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen und u.a. ein Beratungszentrum für Frauen eingerichtet haben, die Opfer von Gewalt sind. Übernachtung im Hotel Kasbah in Kairouan. Abendessen im Hotel.

Die Zaouia Sidi Sahab in Kairouan Bild: Susanne Kaufmann

6. Tag, Samstag

Nach dem Frühstück geht es weiter, zunächst nach Sidi Bouzid. Hier wurde im Dezember 2010 die Aufstandsbewegung ausgelöst. Nach einem Gang durch den inzwischen berühmten Ort treffen wirMaroua Harabi, die in der Vereinigung ‚Femmes montrez vos muscles‘ aktiv ist und in Sidi Bouzid selbst ein Projekt leitet, das Olivenholz verarbeitet. Wir treffen auch Mitglieder der Menschenrechtsorganisation vor Ort.

Am Nachmittag Weiterfahrt nach Gafsa. Die Hauptstadt des Gouvernorats liegt inmitten einer Oase am westlichen Rand des wichtigsten Bergbaugebietes von Tunesien, wo seit der Kolonialzeit Phosphat abgebaut wird. Übernachtung in Gafsa. Abendessen im Hotel.

7. Tag, Sonntag

Gespräch mit Gewerkschafter*innen über Arbeitslosigkeit und Armut in den seit Jahrzehnten vernachlässigten Regionen im Landesinneren, über Arbeitskämpfe in der Bergbauregion und über neue ökonomisch-soziale Entwicklungsprojekte.

Am Nachmittag Weiterfahrt über die Chotts (Salzseen) Richtung Sandwüste nach Kebili und Douz im Oasengebiet Nefzaoua. Übernachtung in Douz. Abendessen im Hotel.

Treffen mit Gewerkschaftern in Gafsa; Mehdi Daly sitzt neben der Reiseleiterin Kresta Bild: Susanne Kaufmann

8. Tag, Montag

Am Morgen besuchen wir die Fair Trade-Datteloase Derjine und sprechen mit den Bauern über ihr Projekt. Am Nachmittag Picknick in der Oase.

Nach unserer Rückkehr nach Douz ist noch Zeit für einen Stadtbummel über den Handwerker-Markt. Abendessen im Hotel.

9. Tag, Dienstag

Sehr früh starten wir zur Weiterfahrt durch die Wüste, zunächst bis zum halb verlassenen Berberdorf Tamazret. Dort besuchen wir ein kleines Privatmuseum und hören eine sehr informative Präsentation über die Kultur der Amazigh (Berber) in Tunesien.

Weiter geht es durch das landschaftlich reizvolle Bergland über Matmata und Toujane auf die Hochfläche des Dahar-Gebirges. An der ‘Straße der Ksour‘ reihen sich auf Kämmen und an steilen Berghängen festungsartige Ksour (alte Speicherburgen und verlassene Wohnhöhlen) wie Glieder einer Kette. Wir besuchen Ksar Gomrassen, wo wir die früheren Wohn- und Lebensformen der hier ansässigen berberischen Bevölkerung kennenlernen, dann Weiterfahrt auf der Straße der Speicherburgen bis Douiret.

Übernachten in einfachen Höhlenwohnungen, die von der "Vereinigung zur Erhaltung der Natur und zum Schutz der Umgebung von Douiret" betrieben werden

Auf der Straße der Ksour Bild: Susanne Kaufmann

10. Tag, Mittwoch

Geführte Wanderung nach Chenini (ca. 10 km) durch die bizarre Bergwelt des Dahar. Canyons reißen das öde Bergland auf, aus tiefen Schluchten und Wadis leuchten grüne Flecke hervor. Hier haben die Bergbewohner 'Djessour' angelegt: kleine Dämme und terrassenförmige winzige Felder, bepflanzt mit einem Olivenbaum, ein paar Feigenbäumen und Palmen. Vorbei an der Legenden umrankten Moschee „Jemaa Kedima“, auch „Moschee der Sieben Schläfer“ genannt, erreichen wir Chenini.

Ortsbesichtigung. Fahrt mit dem Bus nach Tataouine. Abendessen und Übernachtung in Tataouine.

Die "Moschee der Sieben Schläfer" auf dem Weg von Douiret nach Chenini Bild: Wolfram Bürgner

11. Tag, Donnerstag

Nach dem Frühstück geht die Reise weiter nach Gabès, wo wir im nahegelegenen Mareth ein Militärmuseum mit Dokumenten zum Rommelfeldzug besuchen; Weiterfahrt über Sfax, der zweitgrößten Stadt Tunesiens und Zentrum des Südens, bis zum gut erhaltenen römischen Amphitheater El-Djem. Gelegenheit zum Mittagessen und zum Besuch des römischen Monuments.

Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel: das Fischerstädtchen Mahdia, einst Hauptstadt des Fatimidenreiches Ifriquiya. Das malerische Mahdia mit seinen osmanischen Festungsanlagen liegt abseits der Touristen-Zentren. Abendessen im Restaurant.

12. Tag, Freitag

Am Vormittag schauen wir uns den Fischerort mit seinem üppigen Wochenmarkt näher an und fahren gegen Mittag entlang der Küste nach Monastir, wo wir das protzig vergoldete Bourguiba-Mausoleum bestaunen können, und weiter nach Tunis.

Mahdia hat einen bedeutenden Fischereihafen sowie Fisch verarbeitende Industrie. Bild: Susanne Kaufmann

Am Abend gibt es dann das Wiedersehen mit Tunis – und ein Abschieds-Gala-Dinner mit Gästen im wunderschönen, restaurierten Altstadt-Restaurant ‚Dar Jeld‘, das für seine regionale tunesische Küche bekannt ist. Hier können die Erfahrungen der Reise ausgetauscht und mit GesprächspartnerInnen aus Tunis vertieft werden.

13. Tag, Samstag

Die Reise endet mit einem mehr oder weniger ausführlichen Frühstück, je nach Abflugtermin der individuellen Rückflüge nach Deutschland.

Wer die Reise in Tunesien verlängern will, hat Gelegenheit, von der Reiseleiterin noch Tipps und Informationen einzuholen.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 4.12.2019