taz-Serie Schillerkiez: Erster Teil
Ein Stadtviertel vor dem Abheben
Die Öffnung des Tempelhofer Flugfeldes als Park wertet den angrenzenden Schillerkiez auf. Bisher gilt er als Problemviertel mit hoher Arbeitslosigkeit. Nicht alle Anwohner freuen sich über die Entwicklung.von NINA APIN
Leserkommentare
07.05.2010 17:42 Uhr
von Brother Tak:
Irgendwie meckern immer ein paar und hu wehret den Anfängen. Mann, das hättest Du 1945 ne Chance gehabt. Die hat man durch diktatorisches Gehabe vertan. Ja es gibt Risiken und vielleicht werden Leute, wie in Prenzelberg, durch hohe Mieten vertrieben. Aber kommt da mit dem Geld nicht auch Arbeit und Chancen auf besseres Leben? Kommt da nicht auch mehr Sicherheit? Studenten und zahlungskräftige Mieter schaffen Kaufkraft. Der Park zieht sicher auch Besucher und Touristen. Es ist die Chance eine schlafende Region zu wecken. Berlin wandelt sich, weil es langsam wirklich die Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt wird und ein Zentrum in Europa. Wir alle haben die Chance daraus eine menschliche Metropole zu machen. Nutzen wir sie oder schauen wir zu, wie Andere den Kuchen unter sich aufteilen?
BT
05.05.2010 13:19 Uhr
von Cornel:
Ich habe heute alle Artikel zum Schillerkiez gelesen und hatte teils den Eindruck, als ob Ihr Redakteur der Sozialromantik anheim gefallen wäre? Ich wohne seit fast 6 Jahren hier...aber dieses "puschlige" Element das die Artikel durchwabert, ist mir bisher im Schillerkiez noch nie begegnet!
Insgesamt sind die Artikel trotzdem gut...und natürlich kann ich auch die Besorgnis einiger verstehen, die durch eine Aufwertung des Kiezes entstehen (können)....aber der Schillerkiez hat viel mehr Probleme als nur die beiden "Problemhäuser" in der Okerstraße...man muß halt auch mit einer gewissen Sensibilität durch die Straßen gehen!
Was mir fehlt in den Artikeln ist der Aspekt, das durch eine Aufwertung des Kiezes auch mehr Lebensqualität für die bereits hier Wohnenden entstehen wird! Mehr Sauberkeit, weniger Müllprobleme, mehr Instandsetzungen des Wohnungsbestandes! Bitte nicht immer nur das Schreckgespenst der Gentrifizierung an die Wand malen und diffuse Ängste schüren! Und, obwohl ich "nur" Mieter bin, weiß ich doch aus meiner eigenen Hausgemeinschaft, wie mühsam das "Brot" vieler Hauseigentümer ist, denen aufgrund fehlender Mieteinnahmen (alleine in meinem Haus sind von heute auf morgen Mieter einfach verschwunden...)die Gelder für dringende Instandsetzungsarbeiten an ihren Häusern fehlen...und unter denen dann die verbliebenen Mieter zu leiden haben (in meinem Haus wurde innerhalb von 2 Jahren 3x die Schließanlage in Nacht-und Nebel-Aktionen vermutlich von Mitmietern rausmontiert, die aus welchen Gründen auch immer, keinen Bock auf eine abschließbare Haustür haben-ein Phänomen, das gang und gäbe in Neukoelln ist!).
Was, soweit ich weiß, von allen als Bereicherung gesehen würde, sind Studenten und junge Leute, die sich hier eine günstigere Bleibe suchen würden..was hingegen von den meisten als echte Bedrohung und Stress empfunden wird: linke, weltverbesserische Chaoten aus den östlichen Bezirken, die den Schillerkiez als neue politische Spielwiese für sich entdecken könnten und uns wieder so auf den Nerv gehen würden wie bei der erprobten Erstürmung des Flughafengeländes Tempelhof im vergangenen Jahr!
03.05.2010 19:43 Uhr
von faustausdertasche:
um die bedürfnisse der reichen eliten zu befriedigen, soll der arme teil der bevölkerung an die randzonen verdrängt werden. das ist ein prozess, der global stattfindet.
hieran arbeiter das qm auf ihre weise mit. das qm spielt mit den ängsten der anwohner indem es den armen teil der anwohner stigmatisiert. wofür? für das brodway modell(karl-marx-str.),für die luxus bebauung auf dem tempelhofer feld, eigenheim,eigentum,privatisierung. der urbane raum wird überwacht, kontrolliert und die soziale frage soll militärisch gelöst werden(task force okerstr.)
soziale kürzungen im öffentlichen sektor wie gesundheit, soziales, wohnen usw, niedriglohnsektor, prekarität interessiert das qm nicht, ihr helferlein dasein ist eine hohle blase.
der arme teil in neukölln ist in der mehrheit, sie werden nicht an ihm vorbeikommen. wehret den anfängen.