taz Salon Bremen 12.06.

Weitere 200 Jahre Marx

Fundamentale Kapitalismus-Kritik ist seit den Krisen des globalen Finanzsystems wieder aktuell.

Bild: dpa

Karl Marx war der Säulenheilige der autoritären, realsozialistischen Regime. Nach deren Zusammenbruch schien auch der scharfsinnigste Analytiker des Kapitalismus in Vergessenheit zu geraten. Denn nach 1990 war die liberale Marktwirtschaft auf einem globalen Siegeszug.

Doch die Krisen des Finanzkapitalismus und deren verheerende Rückwirkungen auf zahlreiche Volkswirtschaften haben diesen Optimismus längst wieder getrübt und zu einer unerwarteten Marx-Renaissance geführt.

Denn der hat vor eineinhalb Jahrhunderten in kühnem Vorgriff den globalen Kapitalismus durchdacht. Kann man mit Marx, jenseits des Staunens über dessen visionäre Kraft, 2018 noch etwas anfangen, um den digitalen Kapitalismus zu begreifen? Und kann man seine Ideen vom Marxismus, der scheinbar wissenschaftlich imprägnierten Heilsgeschichte, trennen?

Ulrike Herrmann und Christina Morina diskutieren, was man mit fundamentaler Kapitalismuskritik noch anfangen kann.

Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der taz und Buchautorin. 2016 erschien ihre Studie "Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können."

Christina Morina, Historikerin am Duitsland Instituut Amsterdam und Buchautorin. 2017 veröffentlichte sie die Studie "Die Erfindung des Marxismus"

Moderation: Stefan Reinecke, Parlamentskorrespondent der taz und Buchautor

wann: 12. Juni 2018, 19 Uhr

wo: Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstr. 12-19, Bremen

Eintritt frei