Marokko (Süd): Programm der Reise

vom 2. - 14. Mai 2022

Straßenrestaurants am Platz Djamaa el-Fna in Marrakesch Bild: Gudrun Keller

Teilnahme nur für Geimpfte bzw. Genesene möglich (siehe: Preise und Leistungen)

1. Tag

Alle Reisenden fliegen mit der portugiesischen TAP von Frankfurt/M oder Berlin über Lissabon nach Marrakesch, wo wir am frühen Nachmittag ankommen und unser Hotel beziehen: ein „Riad“, ein ehemaliges Wohnhaus im traditionellen Stil mit Innenhof. Es liegt in der Altstadt („Medina“). Am Nachmittag unternehmen wir einen ersten Spaziergang durch die Medina zum Platz Djama‘a el Fna und besuchen das Künstler-Café Dar Cherifa. Auf seiner Dachterrasse lernen wir uns kennen und besprechen das Programm der nächsten Tage. Zu Abend essen wir gemeinsam im Riad.

2. Tag

Am ersten Tag durchstreifen wir die quirlige Altstadt von Marrakesch: am Vormittag ein geführter Stadtrundgang durch die Souks und zu touristischen Highlights (Medersa Ben Youssef, Bahia-Palast) sowie zur jüdischen Synagoge in der ‘Mellah‘, dem ehemaligen Wohnviertel der Juden.

Am Nachmittag besuchen wir „Pikala-Bike“, eine Fahrrad-Initiative in der Medina. Sie wurde 2016 von einer Holländerin mit Partnern aus Marrakesch gegründet, um Einheimische wie auch Touristen fürs Radfahren zu begeistern und die Bedingungen dafür zu verbessern. So wurde eine Fahrrad-Werkstatt aufgebaut, gebrauchte Fahrräder und Leih-Räder werden angeboten sowie Fahrrad-Unterricht insb. für Frauen und verschiedene Fahrrad-Touren, für Einheimische und für Touristen. Inzwischen beschäftigt Pikala-Bike über 40 Jugendliche als Mechaniker, Tourguides oder im Marketing.

Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit, individuell durch die Altstadt-Gassen in der Umgebung unserer Unterkunft zu streifen.

2011, im Jahr der "Arabellion", organisierte in Marokko die "Bewegung 20. Februar" acht Monate lang jeden Sonntag Demonstrationen. Bild: Archiv

3. Tag

Wir verlassen Marrakesch Richtung Süden. Zunächst geht es zu einer Farm von Heil- und Aroma-Kräuter (Bio-Aroma-Garten) im Ourika-Tal; nach einem entspannten Mittagessen im Garten fahren wir in die Berge des Hohen Atlas bis zum Tizi n’Tichka-Pass auf 2.260 Meter Höhe. Auf dem sichtbar trockeneren Südhang des Gebirges fahren wir dann bis zum Teppich-Zentrum Tazenakht.

Nach dem Einchecken in einem einfachen Hotel in Tazenakht geht es gleich weiter ins 8 km entfernte Dorf Assaka zur Teppichweberinnen-Familie Raji; dort verbringen wir den Abend im Kreis der Familie und deren Freunde, diskutieren, hören traditionelle Musik und essen auch zu Abend. Späte Rückfahrt ins Hotel nach Tazenakht.

4. Tag

Frühstück gibt es wieder im Hause der Familie Raji in Assaka. Nach einem Spaziergang durch die Felder des Dorfes treffen wir uns mit Mbarka Raji und anderen Teppichweberinnen aus dem Ort. Sie zeigen u.a., welche Pflanzen und Mineralien zum Färben der Wolle benutzt werden.

Mittags brechen wir auf Richtung Zagora. In Agdz erreichen wir das Tal des Drâa-Flusses, das auf den restlichen 190 Kilometer bis M'Hamid geprägt wird von grünen Palmenoasen und rotbraunen Lehmdörfern (Ksar/Ksour) sowie einzelnen Lehmburgen (Kasbah/Kasbahs). Gleich am Anfang machen wir bei der Kasbah von Tamnougalt, einer der ältesten im Drâa-Tal, eine Mittagspause auf einer Terrasse mit herrlichem Blick über die Palmenoase.

Im Gespräch mit Teppichweberinnen in Assaka, einer Gemeinde von Tazenakht Bild: Gernot Gast

Dann fahren wir anderthalb Stunden durch diese Landschaft aus Wüste mit Fluss, Lehmdörfern neben Palmenoasen bis nach Tissergate (8 km vor Zagora). Wir beziehen unser Hotel für die nächsten Tage am Rande der Palmenoase von Tissergate: „Le Sauvage Noble“ und essen dort zu Abend.

5. Tag

Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang (ca. 4 Stunden) durch die Palmenoase auf die andere Seite des Drâa-Flusses zu einer Töpferei. Nach der Rückkehr ins „Sauvage Nobel“ ist Gelegenheit für ein Mittagessen (optional) und zum Ausruhen.

Am Nachmittag schauen wir uns das Ksar Tissergate näher an; u.a. besuchen wir eine Frauenkooperative, ein Projekt des Vereins „Renard bleu Touareg“, der das „Sauvage Noble“ betreibt, Empfehlenswert ist das kleine Museum im Ksar. Es zeigt sehr anschaulich die traditionelle Alltagskultur der Menschen im Drâa-Tal: Hausbau und Landwirtschaft, Sitten und Kleider, Werkzeuge und Gegenstände des Alltags. Abendessen und Übernachtung im „Sauvage Noble“ in Tissergate.

Im Palmenhain von Tissergate Bild: Claudia Salden

6. Tag

Am Vormittag besuchen wir zunächst das halb verfallene Ksar Amzrou kurz hinter Zagora. Als die ersten Franzosen 1929 hierhin kamen, dokumentierte ein Offizier die Situation im Ort sehr genau, sodass man heute gut über das damalige Amzrou Bescheid weiß.

Wir besichtigen die alte Synagoge, die von marokkanischen Juden, die in Israel leben, restauriert wurde, und besuchen ein altes Wohnhaus, das wie ein Museum von unten bis oben vollgestopft ist mit Antiquitäten und Silber, auch Berber-Schmuck, die hier aufgearbeitet und verkauft werden.

Die Fahrt geht weiter nach Tamgroude, dem traditionellen Zentrum der Region; beim Besuch der Zaouïa Naciriya (Zentrum der Naciriya-Bruderschaft) und ihrer Bibliothek erfahren Sie mehr über die Bedeutung islamischer Bruderschaften sowie der in Marokko weit verbreiteten Verehrung von “Heiligen“ (Marabouts).

Nach einer Mittagspause fahren die Reisenden, die an der Wüstentour teilnehmen, direkt mit dem Gruppenbus weiter nach M´Hamid, wo die Straße für normale PKW's endet. Hier warten Nouaji-Nomaden mit ihren Kamelen. Die Nomaden laufen zu Fuß in der Karawane mit und führen die Kamele, auf denen die ReiseteilnehmerInnen reiten, 2-3 Stunden lang. Irgendwann errichten die Nomaden am Fuße einer Düne einen Lagerplatz mit einem großen Zelt - für's Abendessen und zum Schlafen.

Das Nachtlager in der Wüste wird aufgebaut Bild: Erika Zoike

Wer diese Wüstentour nicht mitmacht, fährt nach der Mittagspause mit einem Taxi zurück nach Tissergate ins Hotel Sauvage Noble. Dort gibt es Abendessen und viel Zeit zum Ausruhen oder Spazierengehen, auch ein Besuch von Zagora ist individuell möglich, bis die anderen am folgenden Nachmittag aus der Wüste zurückkommen.

7. Tag

Die TeilnehmerInnen der Wüstentour brechen nach einem Frühstück vom Zeltlager auf, reiten auf ihren Kamelen zurück nach M´Hamid. Dort holt unser Bus die Gruppe mittags ab und fährt über Tamgroude zurück nach Tissergate zum Sauvage Noble.

Am Nachmittag kann wieder die gesamte Reisegruppe in Zagora die lokale Redaktion von „e-Joussour“ besuchen, des ersten undabhängigen Webradios Marokkos, und mit den jungen Redakteur*nnen diskutieren. Abendessen wieder im Sauvage Noble in Tissergate.

8. Tag

Wir beginnen mit der Rückfahrt, zunächst Richtung Agdz. In Tamnougalte machen wir wieder Mittagspause und haben diesmal auch Zeit, die interessante, halb renovierte „Kasbah des Caid“ zu besichtigen.

Weiter geht es über Ouarzazate, wo gerade eine der weltgrößten Solaranlagen gebaut wird, und über Kela’a Mgouna, der Stadt der Rosen, nach Boulmane-Dadès. Hier fahren wir in den Hohen Atlas hinein, ins Tal das Dadès, bis zum kleinen Ort Tamellalt. Dort empfängt uns die Malerin Fatima Mellal (siehe franz. TV-Doku). Im Haus ihrer Familie bleiben wir die nächsten zwei Nächte, alle Essen inklusive.(HIER Fatimas Videogrüße an die taz-Reisenden im Corona-Jahr 2020)

Die "Affenpfoten" im Dadès-Tal bei Tamellalt Bild: Gudrun Keller

9. Tag

Der Aufenthalt in Tamellalt ist Erholung pur: wer will, kann den ganzen Tag auf der Dachterrasse lesen oder individuell im Tal spazieren gehen. Fatima Mellal bietet am Vormittag einen Spaziergang durch die landwirtschaftlichen „Gärten“ des Tals zu einer kleinen Schlucht an.

Nach einem Couscous zum Mittagessen ist eine Fahrt mit unserem Bus talaufwärts möglich: es geht durch die Schlucht des Dadès und noch einige Dutzend Kilometer weiter in ein Hochtal des Hohen Atlas.

Nach dem Abendessen im Hause Mellal erleben Sie einen Berber(Amazigh)-Kultur-Abend. Moha Mallal, der Bruder von Fatima, ist ein unter Marokkos Berbern bekannter Musiker und Sänger. Er singt in Tamazight, der Sprache der Berber(Amazigh). Gemeinsam mit einem traditionellen Musiker aus Tamellalt wird er Kostproben seiner CD’s vortragen. (HIER Mohas Videogrüße an die taz-Reisenden im Corona-Jahr 2020)

Fatima Mellal in ihrem Atelier Bild: Gudrun Keller

10. Tag

Nach dem Frühstück fahren wir über den Hohen Atlas zurück, über Ouarzazate und den Tizi n’Tichka-Pass bis zur fruchtbaren Ebene rund um Marrakesch. Kurz vor unserem Ziel besuchen wir in einem Vorort noch den Schriftsteller und Maler Mahi Benebine in seinem Atelier– wenn er nicht gerade selber unterwegs ist. Am späten Nachmittag kommen wir in Marrakesch an und beziehen ein neues Riad, wieder in der Altstadt.

11. Tag

Am Vormittag Besuch der Frauengruppe „Al-Amane pour le développement des femmes“ in einem populären Viertel außerhalb der Altstadt; Halima Oulami, Gründerin und Leiterin von Al-Amane wird uns die vielfältigen Aktivitäten des Frauenzentrums vorstellen und u.a. über die Situation marokkanischer Frauen nach der Reform des Familienrechts (der „Moudaouana“) erzählen.

Der Nachmittag ist frei für individuelle Interessen; es lohnt z.B. der Besuch des Fotomuseums, das dazu einlädt, in die Geschichte von Marrakesch einzutauchen.

Zum Abendessen im Riad laden wir einen Journalisten ein.

Stuck-und Holzverzierungen einer Decke im Bahia-Palast, Marrakesch Bild: Gernot Gast

12. Tag

Vormittags Besuch des Vereins Ennahkil in einem modernen Neubaugebiet der Stadt. Die große, staatlich unterstützte NGO bietet ein ganzes Spektrum von Fördermaßnahmen, insbesondere für Frauen.

Der Nachmittag steht für individuelle Interessen zur Verfügung, z. B. für einen Besuch des „Jardin Majorelle“ mit dem neuen Yves Saint Laurent-Museum oder von Kunstgalerien im modernen Teil der Stadt; andere ziehen vielleicht einen Bummel durch die Souks der Altstadt vor, um letzte Souvenirs zu finden.

13. Tag

Am Vormittag müssen wir Abschied von Marrakesch nehmen; nach dem Frühstück müssen wir zum Flughafen fahren. Abflug nach Lissabon ist um 11:45 Uhr; Ankunft in Berlin um 22.20 Uhr, in Frankfurt/M um 18:50 Uhr.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 10.1.2022

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.